Sonntag, 19. November 2017

Club50plus-Mitglied 'Tom':

Gemeinsam unterwegs nach Lourdes

Vom 8. - 15. Mai 2009 war ich mit dem Lourdesverein in dem Wallfahrtsort Lourdes. Dieser Verein ermöglicht es Kranken und Behinderten, die Wallfahrt in den berühmten südwestfranzösischen Ort zu unternehmen. Ansonsten wäre es vielen Teilnehmern aus finanziellen Gründen nicht möglich, dorthin zu gelangen. Ein herzliches Dankeschön dafür! Ich möchte einige Erfahrungen von dieser Reise weitergeben.

Als Erstes ist sicher von dem Gebet in einer internationalen Gemeinschaft  zu erzählen. Es ist ein Erlebnis, in der gesammelten Atmosphäre und Stille zu beten. Dies führt zur Erfahrung, dass das Gebet "sprachübergreifend" und verbindend ist. Ein Impuls, den ich im Alltag in dem franziskanischen Krankenapostolat (einer franziskanischen Laienbewegung, die sich auf Franziskus von Assisi zurückführt) vertiefen möchte. Damit ist die Frage verbunden, wie ich als Rollstuhlfahrer in der katholischen Kirche und der Gesellschaft stehe. Auch wenn vieles an der Kirche zu hinterfragen ist.

So ist die Weggemeinschaft, wie sie in Lourdes zum Beispiel bei der Krankensalbung zu erfahren war, eine Stütze. Es gibt nicht nur Leid und Verlust, sondern auch einige Möglichkeiten, dem Alltag positive Erfahrungen abzugewinnen. So fange ich zurzeit mit dem Computer an. Neben VHS-Kursen führt mich dies zu neuen Kommunikationsmöglichkeiten. Es ist auch eine Möglichkeit, zu verschiedenen Informationen zu gelangen und sich mit "Zeitfragen" auseinander setzen zu können.

Die Erfahrungen in der Gemeinschaft des Lourdesvereins und des Malteserritterordens vermittelten ein Gefühl der Heimat. Mir wurde bewusst, das es sinnvoll ist, sich mit der Heimat und der eigenen Lebensgeschichte auseinander zu setzen. Es gibt vieles, was einen Menschen prägt. Wenn ich mich mit meiner Biographie auseinander setze, habe ich die Möglichkeit die Zukunft zu gestalten.

In Lourdes hatte ich aufgrund meiner Kenntnisse der englischen Sprache die Möglichkeit zur "internationalen" Kommunikation. Eine Ebene dafür war der Austausch von Wallfahrtsabzeichen. Dabei gab es Impulse, meine Ausbildung zum Altenpfleger aufzugreifen und mich in verschiedene Themenbereiche - beispielsweise der Prozess "Alterns" - zu vertiefen. Es gab auch Erfahrungen mit den Elementen: Luft, Wasser, Feuer. Dabei spielt das Lourdeswasser eine zentrale Rolle. Im Bad wird man von Helfern nur kurze Zeit in dieses Quellwasser getaucht. Aber da es kalt ist, erfrischt es an Leib und Seele. Wir hatten sehr schönes Wetter. Mittags war es sehr heiß und wir waren froh, im Schatten sein zu können. Bei der Lichterprozession am Abend war es eine Erfahrung, mit der Kerze in der Gruppe zu sein und das Ave zu singen. Eine Naturerfahrung bekamen wir während einem Pyrenäenausflug geschenkt. Es gab einen herrlichen Ausblick in das Gebirge hinein. Die Kirche des Ortes war von der Architektur her benediktinisch geprägt. Es gab dort auch einen Kreuzgang.

Während der ganzen Fahrt erfuhren wir liebevolle Pflege vom Malteserritterorden. So war es manchem Kranken und Behinderten erst möglich, diese Fahrt anzutreten. Die lange Bahnfahrt war eine Herausforderung, und mancher fand es gut im Lazarettwagen fahren zu können. Was auch die Gemeinschaftserfahrung vertieft hat.

Wenn jemand nach Lourdes fährt, dann nimmt er viele Gebetsanliegen seines sozialen Umfeldes mit. Auf diese Weise war auch eine Verbindung mit den Freunden und Verwandten zu Hause gegeben



© 2009 Text: Tom Schumacher, 47 Jahre, Düren


Die serviceseiten50plus-Redaktion dankt unserem Club50plus-Mitglied Tom herzlich für diesen Beitrag.  Er ist ein neuer ehrenamtlicher Aktiver in unserer Redaktion.

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