Mittwoch, 22. November 2017

Club50plus-Mitglied 'ottoedgar':

Dem November das Beste abgewinnen

 

November LandschaftWenn sich in der dunkelsten und nebligsten Zeit im Jahreskreis viele Menschen gestresst und deprimiert fühlen, so ist das mit Sicherheit nachvollziehbar. Es ist eine Zeit mit überwiegend dunklen, vernebelten Tagen und nur wenigen Sonnenstrahlen, die getrübte Gemüter erhellen können. Doch machen wir’s den Raben nach ...

Im November legen sich die ersten Nachtfröste wie ein Schleier über die Landschaft und lassen Blätter und Gräser bei aufgehender Sonne wie Silber erscheinen. Nur schwer kann die Sonne die dicken Nebelschwaden über den Kuppen des Hochwaldes vertreiben. In der Natur hat das große Sterben schon längst begonnen. Bäume und Sträucher, die im Sommer mit sattem Grün punkten konnten, sind leer und kahl gefegt. Auffällig sind nur noch die korbartigen, kunstvollen Nester der Raben im obersten Geäst der Baumriesen, die sich dem Herbstwind widersetzen konnten.

Gedenken und Besinnung an der Schwelle zum Winter

Der November ist der Monat, der hilft, dem Winter die Tür aufzustoßen und die Natur auf ihren Winterschlaf vorzubereiten. Oft als dunkler Monat tituliert, steht er auch für Trauer, Besinnung und Nachdenken. Der November ist ebenso ein Monat des Gedenkens an unsere Toten, mit denen wir ein Leben lang verbunden waren. Allerheiligen ist der Tag, an dem die Menschen ihrer lieben Verstorbenen auf dem Friedhof gedenken. Bei einem stillen Gebet blickt man zurück auf das vergangene Leben eines lieben Menschen. Mancher fragt sich: "Was ist eigentlich der Sinn des Lebens?"

Vorbereitung auf einen hoffnungsvollen Neuanfang

In der Natur spielt der geschmähte November aber auch eine wichtige Rolle für einen fröhlichen Neuanfang, selbst wenn die Gemüter auf dem Nullpunkt angelangt sind: Er lässt alles in eisiger Kälte erstarren und gibt Zeit zum Kräfte sammeln, um mit neuer Energie im Frühling in all seiner bunten Vielfalt die Auferstehung zu feiern. Sterben gehört zur Auferstehung - und Auferstehung bedeutet Leben. Die Natur macht es uns vor, und wir sind ein Teil davon.

Einfach leben wie die Raben 

In diesem Sinne sollten wir auch den ungeliebten, trüben und dunkeln Tagen das Beste abgewinnen. Denken wir wie unsere "geliebten Freunde" die Raben, die sich bei Wind und Wetter im Schutz der zunehmenden Dunkelheit scharenweise mit viel Geschrei auf einem kahlen Baum zum Übernachten niederlassen. Bei ihnen spielt das Jahr, der Monat oder das Wetter keine Rolle. Sie leben das Heute und hoffen auf das Morgen.


© 2012 Text: Otto Kuhn, 75 Jahre, Losheim am See


Otto Kuhn
Autor: Otto Kuhn


Die serviceseiten50plus-Redaktion dankt 'ottoedgar' - so lautet sein Mitgliedsname in unserem Club50plus - ganz herzlich für diesen Beitrag. Otto Kuhn ist ehrenamtlicher Aktiver in unserer Redaktion.


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