Mittwoch, 17. September 2014

Club50plus-Mitglied 'tinikuhn':

Zug ade! - Eine Bahnfahrt mit Hindernissen

Bahnhof

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben... Das habe ich im wahrsten Sinne des Wortes erlebt, als ich mit dem Zug nach Saarbrücken fahren wollte und nicht das erste Mal anderen Passagieren dabei half, dem Automaten am Bahnhof eine Fahrkarte zu entlocken.

Wenn ich nach Saarbrücken reise, ich wohne in Losheim am See, fahre ich mit dem Auto nach Merzig und von dort mit dem Zug, so auch vergangene Woche. Morgens mit dem Auto durch Merzig zu fahren, ist meistens ein kleines Drama. Bei Villeroy & Boch begann schon der Stau. Im Schritttempo ging es durch die Stadt bis zum Bahnhof. Dort angekommen war auch gleich ein Parkplatz gefunden, anschließend wurde ein Parkschein gelöst und im Auto ausgelegt.

Schnell eilte ich in den Bahnhof, um eine Fahrkarte zu lösen. Vom Eingang aus sah ich schon eine ganz aufgeregte Frau am Fahrkartenautomat, denn der Schalter war geschlossen. In Panik kam sie auf mich zu und fragte, ob ich ihr helfen könnte. Sie hätte schon alles angetippt, aber sie komme einfach nicht klar. Sie müsste dringend nach Saarbrücken, dort würde ihr Sohn sie am Bahnhof abholen. Ich fahre öfter mit dem Zug und kenne mich mittlerweile mit dem Automaten aus. Somit konnte ich der Frau helfen und ihr den begehrten Fahrschein lösen. Sie bedankte sich überglücklich und lief die Treppe zur Unterführung runter zum Gleis Richtung Saarbrücken.

Nun war es auch höchste Zeit, meinen Fahrschein zu ziehen, denn der Zug konnte jeden Moment einfahren. Also habe ich schnell alles eingetippt. Der Bildschirm zeigte den Preis von 7,40 Euro an. Ich schob einen Zehneuroschein in den Schlitz, der wurde auch prompt eingezogen, aber sofort wieder ausgespuckt. Zwei bis dreimal habe ich noch erfolglos probiert, doch das Geld kam immer wieder zurück. In meiner Verzweiflung bat ich einen Passanten, mir den Schein zu tauschen. Der Herr hat mir die 10 Euro gegen 2 Fünfer gewechselt. Ich eilte zurück zum Automaten, tippte alles erneut ein, schob die beiden Scheine in den Schlitz und tatsächlich hatte es geklappt. Die Fahrkarte mit dem Rückgeld fiel in den Kasten. Eilig entnahm ich Karte und Geld und lief so schnell ich konnte in Richtung Bahnsteig. Der Zug fuhr schon in den Bahnhof ein. Ich rannte die Treppe runter, unter der Unterführung durch, die Treppe wieder hinauf. Ich hörte, ich konnte es kaum glauben, den Pfiff des Schaffners und schon war der Zug weg.

Da stand ich nun ärgerlich auf dem Bahnsteig und überlegte mir, wie ich mir die Zeit vertreiben konnte bis der nächste Zug kam. Dabei machte ich mir so meine Gedanken und grübelte darüber nach, denn dieser Bahnhof ist nicht barrierefrei, wie kommen Alte und Behinderte auf die andere Seite zum Gleis zwei oder drei. Auch überlegte ich mir, wie ist die Lage, wenn ich ohne Fahrschein in den Zug eingestiegen wäre. Dann wäre ich bei einer Kontrolle als Schwarzfahrer bestraft worden, obwohl ich alles versucht hatte, in den Besitz einer Fahrkarte zu kommen. Den Beweis, dass der Automat mein Geld nicht angenommen hatte, wäre wohl ohne Zeugen nicht möglich gewesen.

So kann ich nur jedem Bahnfahrer Glück wünschen und dass er nicht in die gleiche Situation kommt wie ich.


© Christel Kuhn, 72 Jahre, Losheim am See


Christel Kuhn - Mitglied unserer ehrenamtlichen Senioren-Redaktion
Autorin: Christel Kuhn


Die serviceseiten50plus-Redaktion dankt "tinikuhn" - so lautet ihr Mitgliedsname in unserem Club 50plus - ganz herzlich für diesen schönen Beitrag. Christel
Kuhn ist ehrenamtliche Aktive in unserer "Senioren"-Redaktion.



Vielleicht ist das auch eine Ermunterung für weitere Club-50plus-Mitglieder, als Autoren tätig zu werden und uns ihre Artikel zur Veröffentlichung zu schicken!


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