Mittwoch, 17. September 2014
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Demografischer Wandel am Arbeitsmarkt

Nur acht Prozent der Betriebe suchen Mitarbeiter 50plus

BürogebäudeDie Appelle von Politik und Wirtschaftsverbänden scheinen in der Praxis kaum zu fruchten: Lediglich jedes zwölfte Unternehmen sucht gezielt nach Arbeitnehmern über 50 Jahre. Das belegt eine Studie der Bertelsmann Stiftung bei Betrieben in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Auch nach der Umstellung auf die Rente mit 67 rechnet nur die Hälfte der befragten Firmen künftig mit mehr Arbeitsplätzen für über 60-Jährige.


An der Befragung, die Anfang 2012 durchgeführt wurde, nahmen 218 Führungskräfte und Personalverantwortliche aus 200 Unternehmen teil. Von diesem Betrieben, so zeigt die Untersuchung, sprechen lediglich 8 Prozent bei der Suche nach neuen Mitarbeitern ganz gezielt Arbeitnehmer über 50 Jahre an. Nur 8,3 Prozent suchen nach ausländischen Mitarbeitern. 15,4 Prozent der Unternehmen sprechen gezielt Frauen und 15,7 Prozent junge Menschen unter 30 Jahren an.

Einstellung der Firmen auf ältere Mitarbeiter noch in den Kinderschuhen

Die Folgen des demografischen Wandels werden von 40 Prozent der untersuchten Betriebe noch nicht als dringlich angesehen, auch wenn viele Unternehmen dadurch verursachte Problematiken bereits erkennen. An entsprechenden Lösungen mangelt es jedoch. So sieht jede zweite befragte Firma zwar betriebliche Konfliktpotenziale, die sich durch eine verändernde Altersstruktur abzeichnen können. Die konsequente Förderung des Miteinanders verschiedener Generationen wird jedoch im Arbeitsalltag häufig vernachlässigt.

Ähnlich verhält es sich bei Gesundheitsfragen: Einerseits steht für fast zwei Drittel der Befragten die "Erhaltung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit" im Vordergrund. Andererseits sind aber nur für ein Drittel der untersuchten Unternehmen der Aufbau und die Optimierung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements vordringlich.

Maßnahmen scheitern an Einsichten, Finanzen und Personalmangel

Geeignete Maßnahmen, um den Herausforderungen des demografischen Wandels zu begegnen, scheitern nach Angaben der Befragten aus mehreren Gründen: Neben der Tatsache, dass sehr viele Unternehmen das Thema noch nicht für wichtig genug halten, verfügt die Hälfte nicht über ausreichende personelle und finanzielle Mittel, bei einem Drittel fehlen dafür feste Verantwortlichkeiten bei entsprechenden Mitarbeitern. Häufig fehlt auch konkretes Wissen über die möglichen Auswirkungen des demografischen Wandels für das Unternehmen. Mehr als ein Drittel der Firmen hat bisher keine Analyse der Altersstruktur durchgeführt. Einige der Befragten konnten zuverlässig weder wesentliche Merkmale der Mitarbeiterstruktur noch Zahlen zum Altersdurchschnitt in ihrem Betrieb benennen.



- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de -
- Quelle: Bertelsmann Stiftung

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