Mittwoch, 22. November 2017
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Jobben statt Ruhestand

Zahl arbeitender Seniorinnen und Senioren steigt rasant

Menschen im ArbeitslebenImmer mehr Menschen im Rentenalter sind immer noch oder werden nach Rentenbeginn wieder erwerbstätig. In keiner anderen Altersgruppe in Deutschland ist die Zahl der Erwerbstätigen in den vergangenen Jahren so rasant gestiegen wie bei den Über-65-Jährigen. Laut Arbeitsmarkt-Experten wird die Anzahl arbeitender Seniorinnen und Senioren weiter zunehmen.

Im Jahr 2001 gab es knapp 400.000 erwerbstätige Seniorinnen und Senioren in Deutschland, 2011 waren es mit knapp 800.000 schon doppelt so viele. Zukünftig wird der Anteil arbeitender Personen im Rentenalter weiter steigen, prognostiziert auch Karl Brenke, Arbeitsmarktexperte am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Er hat die Arbeits-, Einkommens- und Lebenssituation der "alten" Erwerbstätigen untersucht und dabei Überraschendes festgestellt.

Senioren-Selbständige arbeiten oft voll - ältere Arbeitnehmer meist Teilzeit

Auffallend nennt Brenke den hohen Anteil an Selbständigen und mithelfenden Familienmitgliedern unter den Erwerbstätigen ab 65 Jahren. Über alle Altersgruppen hinweg liegt der Anteil bei elf Prozent, von den Senioren arbeiten jedoch mehr als 40 Prozent auf eigene Rechnung. Etwa ein Drittel von ihnen hat Angestellte, fast das ganze Drittel arbeitet Vollzeit. Der größte Teil der alten Selbständigen ohne Arbeitnehmer arbeitet hingegen in Teilzeit. Auch ältere Arbeitnehmer sind meist in Teilzeit beschäftigt, oft in Mini-Jobs.

Unter den selbständigen Senioren befinden sich besonders viele Händler, Unternehmensberater, Ärzte, Wirtschaftsprüfer, Architekten und Landwirte. Bei den Angestellten dominierten Putzkräfte, Bürofachkräfte, Kraftfahrer, Taxichauffeure, Hausmeister und Verkäufer.

Berufstätige Senioren verdienen im Schnitt oft mehr als die jüngere Generation

"Die Älteren sind nicht schlechter qualifiziert als die Jüngeren und verdienen im Durchschnitt pro Stunde sogar mehr - und sie sind zufriedener als ihre Altersgenossen, die nicht arbeiten", berichtet Brenke über seine Studienergebnisse. So erzielen die Über-65-Jährigen im Schnitt ein Bruttoerwerbseinkommen je Stunde von mehr als 21 Euro, alle Altersgruppen zusammen hingegen nur etwa 16 Euro. Dabei verdienen die älteren Selbständigen fast drei Mal so viel wie die älteren Arbeitnehmer. Finanzielle Not ist Brenkes Untersuchungsergebnissen zufolge für den Großteil wohl nicht das Hauptmotiv weiter zu arbeiten. "Rund zwei Drittel der Alten kämen auch ohne die zusätzliche Erwerbstätigkeit zurecht", so der Arbeitsmarktexperte. "Es gibt aber auch welche, die arbeiten müssen."

Keine Konkurrenz von Jung und Alt am zukünftigen Arbeitsmarkt

Dass arbeitende Seniorinnen und Senioren den Jungen künftig die Jobs wegnehmen, sei wegen der kleiner werdenden Altersgruppen der nachwachsenden Generation jedoch nicht zu befürchten, betont Brenke. "Anzunehmen ist, dass die Zahl der Erwerbstätigen im Rentenalter weiter ansteigt, da diejenigen Altersjahrgänge, die alsbald das Renteneintrittsalter erreichen, im Schnitt noch besser qualifiziert sind als die heutigen Rentner - und gut qualifizierte Arbeitskräfte wechseln später als andere in den Ruhestand."

Übrigens gehen nicht nur in Deutschland, sondern europaweit immer mehr Frauen und Männer im Rentenalter einer bezahlten Tätigkeit nach.


- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de -
- Quelle: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung DIW Berlin

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