Auch Senioren sind oft betroffen
Wadenkrämpfe - häufige Ursache ist Magnesiummangel
Wie ein Messerstich fährt der Schmerz in die Wade - ein Krampf. Jeder dritte Deutsche beklagt sich über gelegentliche Wadenkrämpfe. Oft sind Sportler, Frauen oder Senioren betroffen. Sie werden nachts aus dem Schlaf gerissen oder beim Sport erwischt.
Bei einem Krampf zieht sich ein Muskel schmerzhaft zusammen, ohne sich direkt wieder zu entspannen. Ein häufiger Grund - neben Überanstrengungen bei Arbeit oder Sport - sind Durchblutungsstörungen in den Beinen. Denn bei schlechter Durchblutung kann Milchsäure, die als Stoffwechselprodukt anfällt, nicht schnell genug abgebaut werden.
Eine weitere Ursache für Wadenkrämpfe ist ein Mangel an Mineralstoffen. Mineralstoffe werden über den Schweiß abgesondert oder über den Urin ausgeschieden. Daher können entwässernd wirkende Medikamente, zum Beispiel Präparate gegen Bluthochdruck, einen Mineralstoffmangel fördern und damit das Risiko eines plötzliches Wadenkrampfs erhöhen.
Vorbeugung und Hilfen im Akutfall
Um einem Mineralstoffmangel vorzubeugen sollte man darauf achten, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Magnesiumpräparate aus der Apotheke sind ebenfalls gut geeignet, um sich vor Wadenkrämpfen zu schützen. Sie sollten aber nur dann eingenommen werden, wenn durch eine Blutuntersuchung ein Magnesiummangel tatsächlich festgestellt wurde.
"Um einem Wadenkrampf vorzubeugen, sollten gefährdete Menschen auf eine magnesiumreiche Ernährung mit Vollkornprodukten, Obst und Gemüse achten", rät auch Dr. Jan-Peter Jansen, praktischer Hausarzt und Schmerztherapeut vom Schmerzzentrum Berlin.
Zudem kann es hilfreich sein, sich nachts ein Kissen unter die Knie zu legen, um die Durchblutung zu fördern.Sobald ein Krampf auftritt, muss die Muskulatur gedehnt werden. Das wird erreicht, indem die Zehen zum Schienbein gezogen werden. Tritt der Krampf im Liegen auf, hilft es aufzustehen, umherzugehen und dabei mit dem Fuß fest aufzutreten. Sollte ein Helfer in der Nähe sein, kann dieser bei angehobenem Bein gegen die Fußunterseite drücken. So kann der Muskel ebenfalls gedehnt und damit entspannt werden.
Bei häufigen Krämpfen ernste Erkrankung möglich
Wenn Muskelkrämpfe oft auch tagsüber auftreten, können sich dahinter ernsthafte Erkrankungen verstecken. Dazu gehören vor allem Gefäßerkrankungen wie Krampfadern, aber auch eine arterielle Verschlusskrankheit, die als "Schaufensterkrankheit" bezeichnet wird. Bei dieser Arteriosklerose der Beine lagern sich in den Blutgefäßen Fett und Kalk ab. Diese Ablagerungen können sich losreißen und im schlimmsten Fall einen Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen.
Deshalb ist es wichtig, bei häufigeren und lang anhaltenden Krämpfen einen Arzt aufzusuchen. Betroffene sollten dort die Ursache abklären lassen, um eine ernsthafte Erkrankung auszuschließen.
- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus - // Quelle: DGK


