Freitag, 18. Mai 2012
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Über Karies, Osteoporose und dritte Zähne

Wissenschaft: Die sechs größten Zahn-Irrtümer

gesunde ZähneDie Gesundheit der Zähne hängt ganz entscheidend davon ab, was man isst und trinkt. Zu diesem Schluss kommen amerikanische Forscher um die Zahnmedizinerin Carole Palmer von der Tufts University School of Dental Medicine. In einer Analyse in der amerikanischen Fachzeitschrift "Nutrition Today“ widerlegen die Wissenschaftler einige in der Bevölkerung weithin vorhandene Irrtümer über den Zusammenhang von Ernährung und Zähnen.

Irrtum 1: Zahnhygiene ist nur für Mund wichtig
Wenn Zähne krank sind, leiden meist auch der restliche Körper und der Geist. Bei Kindern zum Beispiel können Zahnschmerzen wegen Karies die Konzentration in der Schule beeinträchtigen. Außerdem bedeutet die Umstellung auf leicht kaubare Nahrung oft eine Verschlechterung der Ernährung, was laut Zahnexpertin Palmer die Hirnentwicklung oder das Körpergewicht schädigen kann. Fehlende Mineralstoffe während der Schwangerschaft steigern hingegen das spätere Karies-Risiko eines Menschen.

Irrtum 2: Mehr Zucker heißt mehr Karies
Über die Entwicklung von Karies entscheidet nicht die Menge des konsumierten Zuckers, sondern die Zeitdauer, in der Zucker und Zähne aufeinander treffen. Zum Problem wird dies besonders bei Süßigkeiten, die sich nur langsam auflösen, oder bei ständigem Konsum zuckerhaltiger Getränke wie der beliebten Softdrinks. "Zähne sind in diesen Fällen länger den Säuren ausgesetzt, die Mundbakterien aus dem Zucker bilden", so die US-Zahnmedizinerin.

Irrtum 3: Milchzahnkaries ist harmlos
Besonders weit verbreitet ist die Meinung, dass Kinder und Babys ruhig Zahnfäule haben dürfen, da Milchzähne ohnehin ausfallen. Weit gefehlt, so Palmer. Denn Karies schädigt die Entwicklung der Zahnkronen der bleibenden Zähne. Zudem kann ein zu früher Verlust eines Milchzahns dazu führen, dass der darunter liegende zweite Zahn in schlechter Position herauskommt und später zahnärztliche Korrektur braucht.

Irrtum 4: Osteoporose schadet nur Rücken und Hüfte
Osteoporose - also Knochenschwund, der vor allem im Alter auftritt - kann auch das Ende von Zähnen bedeuten. Denn der Gesichtsknochen, der die Zähne zusammenhält, kann ebenso brüchig werden wie der sonstige Knochenapparat des Menschen. "Damit macht sich fehlendes Kalzium, Vitamin D und K in der Ernährung auch im Kiefer bemerkbar", erläutert Palmer. Um den Mundraum und seine tragenden Strukturen in Schwung zu halten, ist eine ausgewogene Ernährung unverzichtbar, denn Kiefer, Zahnfleisch, Lippen und Gaumen erneuern sich das ganze Leben lang.

Irrtum 5: Dritte Zähne verbessern die Ernährung
Ähnlich wie Zahnschmerzen wegen Karies wirkt sich auch ein künstliches Gebiss aus, das schlecht passt und daher schmerzt. Ältere Menschen, die davon betroffen sind, werden automatisch Essen bevorzugen, das sie wenig kauen müssen. "Da steigt die Versuchung, zum Kuchen oder Süßgebäck zu greifen. Träger dritter Zähne sollten daher darauf pochen, dass ihr Gebiss gut sitzt. Zudem ist gesunde Ernährung und ausreichend Flüssigkeit weiter wichtig", so Palmer.

Irrtum 6: Karies ist kein Thema für Erwachsene
Obwohl der "süße Zahn" nach der Jugend etwas schwindet, ist nur ein Prozent der Erwachsenen kariesfrei. Problematisch sind hier besonders der Zahnfleischrückgang, der Wurzelkaries begünstigt, sowie fehlender Speichel, der sonst den Mund reinigt. "Auch Antidepressiva, Harntreiber, Antihistaminika und Beruhigungsmittel trocknen den Mund aus. Wer diese einnimmt, sollte häufiger Wasser trinken", rät Palmer. Besonderes Augenmerk auf die Zähne sei weiter auch bei chronischen Krankheiten wie Diabetes zu empfehlen.



- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de - // Quelle: Pressetext