Freitag, 18. Mai 2012
Sie sind hier:  Themen-Fenster Computer + Technik > Auto-Klimaanlage:...
Klicken Sie auf einen der gewünschten Unterpunkte:

Bei kühleren Temperaturen ein Treibstoff-Fresser

Auto-Klimaanlage: Spritverbrauch im Sommer geringer

Fahrerin hinter PKW-LenkradDie Klimaanlage eines Autos braucht im Frühling, Herbst und Winter insgesamt weit mehr Treibstoff als im Sommer, da sie trotz Ausbleiben der Kühlfunktion weiter mit voller Leistung läuft. Das berichten Forscher der Eidgenössischen Materialprüfungsanstalt mit Sitz in der Schweiz in einer amerikanischen Fachzeitschrift für Umwelttechnologien.

"Übers ganze Jahr gemessen, erhöht eine eingeschaltete Klimaanlage den Treibstoffverbrauch um 5,4 Prozent. Würde man bei kühlen Außentemperaturen den Automatik-Betrieb ausschalten, reduzierte sich der Mehrverbrauch um zwei Drittel", erläutert Studienleiter Martin Weilenmann in einem Gespräch mit dem Mediendienst Pressetext.

Klimaautomatik kommt teuer
Die Forscher erhoben im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt der Schweizerischen Eidgenossenschaft, wie viel Treibstoff sechs moderne Diesel- und Benzin-Pkws verbrauchen. Getestet wurde dies jeweils bei ein- und ausgeschalteter Klimaanlage sowie bei unterschiedlicher Außentemperatur, Luftfeuchtigkeit und Fahrbedingung. Wie zu erwarten war, stieg der Energie- und somit Spritverbrauch der Klimaanlage umso mehr, je wärmer und feuchter die Außenluft war. An einem durchschnittlichen Schweizer Sommertag (27 Grad Celsius, 60 Prozent Luftfeuchte) und bei Stadtverkehr betrug dieser Mehraufwand 18 Prozent.

"Weit weniger bekannt dürfte allerdings sein, dass eingeschaltete Klimaanlagen auch dann Sprit verbrauchen, wenn es draußen kühler ist als im Fahrzeug", so Weilenmann. Klimaanlagen schalten im heute üblichen Automatik-Betrieb erst bei fünf Grad Außentemperatur ab, um das Vereisen der Kühlgeräte zu verhindern. Dies geschieht, da sie trotz ausbleibender Hitze die Luft im Fahrzeuginnenraum entfeuchten, etwa um beschlagene Windschutzscheiben bei Regen vorzubeugen. "Das kann sinnvoll für die Sicherheit sein, jedoch nur bei Bedarf und nicht im Dauerbetrieb", betont der Forscher.

Ausschalten bei weniger als 18 Grad
Ideal zum Treibstoff-Sparen ist es, wenn man die Automatik ausschaltet, sobald sie nicht mehr benötigt wird. Wenn man dies ab einer Temperatur von etwa 18 Grad  abwärts konsequent praktiziert, reduziert sich der Klimaanlagen-Mehrverbrauch übers Jahr von 5,4 auf 1,7 Prozent, zeigte die Forschung. "Den Komfort verändert das nicht, da 23 Grad im Fahrgastraum am angenehmsten sind", erklärt Weilenmann. Bei Hitze hingegen sei die Nutzung der Klimaanlage ratsam, da sie Aufmerksamkeit des Fahrers und somit die Sicherheit erhöhe.

Nicht zuletzt kommt die bewusstere Nutzung auch dem Klima zugute. "Auch die CO2-Ausstöße der Klimaanlage reduzieren sich damit um zwei Drittel", betont der Schweizer Experte. Bei einer entsprechend konsequenten Programmierung neuer Klimaanlagen wäre das ein großer Vorteil: "Das Ziel der Autohersteller lautet, durch die Forschung den Treibstoffverbrauchs jährlich um ein Prozent zu verringern. Hier wären hingegen über zwei Prozent ohne viel Aufwand möglich." - Die Natur und die Geldbörse der Fahrer würden profitieren, die Autohersteller allerdings weniger, denn die Zielvorgabe berücksichtigt diesen Mehraufwand nicht.



- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de - // - Quelle: pressetext