Mittwoch, 22. November 2017
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Fitnesstraining schützt die grauen Zellen

Aktive Senioren erkranken seltener an Alzheimer

Professorin TettenbornAusdauersportarten wie Laufen, Schwimmen und Radfahren halten das Gehirn fit. Wie Experten berichten, belegt eine Vielzahl aktueller Studien, dass körperliche Aktivität sogar vor der Alzheimer Krankheit schützen kann, sowie vor Depressionen und Schlaganfällen.

"Es sollte jeder Erwachsene täglich mindestens 30 Minuten körperlich aktiv sein", rät die Neurologie-Professorin und erfolgreiche Triathletin Barbara Tettenborn. Mit diesem vergleichsweise geringen Einsatz könne das Risiko für einen Schlaganfall bereits um ein Viertel gesenkt werden, betont die Chefärztin der Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen.

Jede "Dosis" körperliche Aktivität senkt Hirninfarkt-Risiko

"Aktuelle Studien zeigen aber auch, dass eine Dosis-Wirkungs-Beziehung besteht", erklärt Tettenborn. Das heißt: Je mehr regelmäßige Aktivität, desto größer ist die Schutzwirkung. So wurde in Zuge der "National Runner's Health Study" in den USA festgestellt, dass jeder täglich gelaufene Kilometer das Hirninfarkt-Risiko für Männer und Frauen um elf Prozent gesenkt hatte. Diejenigen, die acht oder mehr Kilometer pro Tag gelaufen waren, hatten sogar ein im Mittel 60 Prozent geringeres Risiko als die "Kurzstreckenläufer" mit weniger als zwei Kilometer täglich. Weit über 40.000 Läuferinnen und Läufer hatten an dieser Studie teilgenommen und dabei durchschnittlich fast acht Jahre lang unter ärztlicher Beobachtung gestanden.

Ähnlich beeindruckende Werte hat auch eine Untersuchung ergeben, bei die Herzkreislauferkrankungen von 60.000 Fitnessstudio-Besuchern ausgewertet wurden.

Die positive Wirkung auf Blutdruck und geistige Fertigkeiten

Ausdauersport schützt aber nicht nur vor dem Hirninfarkt, er hilft auch, die geistige Leistungsfähigkeit zu erhalten. Ein möglicher Wirkmechanismus könnte sein, dass der Blutdruck sinkt, vermutet Professor Joachim Röther, Vorstandsmitglied der Deutschen Schlaganfallgesellschaft und Chefarzt der Asklepios Klinik Altona: "Durch Sport kann man den Blutdruck um etwa 10 Einheiten senken - das ist ebenso viel wie mit Medikamenten."

"Es gibt einen Zusammenhang zwischen hohen diastolischen Blutdruckwerten und einer verminderten Denkleistung", ergänzt Tettenborn und verweist auf eine weitere Studie an 1.800 älteren New Yorkern, wonach diejenigen, die regelmäßig Sport trieben, seltener an der Alzheimer Demenz erkrankten. Die gleiche Studie hatte zudem gezeigt, dass eine konsequente Mittelmeerdiät das Alzheimer-Risiko reduziert. Und bei denjenigen Senioren, die sich sowohl gesund ernährten als auch regelmäßig Sport trieben, wurde in dieser Untersuchung die größte Schutzwirkung beobachtet.



- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de -
- © Foto: Tettenborn/DGN

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