Dienstag, 11. Dezember 2018
Sie sind hier:  Themen-Fenster Hobby + Freizeit > Erlernen von Sprachen...
 

Geistiger Jungbrunnen

Erlernen von Sprachen stärkt Lernfähigkeit im Alter

Senior mit Buch Das Beherrschen mehrerer Sprachen kann dazu beitragen, die Alterungseffekte im menschlichen Gehirn abzumildern. Diese These haben Forscher der Universität Tel Aviv anhand einer Studie mit Senioren im Alter von 75 bis 95 Jahren belegen können.

Ältere Personen, die im Laufe ihres Lebens eine oder mehrere Fremdsprachen erlernt haben, schnitten in Tests ihrer kognitiven Leistung - also Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Lernfähigkeit, Abstraktions- und Erinnerungsvermögen - besser ab als diejenigen, die nur ihre Muttersprache beherrschten.

Menschen, die mehrere Sprachen sprechen, seien im Alter häufig geistig stärker, da sie ihr Gehirn im Lauf des Lebens über das Erlernen von Sprachen mehr trainiert hätten als einsprachige Personen, meint die Neuropsychologin Gitit Kave. Zudem, so die Forscherin, könnten durch das Lernen von Sprachen neue neuronale Verbindungen im Gehirn aufgebaut werden, die den positiven Effekt noch verstärken.

Je mehr desto besser

In der israelischen Studie wurden 814 Senioren nach ihrem Fremdsprachenschatz befragt - zum Beispiel danach, welche Sprache sie am besten beherrschen und in welcher sie am meisten sprechen - und zudem kognitiven Tests unterzogen. Die ersten Erhebungen wurden 1989 durchgeführt und im Verlauf der nächsten zwölf Jahre zweimal wiederholt. Dabei fanden die Forscher heraus, dass die kognitive Leistung im Alter umso besser ist, je mehr Sprachen ein Mensch beherrscht. Zwar habe auch der Bildungsstand etwas mit der geistigen Fitness zu tun, die Anzahl der gesprochenen Sprachen habe jedoch größere Auswirkungen auf die mentalen Fähigkeiten als der Bildungsstand allein. "Wir haben zudem herausgefunden, dass Mehrsprachigkeit vor allem bei denjenigen eng mit der kognitiven Leistung verbunden war, denen überhaupt keine oder nur wenig schulische Bildung zuteil wurde", ergänzt Kave.

Ursache und Wirkung

Dennoch sei auch durch diese Erkenntnisse eine Ursache-Wirkungs-Beziehung nicht gänzlich gesichert. "Die Studie hat sich mit dem Resultat auseinandergesetzt, nicht mit der Ursache", erklärt Kave. "Es gibt keine todsichere Methode das geistige Altern aufzuhalten. Aber eine zweite oder dritte Sprache zu erlernen, könnte die guten Jahre verlängern", rät Kave. Eine Frage zukünftiger Forschung sei es, herauszufinden, inwiefern das Erlernen von Sprachen Potenzial habe, die mentale Fitness zu verlängern und wie das Sprechen mehrerer Sprachen sich über längere Zeit auf das Gehirn auswirke

Geistige Fitness durch soziale Kontakte

"Zahlreiche Studien haben bisher belegen können, dass durch gesteigerte kognitive Aktivität - also kulturelle oder soziale Aktivität sowie auch die Beschäftigung mit Naturwissenschaften - diese Fähigkeiten bis ins hohe Alter beibehalten werden können", erklärt auch Cordula Nitsch, Professorin für Neuroanatomie an der Universität Basel, im Gespräch mit dem Mediendienst Pressetext. Das gelte unter anderem auch für das Erlernen von Fremdsprachen. Um dem geistigen Alterungsprozess entgegenzuwirken sei es aber generell nötig, das Gehirn durch stete Beanspruchung und Training fit zu erhalten. "Dabei besteht wohl die beste Art und Weise die kognitiven Fähigkeiten zu schulen darin, einen großen Bekanntenkreis zu haben, mit dem man interessante und tiefgründige Gespräche führen kann."



- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus -
- Quelle: pressetext

Schriftgröße ändern:
  • groß
  • mittel
  • normal
Kostenloser Newsletter:
Abonnieren Sie hier die
E-Mail-Nachrichten von serviceseiten50plus!
Kostenloser Newsletter
Eingang zum Club50plus
Nutzername:
Passwort:

Passwort vergessen?

Hier kostenfrei Mitglied werden!