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Montag, 21. Mai 2012
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Mehr als jeder Fünfte leidet

Spaziergänge gegen den Herbst-Winter-Blues

Baum mit Herbstlaub vor blauem HimmelEine gedrückte Stimmung, Antriebslosigkeit, das Gefühl morgens nicht ausgeschlafen zu sein und Tagesmüdigkeit gelten als typische Symptome für eine "saisonal abhängige Depression", wenn sie regelmäßig jeden Herbst oder Winter wiederkehrt.

Ursache für dieses Phänomen ist vor allem der jahreszeitlich bedingte Lichtmangel. Gegen diese Herbst-Winter-Depression kann man aber einiges unternehmen.


Was gegen depressive Verstimmungen in der dunklen Jahreszeit hilft

"Mit Beginn der dunklen Jahreszeit sollte man auf eine ausreichende UV-Lichteinwirkung achten, um einer saisonalen Depressionvorzubeugen. Bereits ein einstündiger Aufenthalt oder Spaziergang im Tageslicht kann dem Phänomen spürbar entgegenwirken, auch wenn der Himmel bedeckt ist“, empfiehlt Dr. Frank Bergmann vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte. "Ergänzend können in Räumen spezielle Tageslichtlampen eingesetzt werden, die in ihrer spektralen Zusammensetzung natürlichem Sonnenlicht zumindest zum Teil entsprechen."

Wie sich Wetter und Jahreszeit auf die Stimmung der Deutschen auswirken, zeigt auch eine Forsa-Meinungsumfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse: Mehr als jeder fünfte Befragte (22 Prozent) gab an, im Herbst und Winter schlechterer Stimmung zu sein. Rund 17 Prozent antworteten, das Wetter schlage ihnen nur dann aufs Gemüt, wenn sie ohnehin gestresst seien. Immerhin jeder Zweite findet, seine Stimmung sei generell wetterunabhängig.

Wenn die Beschwerden das alltägliche Leben erheblich behindern

Beruhigend für alle, die darunter leiden: In der Regel hat der Herbst-Winter-Blues keinen Krankheitswert.

Bei mehr als 10 Prozent der Bevölkerung erreichen die Beschwerden jedoch ein Ausmaß, das zu deutlichen Einschränkungen nicht nur der emotionalen Befindlichkeit, sondern auch der Leistungsfähigkeit führt. "Bei einem hohen Leidensdruck sollte ein psychiatrisch tätiger Arzt - ein Nervenarzt oder ein Psychiater - aufgesucht werden. Dann muss auch abgeklärt werden, ob es sich nicht um eine echte Depression handelt", ergänzt der niedergelassene Nervenarzt. "Während für die saisonale Depression Heißhunger, Gewichtszunahme und ein verstärktes Schlafbedürfnis die typischen Symptome sind, leiden Menschen mit echten Depressionen meist unter Appetitlosigkeit und haben Schlafstörungen."

Bei saisonalen und leichteren Depressionen werden oftmals antidepressiv wirksame Johanniskraut-Präparate eingesetzt. "Für eine effektive Wirkung ist die richtige Dosierung des Medikamentes unerlässlich. Daher sollte auch dieses pflanzliche Arzneimittel stets unter ärztlicher Anleitung eingenommen werden", rät Dr. Bergmann. Daneben stehen weitere Antidepressiva und psychotherapeutische Verfahren zur Behandlung zur Verfügung. Bei der therapeutischen Entscheidung für oder gegen die Einnahme von Medikamenten wird dem Mediziner zufolge stets der Wunsch des Patienten berücksichtigt.

Übrigens sind Frauen laut der Forsa-Umfrage wetterfühliger als Männer: Mehr als jede vierte Befragte (26 Prozent) gab an, unter dem Herbst-Winter-Blues zu leiden, bei den Männern waren es nur 18 Prozent. Auch regional gibt es anscheinend große Unterschiede: Während gut 30 Prozent der Bayern angaben, dass ihnen die Witterung die Laune verhagelt, sind es in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland gerade einmal zwölf Prozent.



- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de -
- Quellen: psychiater-im-netz.de / TKK



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