Donnerstag, 18. Januar 2018
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Senioren benötigen gute Beratung und Training

Studie: Pedelecs nicht gefährlicher als Fahrräder

Pedelec-FahrerElektrisch unterstützte Fahrräder, sogenannte Pedelecs, sind im Straßenverkehr grundsätzlich nicht gefährlicher als Fahrräder. Das hat die Unfallforschung der Versicherer (UDV) herausgefunden. Sowohl Fahrer von Modellen bis 25 km/h als auch von S-Pedelecs bis 45 km/h kommen nicht vermehrt in kritische Verkehrssituationen. Für Senioren gelten einige Besonderheiten.

Die Unfallforscher haben in einer Studie die Mobilität, die Geschwindigkeit und die Risiken im Verkehrsalltag von Elektroradfahrern im Vergleich zu Fahrradfahrern untersucht und die Einschätzung der gefahrenen Geschwindigkeiten durch Autofahrer beobachtet. Außerdem haben sie die amtliche Verkehrsunfallstatistik analysiert.

Ältere Pedelec-Fahrer bevorzugen mäßiges Tempo

Für die im Juni 2015 veröffentlichte Fahrverhaltensstudie wurden Sensoren und Kameras an den Zweirädern von 90 Teilnehmern im Alter von 16 bis 83 Jahren installiert. Davon waren 31 Fahrradfahrer, 49 Pedelec-Fahrer und 10 S-Pedelec-Fahrer. Über einen Zeitraum von vier Wochen wurde das natürliche Fahrverhalten der Teilnehmer aufgezeichnet und hinterher ausgewertet.

Dabei stellte sich heraus, dass die Unterschiede in der Nutzung, in den gefahrenen Wegstrecken und bei den Geschwindigkeiten gering sind. Nutzer setzen die Motorunterstützung offenbar in erster Linie ein, um fahrradähnliche Geschwindigkeiten mit geringerem Aufwand zu erreichen. Das gilt besonders für ältere Radfahrer, deren Geschwindigkeiten deutlich unterdurchschnittlich waren.

Autofahrer unterschätzen Geschwindigkeit von Elektrofahrrädern

Im zweiten Teil des Projektes wurde untersucht, ob die Geschwindigkeiten von Elektrofahrrädern von Autofahrern richtig oder falsch eingeschätzt werden. Das Ergebnis: Tatsächlich unterschätzten die Pkw-Fahrer die Pedelec-Geschwindigkeit häufig, allerdings ohne dass dies die Sicherheit gefährdete.

Senioren fahren gefährlicher wegen mangelnder Kenntnisse

Bei der Analyse des Unfallgeschehens fiel auf, dass Pedelec-Unfälle mit Verletzten oder Getöteten überdurchschnittlich häufig außerhalb von Ortschaften passieren. Auch zählten die Experten im Vergleich zu den Fahrradfahrern deutlich mehr Alleinunfälle und Unfälle auf Gefällestrecken.

"Nicht das Pedelec ist das Problem, sondern die derzeit überwiegende Nutzergruppe", sagt UDV-Leiter Siegfried Brockmann. "Viele Senioren freuen sich über neu gewonnene Mobilität, haben dann aber Schwierigkeiten mit dem Handling des Pedelecs. Hier sind die Händler in einer besonderen Verantwortung, bei der Auswahl des optimalen Geräts sachkundig zu beraten und die Pedelec-Fahrer ausführlich einzuweisen." Die älteren Pedelec-Fahrer könnten auch selbst für mehr Sicherheit sorgen, indem sie Trainingsveranstaltungen besuchen, beispielsweise bei den Verkehrswachten.

Das sollte man beim Fahren von Pedelecs beachten:

  • Schon vor dem Kauf eines Pedelecs sollte man sich eingehend im Fachhandel beraten lassen und das geeignete Modell in jedem Fall Probe fahren. Ein gekauftes Elektrorad sollte auf jeden Fall über die private Haftpflichtversicherung versichert werden.

  • Vor der ersten Tour ein paar Übungsrunden drehen. Zur Eingewöhnung die niedrigste Unterstützungsstufe des Elektromotors wählen und sich dann langsam weiter vortasten.

  • Unbedingt mit den Bremsen vertraut machen. Moderne Hydraulikbremsen packen oft "schärfer" zu als bei konventionellen Fahrrädern.

  • Das Pedelec ist schwerer als ein normales Fahrrad. Das höhere Gewicht durch Motor und Akku macht sich vor allem beim Verladen und Treppensteigen bemerkbar.

  •  Vorausschauend fahren: Autofahrer und andere Radfahrer unterschätzen häufig die Geschwindigkeit und Beschleunigung von Pedelecs.

Sicherheit ist Trumpf - auch bei der Kleidung

Auch für Pedelec-Fahrer gilt: Fahrradhelme erhöhen die Sicherheit, daher sollte man nie ohne Schutzhelm unterwegs sein. Sinnvoll ist auch das Tragen von reflektierender Sicherheitskleidung oder Leuchtstreifen bei Fahrten in der Dunkelheit.



- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de -
- Quellen: UDV / ADAC / Bildmaterial: © ADAC

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