Donnerstag, 21. Juni 2018
Sie sind hier:  Themen-Fenster Geld + Vorsorge Erben + Vererben > Erbrecht - das Testament...
Klicken Sie auf einen der gewünschten Unterpunkte:

Ehegatten und Lebenspartner absichern

Erbrecht - das Testament oder der Erbvertrag für Paare

Paar 60plus beim SpaziergangWer seinen Partner liebt, möchte in der Regel auch, dass dieser etwas erbt oder gar Alleinerbe des gesamten Nachlasses wird. Um sicherzugehen, dass der Ehegatte oder Lebenspartner nach dem eigenen Tod gut versorgt ist, sollte man das in einem Testament oder Erbvertrag schriftlich regeln. Sonst gilt die gesetzliche Erbfolge. Dann erhält der Partner oft nicht so viel, wie man ihm gerne vererbt hätte - bei Unverheirateten kann es auch gar nichts sein.

Mehr als jeder fünfte Bürger in Deutschland (22 Prozent) will ein Erbe im Wert von mindestens 100.000 Euro hinterlassen. Doch über das, was mit ihrem Nachlass geschehen soll, machen sich viele kaum Gedanken - oft selbst dann nicht, wenn das Alter 50plus naht oder schon überschritten ist. Nur knapp ein Drittel hat bereits ein Testament aufgesetzt. Das hat eine Allensbach-Studie im Auftrag der Postbank* ergeben.

Bei "wilden Ehen" geht der überlebende Partner laut Erbrecht leer aus

Gerade für unverheiratete Paare kann das in Deutschland geltende Erbrecht fatal sein. Denn liegt nach dem Tod des Partners kein Testament oder Erbvertrag vor, greift die gesetzliche Erbfolge. Es erbt, wer im verwandtschaftlichen Verhältnis am nächsten zum Erblasser steht. An erster Stelle sind das Ehegatten und eingetragene Lebenspartner sowie leibliche und adoptierte Kinder. Unverheiratete fallen durch das Raster. Im schlimmsten Fall steht der Partner mit leeren Händen da. Um dies zu verhindern, empfiehlt sich die Regelung des Erbes durch einen Erbvertrag, in dem zum Beispiel der jeweils andere zum Alleinerben eingesetzt wird. Denn anders als Ehepaare dürfen Unverheiratete kein gemeinsames Testament aufsetzen.

Erbvertrag sinnvoll für Unverheiratete

Der Erbvertrag wird bei einem Notar geschlossen und bietet einen weiteren Vorteil: Im Erbvertrag kann der Verzicht der Kinder auf den Pflichtteil festgeschrieben werden. So umgeht man die Gefahr, dass nach dem Tod eines Partners etwa eine Immobilie verkauft werden muss, um Pflichtteilsansprüche auszahlen zu können.

Doch Achtung: Bei einer Trennung des Paares wird der Erbvertrag nicht automatisch unwirksam. Die Partner sollten deshalb darin regeln, dass sie im Falle einer Trennung vom Erbvertrag zurücktreten dürfen.

Das "Berliner Testament" für Ehegatten

Bei verheirateten Paaren ist das sogenannte "Berliner Testament" weit verbreitet. Laut Postbank Studie wählt jeder Zweite (50 Prozent), der ein Testament aufsetzt, diese Form. Dabei bestimmen beide Ehepartner den jeweils anderen als Alleinerben. Stirbt etwa der Ehemann, erbt die Ehefrau alles. Kinder und andere Erben erhalten ihren Anteil erst nach dem Tod der Ehefrau - vorausgesetzt, sie verzichten auf ihren Pflichtteil.

Dabei ist zu beachten, dass ein gemeinschaftliches Testament auch nur gemeinschaftlich geändert werden kann. Nach dem Ableben eines Partners ist der andere an die einmal getroffenen Regelungen gebunden. Durch eine Befreiungsklausel im Testament kann diese gesetzliche Einschränkung jedoch aufgehoben werden.

Übrigens: Gleichgeschlechtliche Paare, die eine "Eingetragene Lebenspartnerschaft" begründet haben, sind mit Ehepaaren im Erbrecht gleichgestellt.



- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de -
- Quelle und copyright Foto: Postbank / *Studienjahr 2012

Schriftgröße ändern:
  • groß
  • mittel
  • normal
Kostenloser Newsletter:
Abonnieren Sie hier die
E-Mail-Nachrichten von serviceseiten50plus!
Kostenloser Newsletter
Eingang zum Club50plus
Nutzername:
Passwort:

Passwort vergessen?

Hier kostenfrei Mitglied werden!