Sonntag, 21. Januar 2018
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Mehr Sicherheit beim Erben und Vererben

Seit 2012 bundesweites Testamentsregister

Das bundesweite Zentrale Testamentsregister bietet ab 2012 mehr Sicherheit und Schnelligkeit im Erbfall.Damit der letzte Wille zügiger und zuverlässiger umgesetzt wird, gibt es in Deutschland seit 1. Januar 2012 das Zentrale Testamentsregister (ZTR). In dem rein elektronisch geführten Register wird gespeichert, wo ein Testament verwahrt wird.

Bei jedem Sterbefall muss nun die Bundesnotarkammer, die das Register führt, dieses auf dort registrierte Testamente, Erbverträge und sonstige notarielle erbfolgerelevante Urkunden abfragen.


Das neue Zentrale Testamentsregister ermittelt im Todesfall, ob für den Verstorbenen ein Testament, ein Erbvertrag oder eine sonstige erbfolgerelevante Urkunde in amtlicher Verwahrung existiert. Das Ergebnis wird dem zuständigen Nachlassgericht mitgeteilt. Liegt eine Urkunde vor, so wird auch die verwahrende Stelle (also der Notar oder das Gericht) informiert, damit diese die Urkunde an das Nachlassgericht abliefern kann. Alle Benachrichtigungen im Sterbefall erfolgen in besonders gesicherter elektronischer Form. So sollen alle Beteiligten innerhalb eines Tages Bescheid wissen.

Vorteile des Testamentsregisters für Erblasser und Erben

Vor 2012 wurden die Informationen zwischen Verwahrstelle, Geburts- und Sterbefallstandesamt sowie Nachlassgericht postalisch übermittelt. Das bundesweite elektronische Testamentsregister soll diesen zeit- und fehleranfällige Informationsaustausch durch ein modernes System ablösen.

Zu den Vorteilen des neuen Testamentsregisters zählt, dass die Erben über die Verteilung des Nachlasses schneller Bescheid wissen und so Planungssicherheit erlangen. Gleichzeitig hat auch der Erblasser, der beispielsweise durch ein notarielles Testament seine Nachfolge geregelt hat, die Gewissheit, dass sein Testament tatsächlich gefunden und sein letzter Wille auch verwirklicht wird. In dem elektronischen Testamentsregister sind nur Angaben zur Person des Erblassers, der Ort der Verwahrung und die Art der Urkunde hinterlegt, nicht aber der Inhalt des Testaments. Das Register kann ausschließlich von Notaren und Gerichten in ihrer amtlichen Funktion abgefragt werden - zu Lebzeiten des Erblassers setzt dies zusätzlich dessen Einverständnis voraus.

Die Gebühr für die Registrierung beim Testamentsregister und die Abfragekosten im Sterbefall ist vom Erblasser beim Notar oder dem Amtsgericht zu entrichten. Sie beträgt einmalig 15 bis 18 Euro.

Bis 2016 bundesweite Komplettierung des Testamentsregisters

Damit das System für alle Testamentarten schnell den Nachweis führen kann, sollen noch bis zum Jahr 2016 alle 15 bis 20 Millionen bei den Standesämtern geführten Karteikarten mit diesbezüglichen Informationen digitalisiert werden. Unter anderem soll das elektronische Testamentsregister dadurch in Zukunft auch automatisch auf Vorurkunden - etwa vergessene Testamente - aufmerksam machen, die die Testierfreiheit eines Erblassers beschneiden könnten.

Wichtig für Erblasser zu wissen:
In das zentrale Testamentsregister werden Angaben zur Verwahrungen von sogenannten "erbfolgerelevanten Urkunden" aufgenommen. Das sind Testamente, Erbverträge und alle Urkunden mit Erklärungen, die die Erbfolge beeinflussen können. Dazu gehören beispielsweise auch Erbverzichtsverträge. Erfasst werden aber nur Urkunden, die notariell beurkundet oder in amtliche Verwahrung genommen wurden. Privat verwahrte eigenhändige Testamente müssen nicht registriert werden. Jeder kann sein Testament also auch weiterhin zu Hause aufbewahren.



- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de -
- Quellen: Testamentsregister / Bundesnotarkammer, heise online, finanztip, Wikipedia

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