Sonntag, 19. November 2017
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Erbschaftssteuer

Wie man Immobilien möglichst steuergünstig vererbt

100-Euro-ScheineGerade bei großen Vermögensgegenständen wie Immobilien kann es sinnvoll sein, sich bereits im Vorfeld über die aktuelle Gesetzeslage zu informieren und Vorkehrungen zu treffen, um spätere Streitigkeiten oder Wertverluste zu vermeiden. Einige Expertenhinweise zeigen, was für Erblasser und Erben von Immobilien hinsichtlich der Erbschaftssteuer bedenkenswert ist.

Die aktuelle Regelung zur Erbschaftssteuer wurde im Dezember 2014 vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe gekippt. Bisher werden Erben von Unternehmen unter bestimmten Auflagen komplett von der Steuer befreit. Hingegen wird bei privaten Erben bereits versteuertes Vermögen nochmals belastet. Bei einem Gesamtimmobilienbestand von 240 Milliarden Euro stehen somit jährlich lediglich rund 4,6 Milliarden Euro Steuereinnahmen (weniger als 2%) gegenüber 40 Milliarden Euro Steuerbefreiung. Nun haben die Verfassungsrichter einige Teile der Verschonungsregeln für Firmenerben für verfassungswidrig erklärt und den Gesetzgeber dazu angehalten, bis 30. Juni 2016 das Steuerrecht zur Erbschaftssteuer so zu reformieren, dass diese Ungleichbehandlung weitestgehend ausgeräumt wird. Kleinere und mittlere Familienunternehmen sollen jedoch auch in Zukunft von der Erbschaftssteuer vollständig befreit werden. Bis zur geforderten Neuregelung im Juni 2016 dürfen die zu reformierenden Vorschriften in ihrer noch bestehenden Form weiter angewendet werden.
 

Ratschläge für Privatpersonen zur Erbschaftssteuer auf Immobilien

Worauf Privatpersonen beim Vererben und Erben von Immobilien nach geltendem Recht achten sollten, erläutert das Baufinanzierungsportal Baufi24.de in einem kurzen Überblick:
 

Immobilienerbe über Testament regeln

Ohne eine testamentarische Vereinbarung müssen sich die Erben selbst einigen. Ein rechtzeitig verfasstes Testament kann diese Situation für alle Beteiligten unmissverständlich regeln. Nicht selten geht Immobilienvermögen verloren, wenn die Erben keine Übereinkunft finden können oder aber aufgrund der hohen Steuerbelastungen ein Verkauf unumgänglich ist.

Erbschaftssteuerlast für Immobilienerben

Wie hoch die Steuerlast für jedes Familienmitglied ist, hängt unter anderem vom Verwandtschaftsgrad ab. Je näher der Erbe mit dem Verstorbenen verwandt ist, desto niedriger ist der Erbschaftssteuersatz. Ehegatten und Kinder gehören in die Steuerklasse I, in der die Erbschaftssteuer sieben bis 30 Prozent beträgt. Für Geschwister fallen 15 bis 43 Prozent an, Nicht-Verwandte zahlen bis zu 50 Prozent Erbschaftssteuer.

Das Finanzamt räumt allerdings jedem Erben einen Freibetrag ein. Erst wenn dieser überschritten wird, werden Steuern fällig. Auch hier wird nach dem Verwandtschaftsgrad unterschieden. Als Ehegatte liegt der Freibetrag aktuell bei 500.000 Euro. Kinder, Stiefkinder und Enkelkinder können 400.000 Euro steuerfrei erben. Leben die Eltern der Enkel noch, erhalten sie einen Freibetrag von 200.000 Euro. Dann nehmen die Freibeträge je nach Erbschaftssteuerklasse weiter ab. Für Lebensgefährten, Geschwister, weiter entfernte Verwandte und Bekannte beträgt der Freibetrag beispielsweise nur noch 20.000 Euro.

Schenkung - Übertragung zu Lebzeiten

Neben dem klassischen Testament ist eine Übertragung des Immobilienvermögens zu Lebzeiten zu einer beliebten Alternative geworden. Hierbei wird die eigene Immobilie schon vor dem Tod mittels einer Schenkung auf eine gewünschte Person übertragen. Auch hier gelten die Freibeträge. Nur Werte oberhalb des Freibetrags müssen durch den Beschenkten versteuert werden.

"Dabei werden alle Zuwendungen aus Schenkungen und Erbschaften in einem Zeitraum von 10 Jahren zusammengerechnet. Liegen mehr als 10 Jahre zwischen zwei Ereignissen, steht dem Beschenkten der komplette Freibetrag erneut zu.", erläutert Stephan Scharfenorth, Geschäftsführer des Baufinanzierungsportals.

Nießbrauch für eine Immobilie vereinbaren

Personen, die ihre Immobilie auch nach einer Schenkung noch selbst nutzen möchten, können dies über eine Nießbrauch-Regelung vereinbaren. Dabei schenkt der Eigentümer seine Immobile dem Kind oder Enkel und erhält dafür im Gegenzug ein lebenslanges Wohn- und Nutzungsrecht, oder - bei Vermietung - die daraus resultierenden Mieteinnahmen. Diese Vereinbarungen werden im Grundbuch eingetragen. Erst nach dem Tod des Vererbenden kann der Erbe im eigenen Ermessen über die Immobilie verfügen.

Verheiratete Paare werden steuerlich begünstigt

Beim Thema Erben sind Eheleute deutlich im Vorteil. Ehegatten sind laut Gesetz die direkten Erben und haben mit Blick auf die Erbschaftssteuer höhere Freibeträge. Unverheiratete Lebenspartner sind grundsätzlich vom Erbe ausgeschlossen, wenn kein Testament vorliegt.

Auch hinsichtlich der Erbschaftssteuer birgt ein fehlender Trauschein klare Nachteile. So liegt der Freibetrag, bis zu dem die Erbschaft steuerfrei bleibt, für einen Ehegatten bei 500.000 Euro. Unverheiratete Partner haben hingegen nur einen Freibetrag von 20.000 Euro.

Steuerfreies Vererben selbst genutzter Immobilien

Selbst genutzter Wohnraum, der sich in Deutschland, der EU oder einem dem Europäischen Wirtschaftsraum zugehörigen Land befindet, kann bei Erfüllung bestimmter Bedingungen steuerfrei vererbt werden. Dies gilt vorrangig für Ehegatten und eingetragene Lebenspartner, aber auch für Kinder und Enkel, wenn sich in der zu vererbenden Immobilie eine eigengenutzte Wohnung als Familienheim befindet.

Tipp

Zu allen Möglichkeiten des Vererbens empfiehlt sich in jedem Fall die frühzeitige Beratung durch einen Notar oder Anwalt. Diese Experten sorgen für juristisch klar geregelte Verhältnisse und helfen, Konflikte unter Erben bereits im Vorfeld zu vermeiden.

 

- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de -
- Quellen: Baufi24 GmbH / Sparkasse Neuss / Finanzen.net / Wikipedia
  (alle Sachstand Januar 2015)

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