Sonntag, 20. April 2014
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Einkommensteuererklärung für 2012

Rentner: Wer Steuern zahlen muss und wer nicht

Euro-ScheineSeit 2005 ist die Besteuerung gesetzlicher Renten neu geregelt. Für den zu besteuernden Rentenanteil gelten dabei Staffelungen von 50 bis 100 Prozent der Brutto-Rente je nach Jahr des Rentenbeginns. Wer beispielsweise im Jahr 2012 erstmals eine gesetzliche Rente bezogen hat, muss 64 Prozent der Bruttorente versteuern, wer später in Rente geht, zahlt mehr. Was viele nicht wissen: Rentenerhöhungen werden immer zu 100 Prozent besteuert.

Eine Jahressteuer-Tabelle mit Zahlen des Bundesfinanzministerums zeigt, ob man als Rentner steuerpflichtig ist oder nicht.


Bundesweit werten die Finanzämter nach und nach die Rentendaten bisher noch nicht dort geführter Rentner aus. Im Laufe der Jahre 2012 und 2013 werden dann diejenigen angeschrieben, bei denen die Finanzverwaltung mit einer Steuernachzahlung rechnen kann. Für viele Rentner stellt sich angesichts dieser Kontrollen die Frage, ob sie eine Einkommensteuererklärung beim Finanzamt abgeben müssen.

Gesetzliche Regelungen zu Besteuerung von Renten

Die seit 2005 geltende Neuregelung der Besteuerung von Renten aus gesetzlichen Versicherungen (Altersrente, Erwerbsunfähigkeitsrente oder Witwenrente bzw. Witwerrente) gilt wie folgt:

Der Besteuerungsanteil für gesetzliche Renten mit Rentenbeginn bis einschließlich 2005 beträgt 50 Prozent der Bruttorente. Bei einem späterem Rentenbeginn steigt dieser Prozentsatz von 2006 bis 2020 jährlich um zwei Prozent an, danach um je einen Prozentpunkt, bis zur vollen Versteuerung ab dem Jahr 2040. Für Neurentner des Jahres 2013 liegt der Steuersatz dementsprechend bei 66 Prozent; das heißt, bei einer gesetzlichen Rente von 1.000 Euro sind 660 Euro steuerpflichtig. Dabei gilt der einmal festgelegte Besteuerungsanteil für die gesamte restliche Laufzeit der Rente. - Anders ist es bei Rentenerhöhungen: Diese werden immer grundsätzlich zu 100 Prozent besteuert.

Die wichtige Konsequenz für Rentenbezieher: Durch die jährliche Erhöhung des steuerpflichtigen Rentenanteils und auch durch Rentenerhöhungen sind immer mehr Rentner zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet.

Richtwerte für Steuerfreiheit bei gesetzlichem Rentenbezug

Wer neben der gesetzlichen Rente keine weiteren Einnahmen erzielt, bleibt in der Regel bis zu bestimmten Jahresobergrenzen steuerfrei, da vom Einkommensbrutto auch immer Freibträge abgezogen werden. Dabei kann man sich an der nachfolgenden Tabelle mit Zahlen des Bundesfinanzministeriums (Rententabelle 2013 - Rentenbesteuerung) orientieren:

Liegt die Jahresbruttorente bezogen auf den dort angegebenen Rentenbeginn unter dem angegebenen Wert, bleibt die Rente steuerfrei und es muss keine Einkommensteuererklärung abgegeben werden. Für Ehepaare gilt der doppelte Betrag.

Hat ein Rentner beispielsweise 2007 das erste Mal eine gesetzliche Rente bezogen und im Jahr 2012 eine Bruttorente von 18.000 Euro erhalten, besteht jedoch Abgabepflicht.


Rentenbeginn      

Steuersatz auf die gesetzliche Rente

Obergrenze Steuerfreiheit
bei gesetzlicher Jahresrente

Jahr 

Prozent

Bruttorente (Alleinstehende)

bis 2005

    50

19.033    EUR

2006

    52

18.255    EUR

2007

    54

17.537    EUR

2008

    56

16.950    EUR

2009

    58

16.467    EUR

2010

    60

16.211    EUR

2011

    62

15.618    EUR

2012

    64

15.162    EUR

2013

    66

14.830    EUR

2014

    68

ab 2014 weiter in ähnlichen Schritten wie oben

Steuererklärung kann auch bei Unterschreitung der Freigrenze lohnen

"Für Rentner, die unter den angegebenen Werten bleiben, kann sich trotzdem die Abgabe einer Steuererklärung lohnen", erklärt Jörg Strötzel, Vorsitzender des Lohnsteuerhilfevereins Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. (VLH). "Denn wer zum Beispiel auf Spareinlagen Abgeltungsteuer gezahlt hat, kann diese teilweise oder in voller Höhe vom Finanzamt zurückerstattet bekommen - sofern die Höhe auf der von der Bank ausgestellten Steuerbescheinigung ersichtlich ist."

Bei manchen Rentnern immer Pflicht zur Einkommensteuererklärung

Ist die Jahresbruttorente höher, der Ehepartner noch berufstätig oder liegen andere Einkünfte wie beispielweise aus Vermietung oder Verpachtung vor, muss immer eine Steuererklärung eingereicht werden.

Verspätungszuschläge kosten unnötig Geld

Die VLH empfiehlt allen erklärungspflichtigen Rentnern, eine Einkommensteuererklärung abzugeben. Bei Nichtabgabe kann das Finanzamt die Besteuerungsgrundlage schätzen und auf die so festgesetzte Steuer einen Verspätungszuschlag fordern. Dies muss aber nicht sein. Wer als Rentenbezieher nicht genau weiß, ob er steuerpflichtig ist oder auch, wer eine Steuererklärung abgeben muss, sollte sich bei Fragen beraten lassen. Auskünfte und Beratung gibt es beim zuständigen Finanzamt, bei Steuerberatern oder auch bei Lohnsteuerhilfe-Vereinen.



- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de -
- Quellen: VLH  / Bundesministerium der Finanzen

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