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Montag, 21. Mai 2012
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Broschüre klärt Ältere und Angehörige auf

Dreister Geldbetrug an Senioren - der Enkeltrick

Seniorin an ihrer Wohnungtür"Rate mal, wer gerade anruft ...", so harmlos kann eine besonders dreiste Betrugsmasche beginnen, der sogenannte Enkeltrick. Dahinter stecken kriminelle Banden, die gezielt Senioren anrufen, sich als Verwandte ausgeben und Geld fordern. Glückt der Enkeltrick, ist oft das gesamte, über Jahrzehnte angesparte Vermögen weg.

Laut Polizeiangaben hat diese Form des Betrugs an Senioren im Laufe der vergangenen Jahre wieder deutlich zugenommen. Um ältere Menschen und ihre Angehörigen aufzuklären und für dieses Thema zu sensibilisieren, informieren die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes und die Postbank mit einer gemeinsamen Broschüre.


Zieht immer wieder bei Senioren: Die Masche mit dem Telefonanruf

Der Enkeltrick beginnt immer mit einem Telefongespräch und endet im schlimmsten Fall damit, dass ältere Menschen um ihre gesamten Ersparnisse gebracht werden: Am Telefon geben sich die Betrüger als Verwandte - etwa als Enkelkinder, Nichten oder Neffen - aus und bitten um schnelle finanzielle Hilfe. Bekommen sie den Senioren so weit, dass er ihnen sein Erspartes überlassen will, kann meist nur noch ein Bankmitarbeiter den Betrug verhindern.

Eine schwierige Situation für Bankangestellte - denn schließlich soll nicht jeder ältere Kunde, der eine größere Summe abheben oder überweisen will, gleich als Betrugsopfer eingeschätzt werden. Angebracht ist jedoch eine gesunde Skepsis: In Sachsen wurde zum Beispiel ein Bankmitarbeiter aufmerksam, als eine 89-jährige Frau einen vierstelligen Betrag von ihrem Konto ins Ausland überweisen wollte. Er hielt die Seniorin von der Überweisung ab und informierte die Polizei. Es stellte sich heraus, dass die alte Dame von einer unbekannten Frau angerufen worden war, die sie dazu überredet hatte, den Geldbetrag zu überweisen.

Durchschnittliche Beute: 11.500 Euro pro Enkeltrick-Betrugsfall 

So viel wie bei einem durchschnittlichen Bankraub, nämlich statistisch gesehen etwa 11.500 Euro, erbeuten Betrüger mit dem Enkeltrick pro Opfer. Ihr Vorgehen: Sie durchforsten Telefonbücher gezielt nach altmodisch klingenden Vornamen und rufen die vermeintlichen Senioren an. "Bevorzugt suchen die Täter ihre Ziele in Großstädten. Hier sind die Familienbeziehungen oftmals lockerer als in kleinen Gemeinden, und viele ältere Menschen leben allein", erläutert Anja Maultzsch, Expertin der Postbank.

Im Gespräch geben sich die Betrüger vertraut und duzen ihr Gegenüber - sie wollen als Verwandter erkannt werden. Hat das Opfer angebissen, täuschen sie vor, sich in einer finanziellen Notsituation zu befinden, und bitten um schnelle Hilfe. Ohne Umschweife fragen sie nach Geld auf dem Sparbuch, auf dem Girokonto und unter dem Kopfkissen. Sollte der Angerufene die Unterstützung verweigern, werde das katastrophale Folgen für den "Enkel" haben - oder aber der falsche Verwandte droht, den Kontakt abzubrechen. Willigt das Opfer ein, geben die Betrüger vor, persönlich verhindert zu sein, und schicken einen Boten, der das Geld für sie abholt.

"Bei einem geglückten Enkeltrick ist oftmals das gesamte über Jahrzehnte angesparte Vermögen - Rücklagen für das Altersheim oder die Kinder – auf einen Schlag weg“, sagt Anja Maultzsch. Und die Fallzahlen steigen: Frank Scheulen vom Landeskriminalamt in Düsseldorf schätzt, dass Enkeltrick-Betrügereien von 2009 bis 2010 allein in Nordrhein-Westfalen um rund 60 Prozent gestiegen sind. Hinter dem Enkeltrick stecken nicht etwa Einzeltäter, sondern organisierte Banden.

Wesentliche Verhaltenstipps für Senioren

Die Polizei rät älteren Menschen rät älteren Menschen zu Vorsicht und schnellem Handeln:

  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen.

  • Geben Sie keine Einzelheiten zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.

  • Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.

  • Halten Sie nach einem Anruf, der finanzielle Unterstützung fordert, mit vertrauten Personen und Familienangehörigen Rücksprache.

  • Informieren Sie unter der Notrufnummer 110 sofort die Polizei, wenn Ihnen eine Kontaktaufnahme verdächtig vorkommt.


Für Senioren und Angehörige: Aufklärungsbroschüre zum Enkeltrick 

Zur Prävention setzt die Polizei auf die Kooperation mit den Banken. Durch eine Sensibilisierung der Bankangestellten können Enkeltrick-Delikte frühzeitig erkannt und verhindert werden. "Nicht nur die älteren Menschen selbst, sondern auch ihr soziales Umfeld wie Familie, Betreuer und insbesondere Bankangestellte sollten mit diesem Thema immer wieder konfrontiert und mit den neuesten Erkenntnissen über die Vorgehensweise der Täter vertraut gemacht werden", erklärt dazu Postbank Expertin Anja Maultzsch.

E
ine aktuelle Aufklärungsbroschüre zum Enkeltrick, herausgegeben von der Postbank in Zusammenarbeit mit der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder, gibt viele Hinweise, wie sich ältere Menschen besser schützen und wie auch Angehörige helfen können. Die kostenlose Broschüre für Senioren und Menschen in deren sozialem Umfeld liegt derzeit (Sachstand Januar 2012) in allen Postbank-Filialen aus.

Eine PDF-Version der Enkeltrick-Broschüre zum Lesen, Ausdrucken oder auf den eigenen PC speichern bieten wir Ihnen auch hier auf serviceseiten50plus an:

PDF Enkeltrick-Broschüre


Enkeltrick-Broschüre - zum Öffnen hier klicken!





- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de -  
- Quelle und Foto: Postbank


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