Mittwoch, 22. November 2017
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Geld - Gegenstände - Zeit

Wie Spenden von der Steuer abgesetzt werden

MenschenOb geschenkte Zeit durch Hausaufgabenhilfe, Dinge wie Kinderkleidung, Küchenmöbel, Computertechnik oder bares Geld: Wer Bedürftige in Deutschland und der Welt unterstützt, kann seine Spende von der Steuer absetzen. Dabei ist folgende Regelung neu: Der Nachweis für eine Geldspende kann jetzt - und noch bis mindestens Ende 2016 - vom Spender selbst eingeholt werden.

Gutes tun lohnt doppelt: In erster Linie nützt es denjenigen, die unterstützt werden, und zweitens kann derjenige, der spendet, einiges von der Steuer absetzen. Was viele Gebende nicht wissen: Auch Gegenstände oder investierte Freizeit können abgesetzt werden.

Der Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. erklärt die verschiedenen Spendenvarianten und ihre steuerliche Behandlung:

Die Geldspende - der Klassiker unter den Spenden

Das ist neu: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will es für Bürger und Verbände leichter machen, Flüchtlinge mit einer Geldspende zu unterstützen. Als steuerlich absetzbarer Spendennachweis genüge vom 1. August 2015 bis Ende 2016 ein eigener Bareinzahlungsbeleg, Kontoauszug oder PC-Ausdruck beim Online-Banking. Dies teilte das Bundesfinanzministerium (BMF) in seinem Schreiben "Steuerliche Maßnahmen zur Förderung der Hilfe für Flüchtlinge" vom 22. September 2015 mit.

Der neue, vereinfachte Spendennachweis gilt grundsätzlich für Geldspenden, die an eine gemeinnützige Organisation gehen, zum Beispiel Vereine, Kirchen, Universitäten oder staatliche Museen. Dem BMF-Schreiben zufolge können künftig auch Privatpersonen oder andere nicht steuerbegünstigte Spendensammler, die Spendenkonten für Flüchtlingshilfe eingerichtet haben, unter bestimmten Bedingungen diese Zuwendungen steuerlich absetzen. Nämlich dann, wenn das Spendenkonto als Treuhandkonto geführt wird und die Zuwendungen anschließend an eine steuerbefreite Organisation zur Förderung der Hilfe für Flüchtlinge weitergeleitet werden.

Die alte Regelung:
Bislang konnte ein vereinfachter Spendennachweis nur bei Geldspenden bis zu 200 Euro genutzt werden. Ansonsten benötigte jeder Geldspender eine Spendenquittung der begünstigten Institution, die er im Original der Steuererklärung beilegen musste. Erst dann konnte er den Spendenbetrag im Mantelbogen auf Seite 2 als Sonderausgabe eintragen.

Die Sachspende - von der Babykleidung bis zum Elektrogerät

Zu den typischen Beispielen für eine Sachspende gehören Kleidung, Schulranzen, Rucksäcke, Handys, Spielsachen oder auch Hygiene-Artikel.

Unter folgenden Voraussetzungen lassen sich Sachspenden als Sonderausgabe von der Steuer absetzen:

  • Zunächst muss der Spender den Wert seiner Sachspende ermitteln.      Sachspenden werden mit dem sogenannten gemeinen Wert bewertet. Das ist der Preis, den ein Käufer für den Gegenstand bezahlt hat. Ist der Gegenstand neu, ist die Bewertung einfach: Der Wert des Gegenstands steht auf der Rechnung. Ist der Gegenstand gebraucht, muss der Spender den Marktwert schätzen. Hilfreich ist in vielen Fällen ein Vergleich ähnlicher Gegenstände in Kleinanzeigen.

  • Wer eine Sachspende von der Steuer absetzen will, benötigt dafür eine Zuwendungsbestätigung. Dieser Nachweis muss vom Spendenempfänger - also der gemeinnützigen Organisation - ausgestellt sein und folgende Informationen enthalten: Die genaue Bezeichnung des gespendeten Gegenstandes, Alter, Zustand und ursprünglicher Kaufpreis sowie aktuell geschätzter Wert der Sachspende und schließlich das Datum, an dem der Gegenstand gespendet wurde.

Werden gleich mehrere Gegenstände gespendet, zum Beispiel einen Satz Trikots und Fußbälle, darf dafür kein pauschaler Preis angegeben werden. Stattdessen sollte eine Liste angelegt werden mit der genauen Bezeichnung jedes Gegenstandes sowie Kaufdatum und -preis, Zustand und Marktwert. In der Zuwendungsbestätigung kann zwar ein Gesamtpreis angegeben werden, die Einzelaufstellung muss aber als Anlage dazu geheftet werden.

Der Wert der Sachspende zählt zu den Sonderausgaben und wird, wie die Geldspende, im Mantelbogen auf Seite zwei der Steuererklärung eingetragen.

Die Vergütungsspende - seine Arbeitszeit schenken

Sprachunterricht geben, Hausaufgaben betreuen, Jugendliche im Fußball trainieren oder Ausflüge organisieren: Wer sich in einem Verein engagiert, kann die geschenkte Arbeitszeit von der Steuer absetzen.

Folgende Voraussetzung muss für die steuerliche Berücksichtigung erfüllt sein:

  • Der ehrenamtliche Helfer hat im Vorfeld schriftlich mit der Organisation eine angemessene Vergütung vereinbart und verzichtet im Anschluss an die ehrenamtliche Tätigkeit bedingungslos auf das Geld. Dann erhält er eine Zuwendungsbestätigung und kann den Betrag als Sonderausgabe im Mantelbogen eintragen.



- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de -

- Quelle: Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V.

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