Genetisch vorgrogrammiert
Langschläfer benötigen deutlich mehr Schlaf
Der Durchschnitts-Mensch verbringt etwa ein Drittel seines Lebens mit Schlaf. Wer weniger Schlaf benötigt, wird dafür von seiner Umgebung in der Regel bewundert. Diejenigen, die für das Ausschlafen ständig mehr Zeit brauchen, müssen sich jedoch immer wieder rechtfertigen.
Forscher der Universitäten Edinburgh und München liefern jetzt eine Erklärung für das erhöhte Schlafbedürfnis: Die Vorliebe für langes Schlafen ist zumindest teilweise genetisch bedingt.
Ein berühmtes Langschläfer-Beispiel: Albert Einstein.
Jeder fünfte Europäer braucht mehr Schlaf
Um genetische Ursachen für das Schlafbedürfnis zu erforschen, analysierte ein gemeinsames Forscherteam beider Universitäten die Daten von mehr als 30.000 Menschen in ganz Europa. Dabei zeigte sich, dass jene, die über das Gen ABCC9 verfügten, rund 30 Minuten mehr Schlaf pro Nacht brauchten. Rund 20 Prozent der Europäer - also eine von fünf Personen - tragen dieses Gen laut den im November 2011 in der Fachzeitschrift Molecular Psychiatry veröffentlichten Studienergebnissen in sich.
Im Verlauf der Studie lieferten alle Teilnehmer Berichte darüber ab, wie lange sie geschlafen hatten und stellten eine Blutprobe für die DNA-Analyse zur Verfügung. An der Studie nahmen Menschen von den Orkneyinseln, aus Kroatien, den Niederlanden, Italien, Estland und Deutschland teil. Alle wurden nach ihren Schlafgewohnheiten an ihren freien Tagen gefragt, also an Tagen, an denen sie nicht zu einer bestimmten Zeit aufstehen mussten, Schlaftabletten einnahmen oder Schichtdienst hatten.
Langschläfer besitzen eine bestimmte Gen-Variante
In einem nächsten Schritt verglichen die Wissenschaftler diese Zahlen mit den Ergebnissen der genetischen Analyse. Es zeigte sich, dass Teilnehmer mit einer Variation des Gens ABCC9 mehr als die durchschnittlichen acht Stunden Schlaf brauchten. Fruchtfliegen verfügen ebenfalls zum Teil über dieses Gen. Fruchtfliegen, die es nicht haben, schliefen drei Stunden weniger als normal. ABCC9 spielt bei der Messung der Energiewerte in den Zellen eine wichtige Rolle. Die Wissenschaftler hoffen, dass damit ein neuer Ansatz für die Schlafforschung gefunden ist. Sie wollen jetzt herausfinden, wie genau diese Genvariante die Länge des benötigten Schlafes beeinflusst, berichtet die BBC.
Ein berühmter Langschläfer: Einstein brauchte elf Stunden
Wie unterschiedlich das Schlafbedürfnis von Mensch sein kann, sieht man auch bei zwei prominente Beispielen: Die britische Premier-Ministerin Margaret Thatcher kam mit vier Stunden pro Nacht aus, der Wissenschaftler Albert Einstein brauchte elf - also fast das Dreifache.
- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de -
- Quellen: pressetext.de / nature.com + Molecular Psychiatry




