Donnerstag, 30. Juni 2016
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Erfolgreicher Nachwuchs

Neuer Trend: Die Rückkehr des Tante-Emma-Ladens

Sebastian Diehl und Benjamin Brüser Die Bimmel an der Tür, die alte Waage auf der Verkaufstheke, die Einkäufe in Papiertüten verpackt. Das waren einst die Markenzeichen eines Tante-Emma-Ladens. Was angesichts des Siegeszugs von Discountern und Großmärkten ausgestorben schien, kommt nun wieder, berichtet die Landzeitschrift daheim in Deutschland. Es gibt ihn, den neuen Trend zum Krämerladen im Stadtviertel oder Dorf - und er scheint zu funktionieren.

In den 1970er-Jahren gab es nur noch rund 125.000 Krämerläden in Deutschland, jetzt kehren sie zurück. Und mit ihnen engagierte Jungunternehmer aller Altersklassen, die ihren Tante-Emma-Laden mit Liebe zu alten Traditionen kombiniert mit neuen Ideen betreiben.

Emmas Enkel verwirklichen Jugendtraum in Düsseldorf

"Wir überwinden hier einen Generationenkonflikt", sagt Benjamin Brüser, der seit eineinhalb Jahren mit seinem Partner Sebastian Diehl in der Düsseldorfer Innenstadt mit großem Erfolg einen Tante-Emma-Laden betreibt. Als Kinder hatten die beiden im Sauerland noch solche Läden erlebt, nun haben der Architekt und der Betriebswirtschaftler sich mit ihrem eigenen Laden einen Jugendtraum erfüllt. Ob Kernseife oder Marmelade, ob Kaffee oder Bananen, ob frisches Obst oder Gemüse: Der Gemischtwarenladen mit dem Namen "Emmas Enkel" bietet 500 verschiedene Produkte im Verkaufsraum, im Lager sind es um die 3.000. Im Sortiment findet man auch etliche Produkte mit Kultcharakter, etwa Kaba Kakao oder Pulmoll Hustenbonbons.

Was für den Erfolg mindestens genauso wichtig ist, ist der Slogan "Zeitlos einkaufen", mit dem die umtriebigen Nachwuchskrämer werben. Wer werktags von 8 bis 22 Uhr seinen Einkaufszettel abgibt, kann sich in der "Guten Stube", einer gemütlichen Sitzecke mit Holztischen, Kronleuchter und Musik aus Großmutters Radio entspannt zurücklehnen bis ihm sein Einkauf übergeben wird - natürlich stilgerecht in Papiertüten verpackt. Zum Versüßen der Wartezeit im Laden-Wohnzimmer werden Kaffee, Kuchen, Brötchen und kostenlose WLAN-Nutzung angeboten.

Anders als es Tante Emma früher möglich war, verkaufen die beiden Jungunternehmer mit den pfiffigen Ideen ihre Ware auch über den eigenen Tante-Emma-Internetshop. Traditionelle Werte, wie sie früher in kleinen Krämerläden gepflegt wurden, werden so mit modernen Ansätzen und neuen Medien verknüpft. Neben einzelnen Produkten bietet www.emmas-enkel.de beispielsweise die Online-Bestellung kompletter Einkaufskörbe für verschiedene alltägliche und besondere Anlässe an - wie Frühstück, Abendbrot, Hausputz, den Männer- oder Frauenabend.

Erfolgreiche Wiederbelebung von Tante Emma auch auf dem Land

Eine ähnliche Initiative die der beiden Düsseldorfer gibt es in Suderburg-Hösseringen in der Lüneburger Heide, wo Mila Schrader seit 2004 einen Tante-Emma-Laden betreibt. Ihr Entschluss war gefallen, nachdem in der 400-Einwohner-Gemeinde erst die Bank, dann der Bäcker, danach der Kaufmann und schließlich auch die Post zugemacht hatten. "Die Leute hatten keine Anlaufstelle mehr, ich merkte, wie ein Stück Dorfkultur einfach zugrunde ging", sagt die Diplomvolkswirtin. Ihre Entscheidung, für den Tante-Emma-Laden das Erdgeschoss der alten Dorfschule von 1937 in einen Laden mit Cafe umzubauen, hat sie bis heute nicht bereut. Die 68-Jährige hat inzwischen ein Buch über ihre Erfahrungen geschrieben. Der Titel "Tante-Emma-Laden: Kindertraum und Alltagsleben."


- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus -
- Quellen: Landzeitschrift daheim in Deutschland (Ausgabe Feb./März 2013)
               Emmas Enkel © Foto: Diehl & Brüser Handelskonzepte GmbH

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