Freitag, 24. November 2017
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Frauen sehen sich älter als Männer

Senioren fühlen sich 13 Jahre jünger als ihr Lebensalter

Frau 50plus im SpiegelMenschen über 70 Jahre fühlen sich durchschnittlich 13 Jahre jünger als es ihren Lebensjahren entspricht. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Studie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin und der Universität Michigan.

Analysiert wurden die Veränderungen der Selbstwahrnehmung des Alters sowie der Alterszufriedenheit über die Zeit.

Grundlage für die Studie sind Daten der "Berliner Altersstudie", eine 1990 begonnene und immer noch andauernde Langzeituntersuchung verschiedener Aspekte der Lebenssituation von Menschen im Alter von 70 bis über 100 Jahren.

Die von drei Psychologinnen im Verlauf eines sechsjährigen Beobachtungszeitraums durchgeführte Studie der Selbstwahrnehmung und Alterzufriedenheit zeigt: Während sich das reine Gefühl, 13 Jahre jünger zu sein, im Verlauf dieser Jahre nicht veränderte, nahm die Differenz der Selbsteinschätzung zwischen dem tatsächlichen Lebensalter und dem beim Blick in den Spiegel wahrgenommenen Alter sowie der Grad der Zufriedenheit der Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer im Laufe der Zeit jedoch ab.

Gefühl, 13 Jahre jünger zu sein, hält bis ins hohe Alter an

Dass sich ältere Menschen in der Regel jünger fühlen, als es ihrem Lebensalter entspricht, konnte bereits in mehreren Studien aufgezeigt werden. Aber verändert sich die Alterseinschätzung im Laufe der Zeit? Und welche Faktoren können das gefühlte Alter beeinflussen? Zur Beantwortung dieser Fragen werteten die Psychologinnen über einen Zeitraum von sechs Jahren diesbezügliche Untersuchungsdaten von 516 Berliner Frauen und Männern im Alter von 70 bis 104 Jahren aus, die an der Berliner Altersstudie teilnahmen.

"Die Studienteilnehmer fühlten sich durchschnittlich 13 Jahre jünger als es ihrem Lebensalter entspricht. Das Überraschende für uns war, dass sich an dieser Einschätzung im Laufe des sechsjährigen Beobachtungszeitraums so gut wie nichts änderte", erläutert Anna Kleinspehn-Ammerlahn, eine der Studienleiterinnen. Die nähere Untersuchung zeigte allerdings Unterschiede zwischen Personen unterschiedlichen Alters: So wurde beobachtet, dass ältere Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer über die Zeit sogar ein vergleichsweise noch jüngeres gefühltes Alter berichteten als die Jüngeren. Die Veränderung des gefühlten Alters war aber nicht nur vom Lebensalter, sondern außerdem vom Gesundheitsstatus der Seniorinnen und Senioren abhängig.

Selbsteinschätzung beim Blick in den Spiegel verändert sich mit der Zeit

Die Psychologinnen wollten außerdem wissen, wie alt die Seniorinnen und Senioren sich fühlen, wenn sie sich im Spiegel betrachten. Fühlten sich die Teilnehmer zu Beginn der Studie beim Blick in den Spiegel noch 10 Jahre jünger (also 3 Jahre älter als bei der Selbsteinschätzung ohne Spiegel), lag die Differenz zum tatsächlichen Lebensalter bei der Betrachtung im Spiegel am Ende der Studie nur noch bei 7 Jahren. Allerdings konnte hier ein deutlicher Geschlechterunterschied beobachtet werden: Frauen fühlten sich im Schnitt vier Jahre älter als die männlichen Studienteilnehmer.

Geschlechtsabhängige Unterschiede wurden auch hinsichtlich der Zufriedenheit im Alter beobachtet. So gaben die männlichen Teilnehmer zu Beginn der Studie eine höhere Zufriedenheit mit ihrem Alter an als die weiblichen Studienteilnehmerinnen. Allerdings nahm die Alterszufriedenheit der Männer im Laufe des sechsjährigen Beobachtungszeitraums stärker ab als bei den Frauen. Ein geringerer Zufriedenheitsgrad hing jedoch nicht nur mit dem Geschlecht, sondern auch mit dem Alter, dem Gesundheitszustand und der sozialen Schicht zusammen.

"Möglicherweise gibt es einen Zusammenhang zwischen der Einschätzung, jünger zu sein und jünger auszusehen als es dem tatsächlichen Lebensalter entspricht, und der Lebenszufriedenheit im Alter", erläutert Kleinspehn-Ammerlahn. "Wir haben erste Hinweise darauf, dass die Selbsteinschätzung des Alters mit der verbleibenden Lebenserwartung zusammenhängt. Interessant ist auch die Frage, ob Menschen, die sich jünger fühlen, auch "jünger handeln" und jünger wahrgenommen werden. Diesen Zusammenhängen muss in weiteren Untersuchungen nachgegangen werden."


Hintergrundinformation zum Max-Planck-Institut für Bildungsforschung:
Das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung wurde 1963 in Berlin gegründet und ist als interdisziplinäre Forschungseinrichtung dem Studium der menschlichen Entwicklung und Bildung gewidmet. Das Institut gehört zur Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e. V., einer der führenden Organisationen für Grundlagenforschung in Europa.



- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus -
- Quelle: idw

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