Freitag, 24. November 2017
Sie sind hier:  Themen-Fenster Gesellschaft > Senioren vergessen...
 

Forschung: Lebenserfahrung macht gelassener

Senioren vergessen negative Erfahrungen schneller

Entspannte Senioren auf einer Bank vor einem Haus in SüdfrankreichÄltere Menschen schätzen die Vergangenheit oftmals positiver ein als sie tatsächlich gewesen ist. Eine mögliche Ursache für dieses Phänomen haben amerikanische Wissenschaftler gefunden.

"Ältere Menschen setzen das Gehirn anders ein als junge Menschen. Das Speichern von Erinnerungen, insbesondere von schlechten Erinnerungen verläuft unterschiedlich. Dies lässt sich über die Messung der Gehirnaktivität nachweisen", erklärt Dr. Curt Beil vom Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN) und verweist auf eine Studie von Forschern an der Duke Universität in North Carolina, USA. 

Unterschiedliche Erinnerung bei Jung und Alt

Im Rahmen der Studie der US-Wissenschaftler wurde bei zwei verschiedenen Altersgruppen - einer jungen Teilnehmergruppe und einer Gruppe von durchschnittlich 70-jährigen Seniorinnen und Senioren - die Reaktion des Gehirns auf negative Nachrichten gemessen. Dabei wurde festgestellt, dass sich die ältere Versuchsgruppe weit besser unter Kontrolle hatte als die der jungen Teilnehmer.

Im Verlauf des Experiments betrachteten die Testpersonen Bilder, auf denen neutrale oder sehr negative Ereignisse zu sehen waren. Währenddessen wurden die Teilnehmer mit funktioneller Magnetresonanz-Tomografie überwacht. Nach einer halben Stunde baten die Forscher die Teilnehmer unerwartet, sich an die gezeigten Bilder zu erinnern. "Dabei stellte sich heraus, dass sich die älteren Teilnehmer an weniger negative Bilder erinnerten als die jüngeren Probanden", berichtet der Kölner Neurologe über den Studienverlauf.

Während die Emotionszentren im Gehirn beider Gruppen in sehr ähnlicher Weise arbeiteten, zeigten sich wesentliche Unterschiede in der Interaktion mit anderen Hirnbereichen. Bei älteren Menschen findet laut Beil eine geringere Wechselwirkung zwischen Gefühlszentrum und dem Hippocampus, der für die Gedächtnisleistungen eine Rolle spielt, statt. Gleichzeitig interagiert jedoch das Gefühlszentrum viel stärker mit denjenigen Regionen der Großhirnrinde, die an höheren Denkprozessen beteiligt sind und die Gefühle kontrollieren.

Auch Gefühlskontrolle bei Älteren besser

Frühere Untersuchungen der Forscher hatten bereits ergeben, dass ältere Menschen ihre Gefühle besser kontrollieren können als jüngere. "Altere Menschen haben vermutlich aufgrund ihrer Lebenserfahrung besser gelernt, mit belastenden Ereignissen umzugehen und in emotionsgeladenen Situationen gelassener zu bleiben", sagt Dr. Beil. Durch die Studienergebnisse könne auch das Problem von Menschen besser verstanden werden, die aufgrund von Depressionen und Angststörungen besonders an emotional herausfordernden Situationen leiden, erklärt der Neurologe. Gleiches gelte für Krankheiten mit Gedächtnisstörungen.


- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus -
- Quellen: pressetext / neurologen-im-netz

Schriftgröße ändern:
  • groß
  • mittel
  • normal
Kostenloser Newsletter:
Abonnieren Sie hier die
E-Mail-Nachrichten von serviceseiten50plus!
Kostenloser Newsletter
Eingang zum Club50plus
Nutzername:
Passwort:

Passwort vergessen?

Hier kostenfrei Mitglied werden!