Mittwoch, 22. November 2017
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Was Sie schon immer wissen wollten

Warum kratzen wir uns am Kopf, wenn wir nachdenken?

SeniorAls würde durch heftiges Grübeln ein Kribbeln auf der Kopfhaut verursacht: Wir greifen uns beim Nachdenken häufig reflexartig an den Kopf, kratzen uns automatisch hinter dem Ohr oder an der Stirn, obwohl gar kein Juckreiz vorliegt. Warum tun wir das wohl?

Diese Bewegung des Kopfkratzens ist eher eine unbewusste Verlegenheitsgeste als zielgerichtetes Verhalten. Das bestätigt auch Professor Onur Güntürkün, Biopsychologe an der Ruhr-Uni Bochum: "Es handelt sich um eine Übersprungshandlung, wenn unsere grauen Zellen besonders hart arbeiten und sich nicht entscheiden können: Löse ich die Aufgabe oder gebe ich auf?"

Solche Übersprunghandlungen sind besonders im Tierreich weit verbreitet. Manche Tiere beginnen beispielsweise während eines Kampfes plötzlich ihr Fell oder Gefieder zu säubern, andere picken nach imaginärem Futter. Schuld ist der innere Konflikt: Angriff oder Flucht? Ähnlich ist es mit dem Kopfkratzen, "entwicklungsgeschichtlich eigentlich eine Putzbewegung", erläutert der Biopsychologe. Übersprungshandlungen oder Verlegenheitsgesten kommen eben auch bei Menschen vor.

Meistens kommt es zu Übersprungshandlungen, wenn sehr viele Informationen gleichzeitig in kurzer Zeit verarbeitet werden müssen. Oder wenn es einen Konflikt zwischen zwei gegensätzlichen Verhaltensoptionen (Instinkten) gibt, wie zum Beispiel zwischen Angriff oder Flucht.

Eine andere mögliche Interpretation dieser Verhaltensweise legt nahe, dass diese Handlungen unbewusst ablaufen, um Zeit zu gewinnen.



- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de -
- Quelle: DGK

 

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