Dienstag, 24. Mai 2016
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Händewaschen gut - Putzen mangelhaft

Weltweite Hygiene-Studie: Deutsche sind Putzmuffel

PutzmittelDie persönliche Hygiene der Deutschen ist bestens, sie vernachlässigen jedoch den Hausputz. Dies ist das nationale Ergebnis der in 12 Ländern durchgeführten, bisher größten internationalen Verhaltensstudie zum Thema Hygiene. Die 100 Fragen umfassende Studie mit rund 12.000 Teilnehmern bestätigt auch viele typische Klischees wie "Frauen und ältere Menschen sind sauberer als Männer und junge Leute" und "Wer ordentlich ist, verhält sich hygienischer als ein Chaot".

Unerwartet waren andere Studien-Ergebnisse: "Die Studie hat gezeigt, dass das Vorhandensein von Wasser und Seife kein Garant für häufiges Händewaschen ist", sagt John Oxford, Professor für Virologie an der London School of Medicine and Dentistry. Das Mitglied des Hygiene Councils, einer weltweit tätigen Forschergruppe, die die Studie im Jahr 2011 durchgeführt hat, erklärt: "Stattdessen spielen Alter, Einstellungen und Persönlichkeit eine entscheidende Rolle beim korrekten Hygieneverhalten."

Die Deutschen zeigen Hygiene-Nachholbedarf

Um die nationalen Ergebnisse der Deutschen steht es widersprüchlich und in einigen Punkten nicht besonders gut. Beispielsweise behaupten viele Deutsche, sich mehr als fünfmal täglich die Hände zu waschen. Damit gehört Deutschland zwar zu den führenden Ländern in puncto persönlicher Hygiene (Platz 2 von 12). Doch gleichzeitig finden die meisten Befragten es nicht abstoßend, das Händewaschen nach der Toilette oder vor dem Essen zu vernachlässigen. Gründlicher sind da die Einwohner des Schwellenlands Brasilien, die uns mit vorbildlicher Hygiene übertreffen.

Dagegen steht es bei der Reinigung des Haushalts mit der Sauberkeit nicht mehr so gut. Zwei Drittel der Deutschen beschreiben ihr Putzverhalten als nur schwach ausgeprägt. Damit gehören die Bundesbürger gemeinsam mit Franzosen und Südafrikanern zu den "Putzmuffeln". Sie schnitten nur knapp besser ab als Brasilianer oder Chinesen.

Hausputz - für Deutsche scheinbar nur eine lästige Pflicht

Während Hausputz und Reinigung von Oberflächen von anderen Nationen regelmäßig und mit großem Selbstverständnis durchgeführt werden, denken die Deutschen der Studie zufolge viel zu oft bewusst darüber nach und empfinden Putzen als lästige Pflicht. Nur ein geringer Teil Putzwilliger greift ritualisiert und überzeugt zu Lappen und Reiniger. Diese Personen zeigen auch eine höhere Sensibilität gegenüber möglichen Keimen und verwenden daher mehr antibakterielle Produkte. Die Deutschen scheinen gespalten. "Bei der Mehrheit der Bevölkerung ist eine deutliche Abneigung gegenüber Putzen und Hygiene zu spüren. Auffallend ist dabei auch die Skepsis bezüglich antibakterieller Produkte", erläutert Professor Oxford.

Doch es gibt Hoffnung: Die Beantwortung einzelner Fragen legt nämlich den Verdacht nahe, dass insgeheim auch bei den Deutschen mehr geputzt wird als offen zugegeben.

Weitere Ergebnisse der Hygiene-Studie:

  • Großbritannien und Australien hatten laut Befragung die besten Ergebnisse bei der Haushaltshygiene, während China, der Mittlere Osten und Malaysia in dieser Kategorie am schlechtesten abschnitten.

  • In puncto persönlicher Hygiene schnitten die Brasilianer am besten ab. In China und Indien berichteten die Teilnehmer, dass sie sich seltener die Hände waschen.

  • Die stärksten Einfluss-Faktoren im Bereich persönlicher Hygiene sind das automatische Händewaschen, gefolgt von einer Sensibilität für Verunreinigung sowie persönlicher Hygiene-Routine. Personen, die Hygiene-Handlungen automatisch und unbewusst durchführen, sind zehnmal sauberer als diejenigen, die bewusst darüber nachdenken.

  • Der Einsatz antibakterieller Reinigungsmittel ist bei ordentlichen Personen zweimal wahrscheinlicher als bei unordentlichen Menschen. 

  • Infektionskrankheiten werden maßgeblich von persönlicher Hygienepraxis, Routine und Gruppendruck beeinflusst.

  • Die Personen, die angaben, in einem schmutzigen Umfeld zu leben, berichteten doppelt so oft von Krankheiten wie Personen aus einem sauberen Lebensumfeld.


Hintergrund zu der internationalen Hygiene-Studie:
Die 2011 in zwölf Ländern durchgeführte Hygiene Council Verhaltensstudie ist die bisher größte repräsentative Befragung zum Verhältnis von Demografie, Persönlichkeit, Hygieneverhalten und Gesundheit. Ziel dieser Forschung war, herauszufinden, welche Faktoren die persönliche und Haushaltshygiene beeinflussen, wie die Einstellung zu antibakteriellen Reinigungsprodukten ist, und wie alle Faktoren die Gesundheit in Bezug auf Infektionskrankheiten beeinflussen. Dazu wurden speziell Alter, Geschlecht, Einstellungen, soziale Normen und Routinehandlungen untersucht.

Verhaltensstudien haben jedoch Grenzen, betont der Hygiene Council, denn sie fragen nach persönlichen Einschätzungen, die oft vom tatsächlichen Verhalten abweichen. Dennoch haben die aufgezeigten Tendenzen dieser Studie der Forschergruppe zufolge wissenschaftliche Bedeutung.

Durchgeführt wurde die Studie von dem weltweit tätigen Hygiene Council, eine vom Unternehmen Reckitt Benckiser unterstützte, 2006 gegründete Forschergruppe mit Wissenschaftlern aus verschiedenen Ländern. Reckitt Benckiser mit Hauptsitz in England ist einer der international führenden Wasch- und Reinigungsmittelproduzenten.


- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de -
- Quelle: Reckitt Benckiser 

 

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