Donnerstag, 18. Januar 2018
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Verschiedene körperliche Ursachen für ein "Delir"

Bei akuter Verwirrtheit von Senioren schnell handeln

Senior am WasserWenn plötzlich bei einem älteren Menschen ein Verwirrtheitszustand auftritt, liegt der Grund oft in körperlichen Störungen oder Erkrankungen. So kann eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr ein sogenanntes Delirium oder "Delir" verursachen, das mit akuter Verwirrtheit und weiteren Symptomen einhergeht. Aber auch weitere ernsthafte Leiden können dazu führen. Schnelle ärztliche Hilfe ist daher ein Muss.

Typisch für ein Delirium ist das plötzliche Auftreten, während sich eine Demenz schleichend über längere Zeit entwickelt. "Bei einem akuten organischen Psychosesyndrom - auch Delir genannt - können sich Störungen des Bewusstseins und der Aufmerksamkeit, der Wahrnehmung, des Denkens, des Gedächtnisses, der Psychomotorik und der Emotionalität innerhalb von wenigen Stunden bis Tagen entwickeln. Auch ein gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus sowie körperliche Symptome wie Schwitzen, Bluthochdruck und ein schneller Puls können auftreten", berichtet Priv.-Doz. Dr. Martin Haupt, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie.

Rasche medizinische Hilfe kann Folgeschäden verhindern

Bemerken Angehörige oder andere Personen bei älteren Menschen kurzfristig auftretende unerklärliche Verwirrtheitszustände, muss umgehend medizinische Hilfe geholt werden. Denn ein Delir kann eine potenziell lebensbedrohliche Situation darstellen. "Es ist dann sehr wichtig, frühzeitig die Ursache der schweren Verwirrtheit zu erkennen. Durch eine genaue Untersuchung können auslösende Ursachen häufig aufgedeckt werden. Eine zeitnahe Behandlung vermag Folgeschäden zu begrenzen", betont der Düsseldorfer Gerontopsychiater und -psychotherapeut.

Verschiedene Ursachen für plötzliche Verwirrtheit bei Senioren

Ein häufiger Grund für akute Verwirrtheit ist nicht ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Daher sollten Senioren vor allem bei trockener, heißer Witterung stets ganz bewusst genug trinken - zumal mit dem Alter das Durstgefühl längere Zeit ganz ausbleiben kann. 

Neben einer Verursachung durch Flüssigkeitsmangel kann ein Delir auch erstes Anzeichen einer schweren körperlichen Erkrankung sein. Bei älteren Menschen sind das oft Stoffwechselstörungen, Infektionen, Herzrhythmusstörungen, Störungen der Durchblutung des Gehirns oder Medikamentennebenwirkungen und -überdosierung. Daneben können auch Entzugserscheinungen oder Vergiftungen zu einem Delir führen, beispielsweise beim Einnahmebeginn oder Absetzen von Schmerzmitteln oder bei Abhängigkeiten von Alkohol oder Psychopharmaka wie dem Beruhigungsmittel Benzodiazepin, das besonders oft älteren Patienten verschrieben wird. "Manchmal", so Dr. Haupt, "führt auch das gleichzeitige Auftreten mehrerer organischer Störungen zu einem Delir."

Behandlungsformen eines Delirs

Akute Verwirrtheitszustände können sich wieder völlig zurückbilden, wenn die Ursache oder Grunderkrankung erfolgreich behandelt werden kann. Sind Medikamente für das Störungsbild verantwortlich, können diese abgesetzt werden, wenn sie nicht lebensnotwendig sind. "Bei der Behandlung eines Delirs können Medikamente wie Antipsychotika oder Beruhigungsmittel eingesetzt werden, wenn dies sinnvoll ist. Bei der nichtmedikamentösen  Behandlung spielen die Schaffung einer ruhigen, patientengerechten Umgebung und die Einbeziehung der Angehörigen eine wichtige Rolle", erklärt Dr. Haupt. Nahestehende Personen werden dann beispielsweise in Maßnahmen eingebunden, in denen der Patient lernt, sich wieder zu orientieren - etwa, indem sie ihn wiederholt an die Situation, die Zeit und den Ort erinnern.

Das Restrisiko

In manchen Fällen können akute Verwirrtheitszustände auch in ein chronisches Stadium übergehen - vor allem dann, wenn die verursachende Erkrankung nicht behandelbar ist. Umso wichtiger ist es, der Ursache eines Delirs schnell auf den Grund zu gehen.



- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de -
- Quelle: www.psychiater-im-netz.org

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