Sonntag, 22. September 2019
Sie sind hier:  Themen-Fenster Gesundheit > Brandheiße Gefahr:...
 

Vorsicht bei bestimmten Wirkstoffen

Brandheiße Gefahr: Medikamente und Sonneneinstrahlung

Paar 50plus am StrandEndlich Urlaub, Sonne, Strand und Meer. Doch wer Medikamente einnimmt, sollte sich vorher erkundigen, ob sich seine Arzneimittel auch mit der Sonne vertragen.

Als Folge fototoxischer Reaktionen können statt schöner Urlaubsbräune starke, sonnenbrandähnliche Symptome wie blasige Hautveränderungen, brennende Rötungen, Schwellungen oder Pigmentstörungen entstehen - und das schon nach kurzen Sonnenbädern oder einigen Tagen.

Die Hautreaktionen hängen von dem Wirkstoff, dem Hautzustand und der Lichtmenge ab. Da hilft oft auch kein ausreichender Sonnenschutz aus der Tube mehr. Und solche Quaddeln, Bläschen und auch Juckreiz sind weitaus ärgerlicher als mit Handtüchern belegte Sonnenliegen.


Wirkstoffe, die kritische Reaktionen hervorrufen

Nicht alle, aber einige Wirkstoffe sind für solche Reaktionen bekannt: zum Beispiel Antibiotika (unter anderem Ciprofloxacin, Tetracyclin), Schmerzmittel (Naproxen, Diclofenac), Antidepressiva (Amitriptylin, Imipramin), Kontrazeptiva (Mestranol, Norethynodrel, Diethylstilbestrol), Diuretika (Hydrochlorothiazid), Arzneien zur Behandlung von Diabetes und Herz-Kreislauf-Medikamenten (Captopril, Simvastatin, Amiodaron, Chinidin), aber auch bei pflanzlichen Medikamenten.

Besonders Antibiotika aus der Gruppe der Tetracycline bergen diese Gefahr, allen voran Doxycyclin, das häufig bei Behandlung von Atemwegserkrankungen, Infektionen des Urogenitaltrakts, Infektionen des Magen-Darm-Traktes, Borreliose und anderen gesundheitlichen Störungen eingesetzt wird. Aber auch Antibiotika aus der Gruppe der Gyrasehemmer sind nicht ungefährlich. Besonders stark fototoxisch wirkt das zur Therapie von Harnwegsinfekten benutzte Ciprofloxacin und andere Gyrasehemmer. Hierbei droht ein starker Sonnenbrand selbst bei scheinbar kurzem oder moderatem Sonnenbad.

Für Rheumapatienten gilt: Patienten, die Sulfasalazin einnehmen, können in sehr seltenen Fällen eine Sonnenempfindlichkeit entwickeln. Nach der Injektion mit dem Wirkstoff Anakinra könnten sich unter UV- und Wärmestrahlen die auftretenden Rötungen und Schwellungen an der Einstichstelle noch verschlimmern. Besonders bei der Kombination von Methotrexat mit Chloroquin kann es zu schweren Sonnenbränden kommen.


Tipps vom Deutschen Grünen Kreuz

Worauf Sie bei der Medikamenten-Einnahme achten sollten:

  • Prüfen Sie vor der Einnahme eines neuen Medikamentes beim Durchlesen des Beipackzettels immer, ob es einen Hinweis auf mögliche "fototoxische Reaktionen" gibt.

  • Wer Medikamente auf Reisen einnehmen muss, sollte vor dem Urlaub unbedingt durch den Arzt oder Apotheker abklären lassen, wie und ob die Medikamente unter Sonne und Wärme reagieren können.

  • Falls Sie unsicher sind, schützen Sie Ihre Haut besonders gut durch Kleidung, Sonnencreme mit hohem UV-A-Schutz und meiden Sie besser vor allem mittags die Sonne. Besser Schatten, Sonnenhut und langer Sari statt hässliche Hautmale.

  • Manchmal hilft es auch, Medikamente abends statt morgens einzunehmen (nach Rücksprache mit dem Arzt).


Aber nicht nur im Sommerurlaub, sondern auch im Solarium drohen derart unerwünschte Nebenwirkungen. Durch die extrem hoch dosierte UV-A-Strahlung riskieren Bräunungssüchtige einen großflächigen starken Sonnenbrand.

Auch Deodorants, Parfüms und andere Kosmetika können die Empfindlichkeit gegen UV-Strahlung erhöhen und sollten daher nicht beim Sonnenbaden verwendet werden.



- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de -
- Quellen: Deutsches Grünes Kreuz / Foto: Stockbyte

Schriftgröße ändern:
  • groß
  • mittel
  • normal
Kostenloser Newsletter:
Abonnieren Sie hier die
E-Mail-Nachrichten von serviceseiten50plus!
Kostenloser Newsletter
Eingang zum Club50plus
Nutzername:
Passwort:

Passwort vergessen?

Hier kostenfrei Mitglied werden!