Sonntag, 19. November 2017
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Brüchigen Knochen im Alter vorbeugen

Gegen Osteoporose: 3-Punkte-Plan zur Knochenstärkung

Änderungen des menschlichen Skeletts bei Osteoporose Kalziumreiche Ernährung, Fitness für die Knochen und viel frische Luft zur Anregung der körpereigenen Vitamin-D-Bildung tragen dazu bei, die Stabilität der Knochen zu fördern, zu erhalten und den Abbau der Knochensubstanz im Alter zu verlangsamen. Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. gibt mit ihrem 3-Punkte-Plan hilfreiche Tipps zum Erhalt starker Knochen.

Insgesamt sind in Deutschland 6,3 Millionen Menschen von Osteoporose, im Volksmund "Knochenschwund", betroffen. Dabei trifft die Erkrankung keineswegs nur Frauen - auch 1,1 Millionen Männer sind betroffen. Das ergab die sogenannte "Bone Evaluation Study" im Jahr 2013, eine umfassende Analyse von Krankenkassen-Routinedaten.

Osteoporose - ein schleichender Prozess

Osteoporose ist eine systemische Skeletterkrankung, bei der sich die Knochenmasse vermindert, so dass die Knochen schon bei leichten Erschütterungen brechen können. "Osteoporose ist ein schleichender Prozess und erstreckt sich über viele Jahre - bei vielen wird die Krankheit erst erkannt, wenn es bereits zu einem Knochenbruch gekommen ist", sagt Professor Dr. Andreas Roth von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU) und Vorstandsmitglied des Dachverbandes Osteologie.

In Anbetracht des demografischen Wandels, so auch der Zunahme alter Menschen in unserer Gesellschaft und dem damit verbundenen Anstieg osteoporotischer Erkrankungen hält die Fachgesellschaft es für wichtig, neben einer Optimierung der Behandlung von Osteoporose und Versorgung Osteoporose-bedingter Brüche auch das Bewusstsein in der Bevölkerung für diese Erkrankung zur stärken.

Denn, so Professor Dr. Wolfgang Böcker von der DGOU: "Bewegungsmangel und unausgewogene Ernährung sind die größten Gegner stabiler Knochen. Schon mit relativ einfachen Mitteln kann jeder sein eigenes Osteoporoserisiko senken. Dabei gelten die Tipps nicht nur für ältere Menschen, die zumeist von der Erkrankung betroffen sind - schon in jungen Jahren wird der Grundstein für starke Knochen im Alter gelegt".  Der Orthopäde und Unfallchirurg ist Mitautor einer neuen ärztlichen Leitlinie zur Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose bei Frauen nach den Wechseljahren und Männern ab dem 60. Lebensjahr.

Für Frauen und Männer: 3-Punkte-Plan zur Vorbeugung gegen Osteoporose

Folgende DGOU-Tipps zeigen Maßnahmen gegen das Entstehen von Osteoporose, die einfach in den Alltag integrierbar sind:

Tipps 1 - Gesunde und Kalziumreiche Ernährung

Kalziummangel ist ein Risikofaktor für Knochenbrüche. Denn Kalzium ist für die Festigkeit und die Stabilität der Knochen verantwortlich. Kalziummangel in jungen Jahren kann die nachhaltige Entwicklung der Knochenfestigkeit im Alter negativ beeinflussen. Milch ist ein verlässlicher Kalzium-Lieferant zur Entwicklung fester Knochen. Deshalb sollten Eltern darauf achten, dass ihre Kinder ausreichend Milchprodukte zu sich nehmen. Auch kalziumreiche Mineralwasser, Gemüse wie Brokkoli, Fenchel und Grünkohl sowie Nüsse oder Kräuter wie Schnittlauch und Petersilie helfen, den Kalziumhaushalt zu optimieren.

Als Kalziumgegner gelten radikale Diäten: Die Kalziumzufuhr ist dabei unzureichend und der Knochenstoffwechsel wird gestört. Zu viel Phosphor, wie es in Cola, Schokolade oder gerösteten Erdnüssen vorhanden ist, greift die Knochen an. Dabei wird der Knochenbaustoff Kalzium durch Phosphat aus den Knochen gelöst.

Tipp 2 - Frische Luft und natürliches oder künstliches Vitamin D

Vitamin-D-Mangel erhöht das Risiko für Knochenbrüche. Vitamin D wird vom Körper bei einer ausreichenden Lichtzufuhr auf die Haut selbst gebildet und hilft dem Körper, das Kalzium aus der Nahrung aufzunehmen und für den Körper nutzbar zu machen. Insbesondere in der dunklen Jahreszeit erleiden viele Menschen einen Vitamin-D-Mangel. Daher sollten Menschen mit einer geringen Sonnenlichtexposition ihren Vitamin-D-Haushalt mit der Einnahme von 800-1.000 Einheiten Vitamin D zusätzlich unterstützen.

Generell gilt jedoch, mindestens eine halbe Stunde täglich an der frischen Luft bei Sonneneinstrahlung auf Gesicht und Hände zu verbringen.

Tipp 3 - Fitness für junge und ältere Knochen

Sportliche Betätigung fördert den Knochenstoffwechsel. Die Muskeln, die am Knochen "ziehen", regen den Knochenstoffwechsel an, mehr Kalzium in das Skelettsystem zu transportieren und einzulagern. Zusätzlich wird die Muskulatur gestärkt, die zur Entlastung der gefährdeten Knochen dient. Krafttraining, Gymnastik und Schwimmen bauen vor allem in jungen Jahren viel Knochenmasse auf.

Bei älteren Menschen empfehlen die Orthopäden und Unfallchirurgen neben Schwimmen und Gymnastik auch Walking und Wandern. Insbesondere Nordic Walking erhöht die Gangsicherheit und vermindert die Sturzgefahr im Alter.

Zusätzlich für Senioren ab 70 Jahren

Über diesen 3-Punkte-Plan hinaus raten die Orthopäden und Unfallchirurgen - und so sieht es auch die Leitlinie Osteoporose vor - ab einem Lebensalter von 70 Jahren eine jährliche Sturzanamnese durchführen zu lassen. Ziel ist es, gefährliche Stolperfallen im Alter zu vermeiden. Denn schon leichte Erschütterungen des Körpers bei bestehender Osteoporose können im Alter zu einem Knochenbruch führen - oftmals sind Wirbelkörper oder der Oberschenkelhalsknochen betroffen.

Osteoporose-Früherkennung

Neben den beschriebenen vorbeugenden Maßnahmen ist es wichtig, eine Osteoporose frühzeitig zu erkennen, um die sogenannte Sekundärtherapie einzuleiten. Diese dient bei einer bestehenden Osteoporose dazu, Knochenbrüche mithilfe einer leitliniengerechten medikamentösen Therapie zu verhindern. Orthopäden und Unfallchirurgen beraten Patienten individuell bei der Frage, ob in ihrem Fall eine Osteoporosediagnostik ratsam ist.



- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de -

- Quelle: Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) e.V.
- Abbildung:
© Karlandthans 1998 -Wikipedia

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