Dienstag, 20. Oktober 2020
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Selbstschutz für Herz und Kreislauf

Gut für die Gesundheit: Bei Stress bewusst lächeln

Lächeln einer jungen FrauWer kurzfristig in eine stressige Situation gerät, kann den Anstieg seiner Herzschlagfrequenz abmildern, indem er bewusst ein Lächeln aufsetzt und diesen Gesichtsausdruck für ein paar Minuten beibehält. Dass wir selbst unsere natürliche Reaktion auf Stress positiv beeinflussen können, hat eine Untersuchung von Psychologen ergeben.

Im Verlauf der Studie zum Verhalten bei Stress gab man den Studienteilnehmern verschiedene damit verbundene Aufgaben zu erledigen. Dabei sollten sie entweder anhaltend lächeln, nicht lächeln oder ihr Lächeln mechanisch erzwingen. Nach einer kurzen Erholungsphase wurde dann ihre Herzschlagfrequenz gemessen. Im Vergleich zur Kontrollgruppe mit neutralem Gesichtsausdruck, wiesen die lächelnden Teilnehmer durchweg eine geringere Herzfrequenz auf - und zwar unabhängig davon, ob ihr Lächeln echt, aufgesetzt oder erzwungen war.

In Stresssituationen kann man sich selbst schützen

"Die Untersuchung der Psychologen zeigt auf, dass wir unsere natürliche, körperliche Reaktion auf Stress durchaus beeinflussen können. Offensichtlich kann auch allein schon die reine Muskelanspannung zum Formen eines Lächelns ohne zugehörige Emotion (aufgesetztes Lächeln) dazu beitragen, die Herzfrequenz nach kurzen Stresseinflüssen schneller wieder abzusenken als ohne Lächeln", berichtet Dr. med. Norbert Smetak, Bundesvorsitzender des Bundesverbands Niedergelassener Kardiologen und praktizierender Kardiologe in Kirchheim.

"Wer sein Herz schützen möchte, sollte daher in stressigen Situationen versuchen, bewusst ein Lächeln aufzulegen. Damit lässt sich die Intensität der körperlichen Reaktion auf den Stressor verringern. Das lässt sich gut umsetzen, wenn man beispielsweise mit dem Auto im Stau steht und in Zeitdruck gerät."

Stressreaktionen haben eine Schutzfunktion

In der Entwicklungsgeschichte des Menschen erfüllen Stressreaktionen grundsätzlich eine sinnvolle Funktion, indem sie den Organismus bei einer drohenden Gefahr dazu befähigen, rasch zu kämpfen oder zu fliehen (Kampf-Flucht-Reaktion). Physiologisch gesehen werden dabei bestimmte Stresshormone ausgeschüttet, die dafür sorgen, dass die Sinne sich schärfen, die Atmung sich beschleunigt, die Arterien sich zusammenziehen und Herzschlagfrequenz, Blutdruck und Puls steigen, um mehr Blut in die Muskeln und Organe zu pumpen.

Bei größerem Stress sind professionelle Hilfen und Methoden ratsam

"Wenn allerdings der Stress überhandnimmt, indem zu Zeitknappheit etwa noch Geldsorgen, Beziehungsprobleme oder unklare Zielvorgaben und Überforderung im Job hinzukommen, ist ein einfaches Lächeln natürlich nicht ausreichend", betont Dr. Smetak.

"Für häufig gestresste und dauergestresste Menschen stehen vielmehr Maßnahmen des professionellen Stressmanagements zur Verfügung. Ziel ist es, den Patienten dazu anzuleiten, Stress ganz bewusst und regelmäßig entgegenzuwirken. Stressvermeidung erfordert mentale Techniken, zum Stressabbau können Betroffene ganz nach ihren individuellen Bedürfnissen unterschiedliche Methoden wählen - zum Beispiel progressive Muskelentspannung nach Jakobson, autogenes Training, Meditieren, Yoga, sportliche Aktivitäten, Musizieren und vieles mehr."



- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de -
- Quelle: kardiologen-im-netz.de

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