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Montag, 21. Mai 2012
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Spezielle Therapie auch für Ältere und bei Zeitmangel

Heuschnupfen: Im frühen Herbst mit Behandlung starten

Blüten Haselnuss Baum Der frühe Herbst ist die wichtigste Zeit für Patienten mit Heuschnupfen, um mit einer sogenannten Hyposensibilisierung zu starten. Darauf machen die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung aufmerksam. Da nun kaum noch Pollen fliegen, sollten Allergiker diese Ruhephase für eine Behandlung ausnutzen.

Neben der zeitaufwändigen klassischen Hyposensibilisierung gibt es auch eine wirksame Therapie für Menschen mit chronischem Zeitmangel oder Angst vor Spritzen sowie für ältere Betroffene.


Wirksamste Heuschnupfen-Behandlung:
Die klassische SIT

"Bereits ab Dezember oder Januar muss damit gerechnet werden, dass der Pollenflug von Frühblühern wie Erle und Hasel wieder einsetzt", sagt Professor Harald Morr von der Deutschen Lungenstiftung und erläutert weiter: "Die bislang am besten untersuchte und am stärksten erfolgversprechende Therapie-Methode gegen Heuschnupfen ist eine spezielle Immuntherapie, die klassische SIT. Dabei wird der jeweilige Allergenextrakt zunächst mehrmals unter die Haut in den Oberarm gespritzt - dies in aufsteigender Dosierung bis zur maximal tolerierten Höchstdosis. Danach erfolgt in größeren Zeitintervallen drei Jahre lang eine Injektion der Maximaldosis."

Damit ausreichend Zeit für die erste Behandlungsphase, das heißt für die Aufdosierung - zur Verfügung steht, empfiehlt der Lungenspezialist, die klassische SIT solle am besten im Frühherbst beginnen. "So lassen sich bis zum Einsetzen des Pollenflugs zusätzlich gleich mehrere Maximaldosen des Allergenextraktes verabreichen, und dadurch die Chancen auf eine Linderung der Beschwerden auch schon während der ersten nachfolgenden Pollenflugsaison erhöhen."

Immuntherapie senkt auch Risiko für Asthma und weitere Allergien

Empfohlen wird die SIT vor allem Patienten, bei denen Medikamente - etwa Antihistaminika und Kortikoid-Nasenspray - die Heuschnupfen-Beschwerden bisher nicht ausreichend lindern konnten. "Dabei ist der Therapieerfolg einer SIT gut: Meist können die Beschwerden deutlich und für die Dauer von vielen Jahren verringert werden", berichtet Morr. "Außerdem sinkt das Risiko, zusätzlich an Asthma bronchiale zu erkranken oder eine weitere Allergie -  gegen zusätzliche Allergene - zu entwickeln."

Heuschnupfen-Therapie bei Angst vor Spritzen, Zeitnot und älteren Patienten

Als Alternative gibt es bei Heuschnupfen auch die Möglichkeit, eine so genannte sublinguale Therapie durchzuführen. Hier träufelt sich der Patient selbständig jeden zweiten Tag oder täglich eine Allergen-Lösung unter die Zunge. Diese Behandlung eignet sich vor allem für Patienten, die Angst vor Spritzen haben oder beruflich stark eingebunden sind und aus Zeitgründen oder wegen eingeschränkter Mobilität, beispielsweise im Alter, nicht so oft zum Arzt gehen können. Aber auch Menschen über 60 Jahren mit einer Pollen- oder Hausstaubmilbenallergie, die gesund und aktiv sind, können davon profitieren.

"Nicht geeignet ist die sublinguale Immuntherapie jedoch bei schwerem Asthma und anderen chronischen Erkrankungen, die die Atemwege, das Herz-Kreislauf-System oder das Immunsystem betreffen", erklärt Mohr. "Bei Patienten, die Betablocker einnehmen, bei Tumorleiden oder während einer Schwangerschaft ist eine Hyposensibilisierung nicht erlaubt."



- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de -
- Quelle: lungenaerzte-im-netz

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