Samstag, 25. Oktober 2014
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Wenn die Ohren streiken

Hörsturz: Wie man ihn erkennt und schnell handelt

Hörsturz-Patientin"Eines Morgens wachte ich auf, und etwas mit meinen Ohren war grundverkehrt. Es war, als ob eine Glasglocke über sie gestülpt sei. Ich hörte Geräusche verzerrt: Man­ches hörte sich überlaut an, anderes hörte ich nur sehr schlecht." Wenn solche oder ähnliche Beschwerden auftreten, handelt es sich wahrscheinlich um einen Hörsturz.

In der Regel liegt dem Hörsturz eine Durchblutungsstörung des Innenohres zugrunde; die Blut- und damit die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung im Innenohr ist dann nicht mehr ausreichend. Dadurch können die Sinneszellen, die fürs Hören zuständig sind, absterben - der für einen Hörverlust so typische rapide Abfall des Hörvermögens kann eine bleibende Folge sein.

Beim Verdacht auf Hörsturz schnell den Facharzt aufsuchen

"Auf Anraten einer Kollegin ging ich wenige Stunden später zum HNO-Arzt." In der Tat sollte der HNO-Arzt sofort aufgesucht werden, denn eine schnelle Behandlung ist notwendig, damit sich die Sinneszellen wieder regenerieren können. Handelt es sich tatsächlich um einen Hörsturz, wird die Standardtherapie eingeleitet. Sie besteht aus Infu­sionen mit durchblutungsfördernden Medikamenten, oft werden zusätzlich Kortison-Präparate gegeben.

Der Infarkt im Ohr

Ein Hörsturz geschieht meist aus heiterem Himmel. Die Symptome sind dabei teilweise verschieden: Die Betroffenen hören plötzlich schlecht, einige sind gleichzeitig geräuschüberempfindlich, auch starker Schwindel oder Übelkeit können sich einstellen. Zahlreiche Patienten berichten über ein Gefühl, als stecke Watte im Ohr und als läge eine Art Druck auf dem Ohr. Viele erleben Ohrgeräusche (Tinnitus): ein Pfeifen, Rauschen, Tuten oder Dröhnen. Meist ist nur ein Ohr, manchmal sind aber auch beide Ohren in Mitleidenschaft gezogen. Einige Patienten brauchen nur vier bis fünf Tage, bis die Symptome zurückgegangen sind und sich das Hörvermögen wieder erholt hat. Andere brauchen mehrere Wochen. "Meine Hörtestwerte wurden nur sehr sehr langsam besser. Außerdem hatte sich ein Tinnitus eingestellt und ich fühlte mich total erschöpft. Vier Wochen habe ich gebraucht, aber jetzt ist alles wieder in Ordnung."

Was löst den Infarkt im Ohr aus? Experten nennen verschiedene Faktoren: Verspannungen beziehungsweise Erkrankungen der Nacken-, Kopf- und Kiefermuskulatur können zu einem Hörsturz beitragen. Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Rauchen sind Risikofaktoren für die Erkrankung. Auch Infektionen, Autoimmunerkrankungen oder ein plötzlicher Blutdruckabfall können Auslöser sein. Viele Fach­leute sind sich darüber einig, dass Stress und innere Anspannung Hörstürze verursachen. Auch deshalb werden viele Patienten erst einmal mit einem stationären Aufenthalt aus dem Verkehr gezogen. Denn sie brauchen außer Medikamenten eines ganz dringend: Ruhe und Abstand von den Belastungssituationen.

Tipps zur Selbsthilfe:

Um sich so gut wie möglich nach einem Hörsturz zu regenerieren gilt:

  • an frischer Luft spazieren gehen
  • zwei Liter Flüssigkeit am Tag trinken
  • eine gesunde Ernährung ohne Koffein und Alkohol
  • kein Nikotin
  • keine geräuschvolle oder gar laute Umgebung.

Autogenes Training, pro­gressive Muskelentspannung oder Qigong helfen, innere Anspannung abzubauen.


Autorin: Dr. Claudia Mauelshagen, DGK
Foto: DGK / PhotoAlto

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