Freitag, 25. April 2014
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Exakte Anpassung und spezielle Pflege nötig

Studie: Jeder dritte Stützstrumpf sitzt falsch

Stützstrümpfe für Frau und Mann Mehr als zwei Drittel der Patienten, denen der Arzt wegen Venenleiden Kompressionsstrümpfe verschreibt, tragen diese nicht regelmäßig. Dabei kann der Strumpf gefährliche Thrombosen und offene Beine vermeiden. Hauptstörfaktoren sind für die Patienten Hautprobleme und schlechter Sitz der Strümpfe.

Jeder dritte Strumpf rutscht oder schnürt ein. Das hat eine Studie von Venenspezialisten an der Ruhr-Universität Bochum ergeben. "Kompressionsstrümpfe müssen unbedingt von geschultem Fachpersonal genau angepasst werden", fordert der Experte Prof. Dr. Markus Stücker. Hautprobleme wie Trockenheit oder Jucken lassen sich durch spezielle Pflegeprodukte verhindern.

Trockene Haut und Jucken
Patienten mit fortgeschrittenen Venenleiden haben häufig schwere und geschwollene Beine. Kompressionstherapien mit Verbänden und Strümpfen verringern diese Symptome und senken auch das Risiko für lebensgefährliche Folgen des Venenleidens wie Thrombosen oder schlecht heilende Unterschenkelgeschwüre (offenes Bein). Allerdings wenden etwa 67 Prozent der Männer und 69 Prozent der Frauen die empfohlene Kompressionstherapie nicht regelmäßig an. Warum, wollten die Mediziner am Venenzentrum der Ruhr-Universität Bochum wissen und starteten daher eine Befragung betroffener Patienten.

Heraus kam, dass nur 29 Prozent der Patienten die Kompressionsversorgung als angenehm empfanden. 59 Prozent beklagen eine Trockenheit der Haut, 33 Prozent Juckreiz an den Beinen. Bei 29 Prozent der Patienten sitzt der Kompressionsstrumpf nicht richtig, sondern rutscht oder bildet Schnürfurchen.

Gele und Lotionen helfen
"Das muss nicht so sein", betont Prof. Stücker. "Der perfekte Sitz lässt sich erreichen, wenn der Strumpf optimal angepasst ist. Insbesondere Kompressionsstrümpfe sollten deswegen unbedingt durch speziell ausgebildete und regelmäßig trainierte Fachkräfte angemessen werden."

Auch Hautkomplikationen kann man vorbeugen. Spezielle Gel-Präparate, die vor dem Anziehen der Strümpfe aufgetragen werden, minimieren die mechanische Belastung der Haut durch einen Kompressionsstrumpf. Abends können Patienten rehydrierende Lotionen oder Salben auftragen und so die Regeneration der Haut über Nacht fördern.

"Dann ist es nicht mehr unangenehm, den Strumpf zu tragen", so Prof. Stücker. Dass die Strümpfe ihren Dienst tun, bescheinigen die meisten der befragten Patienten ohnehin: 56,4 Prozent lobten die gute Funktionalität.



- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de -
- Quelle: Ruhr-Universität Bochum / © Foto: Belsana


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