Freitag, 28. November 2014
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Internetportal hilft Patienten bei der Beurteilung

IGeL: Selbstzahler-Leistungen beim Arzt unter der Lupe

Ultraschall-Untersuchung beim ArztJedes Jahr geben gesetzlich Versicherte laut AOK rund 1,5 Milliarden Euro für "Individuelle Gesundheits-Leistungen" (IGeL) aus. Diese werden in vielen Arztpraxen angeboten und müssen vom Patienten aus eigener Tasche bezahlen werden. Das Internetportal "IGeL-Monitor" informiert über Selbstzahler-Leistungen und will Patienten vor einer möglichen Abzocke in Praxen schützen.

Mit der zusätzlichen Einnahmequelle verdienen deutsche Kassenärzte mittlerweile zirka sechs Prozent ihres Einkommens. Vor allem Augenärzte, Gynäkologen, Urologen, Orthopäden und auch Hautärzte bieten die sogenannten IGel-Leistungen an. Die Liste umfasst inzwischen mehrere hundert Extra-Angebote. Viele davon stehen in der Kritik von Gesundheitsexperten und gelten als nicht gerade seriös. Um Patienten zu informieren und bei Beurteilung von Sinn und Unsinn einer solchen ärztlichen Zusatz-Leistung zu unterstützen, gibt es seit Jahresbeginn 2012 die Webseite "IGeL-Monitor".

"IGeL-Monitor" informiert im Internet über Nutzen und Schaden

Verbrauchern bietet die Internetseite IGeL-Monitor wissenschaftlich fundierte Bewertungen zu einigen auch sehr häufig angebotenen Selbstzahler-Leistungen - darunter beispielsweise die Glaukom-Früherkennung oder die Akupunktur zur Spannungskopfschmerz-Prophylaxe. Entwickelt wurde die nicht-kommerzielle Internetplattform vom Medizinischen Dienst des GKV-Spitzenverbandes (MDS). Der Online-Informationsservice soll Versicherte bei der Entscheidung für oder gegen eine IGeL-Leistung unterstützen. Denn oft fühlen sich Patientinnen und Patienten mit dieser Abwägung allein gelassen. Zwar sollte der Arzt sie sachlich und umfassend aufklären, doch das ist nicht immer der Fall.

"Eine eigenständige Entscheidung können Versicherte erst treffen, wenn man Nutzen und möglichen Schaden einer Untersuchungsmethode oder einer Behandlung kennt", sagt Dr. Peter Pick, Geschäftsführer des MDS. "Wenn man eine erste Bilanz unserer Bewertungen ziehen möchte, so schneidet die Mehrzahl der IGeL nicht gut ab, einige sogar richtig schlecht. Für die Versicherten bedeutet dies, hier besonders vorsichtig zu sein."

Weitere Hilfestellungen des IGeL-Monitors für Patienten

Versicherte erfahren auf dem Internetportal außerdem, welche Leistung von den gesetzlichen Krankenkassen bei den Beschwerden übernommen wird, für die der Arzt ihnen die IGeL-Leistung anbietet. Außerdem erhalten sie Auskunft über die Preisspanne, zu der eine IGeL angeboten wird.

Zudem informiert der IGeL-Monitor über weitere Aspekte des Selbstzahler-Marktes. Er klärt darüber auf, wie IGeL zustande kommen und wo man ihnen begegnet, und er fragt nach den Rollen und Interessen von Ärzten, Herstellern und anderen beteiligten Gruppen. Außerdem beleuchtet er, wie manche Ärzte ihre Angebote vermarkten, mit welchen psychologischen Kniffen sie dabei arbeiten und welche rechtlichen Fragen zu beachten sind. Ganz praktisch sind auch Tipps, wie sich Versicherte konkret verhalten können, wenn ihnen IGeL beim Arzt angeboten werden.

Selbstzahler-Leistungen müssen vom Arzt gut begründet sein

"Fragen Sie bereits, wenn Ihnen eine IGeL-Leistung angeboten wird, nach den Konsequenzen im Falle eines eventuell 'positiven' Testergebnisses", rät das Gesundheitsmagazin Apotheken Umschau. Zudem sollten Patienten Bedenkzeit verlangen, um weitere Informationen einzuholen und eine Entscheidung dafür oder dagegen ohne Druck fällen zu können. Auch müsse sich ein Arzt, der privat kassieren möchte, bereitwillig den kritischen Fragen seiner Kunden stellen.

Wichtig für Patienten zu wissen: Ein schriftlicher Vertrag mit dem Arzt über eine IGeL-Leistung ist Pflicht. Anders als gesetzlich vorgeschrieben, ergab eine Umfrage der AOK im Jahr 2010 jedoch, dass nicht einmal für die Hälfte aller durchgeführten IGeL-Behandlungen eine schriftliche Vereinbarung bestand.

Hier geht es zum Internetportal "IGeL-Monitor" ...




- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de -
- Quellen: MDS / GKV-Spitzenverband / Apotheken Umschau (Ausgabe 6/2012 A)

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