Osteoporose-Check für Männer ab 50
Immer häufiger: Knochenschwund bei älteren Männern
Wer bei Osteoporose immer noch von einer typischen Frauenkrankheit nach der Menopause ausgeht, muss umdenken: Von den mehr als acht Millionen Deutschen, die an Osteoporose leiden, sind etwa ein Drittel Männer - Tendenz zunehmend. Die Volkskrankheit des fortgeschrittenen Lebensalters steht eng in Zusammenhang mit dem sinkenden Spiegel an Sexualhormonen.
"Angesichts unserer häufig älteren männlichen Patienten sind Urologen für die Risikoabklärung von Osteoporose beim Mann gefragt", sagt Professor Dr. med. Oliver Hakenberg. Der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Urologie sieht die Notwendigkeit, das Bewusstsein für Osteoporose beim Mann zu schärfen. Denn oft werde eine entsprechende Diagnose zu spät - nämlich erst nach Knochenbrüchen bei geringsten Anlässen - gestellt. Frühzeitige Kenntnis über das Osteoporose-Risiko, das mit steigender Lebenserwartung zwangsläufig zunehme, ermögliche jedoch wirksame Präventionsmaßnahmen, meint der Mediziner.
Osteoporose-Risiko steigt auch bei älteren Männern
Bei der Osteoporose führen alters- und krankheitsbedingte Veränderungen im Stoffwechselhaushalt zu einer kontinuierlichen Verringerung von Dichte und Masse der Knochen. Im Gefolge des Abbaus der Substanz der Knochen nimmt deren Brüchigkeit zu. Grundsätzlich wird zwischen primärer und sekundärer Osteoporose unterschieden. Bei der primären sind keine krankhaften Ursachen festzustellen, während bei der sekundären eine andere Erkrankung oder auch deren Therapie der Auslöser der Osteoporose ist.
"Bei Männern diagnostizieren wir mehrheitlich sekundäre Osteoporosen", erläutert Professor Dr. Sabine Kliesch, Urologin und Andrologin am Universitätsklinikum Münster. "Bei ihnen ist die Suche nach den krankheitsbedingten Ursachen vorrangig, um eine kausale Therapie einleiten zu können.“ Die Medizinerin sieht einen Mangel an dem Sexualhormon Testosteron als wichtigen Risikofaktor für Osteoporose beim Mann. Unter den zahlreichen weiteren Risikofaktoren weist Prof. Dr. Kliesch besonders auf Langzeittherapien mit Kortisonpräparaten sowie auf Nierenfunktionsstörungen hin, aber auch auf eine ungesunde Lebensführung mit falscher Ernährung, Nikotin, Alkohol und Bewegungsmangel.
Osteoporose-Check für Männer ab 50
Männer jenseits der 50 sollten bei ihren Routineterminen beim Urologen auch ihr Osteoporose-Risiko abklären lassen, empfiehlt Dr. Axel Schroeder, Präsident des Berufsverbandes der Deutschen Urologen. Dies gelte besonders wenn sie zu den Risikogruppen gehörten oder typische Symptome zeigten. "Typische Symptome sind akut auftretende Schmerzen des Skeletts, ungewollter Gewichtsverlust um mehr als zehn Prozent sowie besonders das Schrumpfen der Körpergröße um mehr als vier Zentimeter in einem Jahr", so der Urologe. Eine Röntgen-Messung der Knochendichte gebe klaren Aufschluss.
Vorbeugende Maßnahmen für ältere Frauen und Männer
Die therapeutischen Schwerpunkte bei diagnostizierter Osteoporose liegen laut Dr. Schroeder für Männer und Frauen gleichermaßen in Ernährung und Bewegung sowie je nach Schwere des Befundes auch in verschiedenen Medikamenten. Bei sekundärer Osteoporose, wie sie beim Mann in etwa 60 Prozent der Fälle vorliege, biete eine Behandlung der auslösenden Ursachen weitere Möglichkeiten.
Grundsätzlich hält er für ältere Männer eine Osteoporose-Prophylaxe mit ausreichend Bewegung und einer ausgewogenen, kalziumreichen Ernährung für wichtig. Wie das ebenfalls notwendige Vitamin D könne die tägliche Kalziumdosis von etwa 1300 Milligramm für ältere Menschen notfalls auch in Präparatform eingenommen werden. Der wichtigste vorbeugende Faktor sei jedoch regelmäßige körperliche Aktivität - und zwar je früher, desto besser.
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- Quelle: DGU/BDU




