Sonderkündigungsrecht bei Beitragserhöhungen
Krankenkasse wechseln und Zusatzbeitrag sparen
Einige gesetzliche Krankenkassen haben die Erhebung eines Zusatzbeitrags im Laufe der ersten Jahreshälfte 2010 bereits angekündigt. Weitere werden sehr wahrscheinlich folgen. Damit müssen Millionen Beitragszahler monatlich mindestens acht Euro, maximal ein Prozent des Bruttoeinkommens, mehr zahlen. Doch jeder Versicherte hat ein außerordentliches Kündigungsrecht, wenn die Krankenkasse den Zusatzbeitrag erhebt.
Bereits Ende Januar 2010 haben mehr als 50 Kassen gegenüber der Stiftung Warentest bestätigt, dass sie in in diesem Jahr keinen Zusatzbeitrag erheben wollen. Nützliche Hinweise der Warentester helfen bei einem Kassenwechsel:
Tipp für die Auswahl einer neuen Kasse ohne Zusatzbeitrag
"Versicherte, die den Zusatzbeitrag nicht zahlen wollen, können von ihrem Kündigungsrecht Gebrauch machen und zu einer Kasse mit ähnlichem oder sogar besserem Leistungsangebot wechseln" sagt Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur der Zeitschrift Finanztest, anlässlich der angekündigten Erhöhungen.
Allerdings sollte man bei einem Krankenkassenwechsel genau prüfen, welche Kasse man aussucht, raten die Warentester. Denn viele Anbieter unterscheiden sich in ihren speziellen Leistungen und dem Service. Manche Kassen bieten zum Beispiel besondere Vorteile beim Zahnersatz, andere in der Versorgung chronisch Kranker, wieder andere Extras wie homöopathische Behandlungen oder die Übernahme von Kosten für eine Haushaltshilfe.
Kassenvergleich mit dem Produktfinder der Stiftung Waretest
Bei der Suche nach einer passenden gesetzlichen Kasse hilft die Stiftung Warentest mit einem neuen Produktfinder. Dieser liefert gegen eine Gebühr von drei Euro jeweils zum Monatsende aktualisiert umfangreiche Informationen zu Beiträgen und zum Leistungs- und Serviceangebot von 95 gesetzlichen Krankenkassen. Versicherte finden hier Informationen, ob die aufgeführten Kassen Zusatzbeiträge erheben oder sogar Prämien an ihre Mitglieder ausschütten.
Praktisch ist auch die Möglichkeit zum Kassenvergleich. So erkennen Versicherte auf einen Blick, ob die ausgewählten Kassen bestimmte Zusatzleistungen anbieten, die ihnen wichtig sind.
Beispiel: Ein Versicherter der DAK aus Bayern legt viel Wert auf Homöopathie und Reiseimpfungen. Will er sich den Zusatzbeitrag sparen, kann er beispielsweise zu den Betriebskrankenkassen SBK, Audi oder Bahn wechseln. Alle drei bestätigten Finanztest, dass sie dieses Jahr keinen Zusatzbeitrag erheben werden. Auch die ALP plus kommt in Frage. Sie versicherte Finanztest gegenüber sogar, für das erste Halbjahr 2010 eine Prämie auszuschütten. Ein Blick in den Finanztest-Produktfinder zeigt, dass sich ein Wechsel für den Versicherten lohnt. Alle vier Betriebskrankenkassen bieten umfangreichere Zusatzangebote bei Reiseimpfungen und Homöopathie als die DAK.
Weitere Informationen:
Weitere Informationen zu den Krankenkassen mit und ohne Zusatzbeitrag sowie den Produkfinder Gesetzliche Krankenkassen finden Sie auf der Internetseite der Stiftung Warentest.
- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de -




