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Montag, 21. Mai 2012
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Abhärten ohne Gänsehaut

Mit gestärkter Körperabwehr fit für den Winter

Mann unter der DuscheFast überall, wo wir in der kalten Jahreszeit den größten Teil unseres Tages verbringen, ist es kuschelig warm: Zu Hause, im Auto und am Arbeitsplatz. Für unsere Gesundheit hat das jedoch gleich zwei negative Auswirkungen. Erstens - das besagen neuere Studien - verbrennt der Körper weniger Fett, wenn Kältereize fehlen. Zweitens fährt das Immunsystem durch die mangelnde Auseinandersetzung mit Kältereizen seine Aktivität zurück. Deshalb sind trotz der wohligen Wärme viele Menschen erkältet.

Wer sich gezielt abhärtet, kann das Abwehrsystem seines Körpers aber auf Trab bringen. Auch das ist mittlerweile durch zahlreiche Untersuchungen belegt. Doch manch einer bekommt schon beim Hören des Wortes "Abhärten" eine Gänsehaut und - lässt es lieber bleiben. Dabei ist das Abhärten gar nicht so hart.

Wirksame Abhärtung durch Simulation

Den besten Trainingseffekt für die Abwehr erzielt man, indem man eine Kältebelastung quasi simuliert.

"Dabei erhöht sich durch das Abhärten die Anzahl verschiedener, am Immunsystem beteiligter Zellen und Botenstoffe", berichtet Dr. Heinz Leuchtgens, Präsident des Kneippärztebund e. V. "Außerdem wird die Anpassung der Durchblutungsleistung verbessert. So kommen mit dem Blutstrom mehr Abwehrzellen an die gefährdeten Eintrittspforten für Viren, wie beispielsweise an Nasen-und Bronchialschleimhaut. Und die Abwehrzellen sind auch schneller am Einsatzort.“

Beim Abhärten des Körpers immer warm beginnen ...

Regel Nummer eins beim Abhärtungstraining heißt: Man muss immer warm beginnen! Den besten Trainingseffekt für die Abwehr erzielt man nämlich, in dem man eine größere Kältebelastung lediglich simuliert.

Bei der einfachsten und am häufigsten praktizierten Abhärtungsmethode wird der Körper dafür zunächst in der Dusche oder der Badewanne aufgewärmt. Erst dann werden kurze, intensive Kaltreize, beispielsweise durch Kaltwassergüsse, gesetzt. Durch mehrmaliges Wiederholen (2 bis 4 Mal) wird der Körper in seiner Anpassungsfähigkeit schließlich gestärkt.


... und immer warm aufhören

Genau so wichtig ist es, beim Abhärten ebenfalls warm aufzuhören - und zwar mit der Wärme, die der Körper auf den Kältereiz hin selbst produziert. Das wusste schon der berühmte Naturheilkundler Vincenz Prießnitz (1799 - 1855), der dazu schrieb: "Es ist ja nicht die Kälte, die heilt, sondern die Wärme, die durch das kalte Wasser erzeugt wird".

Nach einem letzten kalten Wasserguss sollte
man also auf keinen Fall warm duschen, sondern den Körper schön warm einpacken. Denn dann produziert er die nötige Wärme ganz von selbst.

Tipps für Warmduscher und Genussmenschen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich mit Duschen "winterfest" zu machen. Für jeden leicht anwendbar und effektiv ist der abschließende Kaltreiz nach einer warmen Dusche am Morgen. Mit der Brause wird kaltes Wasser erst über Beine und Arme, schließlich über den Rumpf gespült. Anfangs kostet das vielleicht Überwindung, doch die Empfindlichkeit lässt von Tag zu Tag nach. Anschließend ist der Körper angenehm durchblutet, man ist wach und fühlt sich frisch. Wer sehr empfindlich ist, kann sein Abhärtungstraining auch mit Kaltwassergüssen für das Gesicht oder die Arme beginnen.

Stärkung der Körperabwehr durch Barfußlaufen

Ein besonderer Genuss und zudem sehr effektiv ist das Barfußlaufen in kaltem Tau oder Schnee. Wer vom Haus aus Zugang zu einer Wiese hat, kann den Tag mit Tau- oder Schneetreten beginnen. Aber auch hier gilt: erst warm, dann kalt. Die Füße müssen also vorher schön mollig sein. Wenn sie dies nicht sind, kann ein Fußbad helfen. Nach dem Tautreten sollten die Füße, beispielsweise mithilfe dicker Socken, wieder erwärmt werden.

Wem beim Wort "Abhärtung" bisher ein kalter Schauer den Rücken herunter lief, der hat nun keine Ausrede mehr: Denn Abhärtung hat viel mehr mit Wärme als mit Kälte zu tun!



- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de -
- Quelle: DGK / Foto: © die-exklusiven-Fotolia.com

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