Montag, 20. November 2017
Sie sind hier:  Themen-Fenster Gesundheit > Mittel zur...
 

Vitamine aus dem Plastikröhrchen

Mittel zur Nahrungsergänzung mit Vorsicht genießen

Lila Pillen1,3 Milliarden Euro geben die Deutschen jedes Jahr für Vitamine, Mineralstoffe oder Enzyme zur Nahrungsergänzung aus. Von Magnesium, Zink über Vitamin A bis E gibt es mittlerweile sämtliche Nährstoffe abgepackt zu kaufen. Sie versprechen gesteigertes Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit sowie den Schutz vor Erkrankungen. Allerdings ist die tatsächliche Wirksamkeit in der Regel gering.

"Pillen, Kapseln und Säfte ersetzen keineswegs eine ausgewogene Ernährung", warnt Frank Grunwald, Gesundheitsexperte beim Deutschen Ring. "Wer die Produkte zu hoch dosiert oder falsch anwendet, setzt sogar seine Gesundheit aufs Spiel."

Laut Stiftung Warentest kann beispielsweise eine erhöhte Aufnahme von Vitamin C-Präparaten Herz und Kreislauf schädigen. Außerdem entwickeln Menschen, die ergänzende Selen-Produkte zu sich nehmen, häufiger Diabetes. Einige Mittel sollten zudem beispielsweise während der Schwangerschaft gemieden werden. Aber auch bei Krankheiten oder der gleichzeitigen Einnahme von Medikamenten, bestehen bei einigen Produkten Risiken.

Nebenwirkungen häufig unbekannt

Trotz der gesundheitlichen Gefahren halten viele Deutsche die Nahrungsergänzungsmittel für unbedenklich. Sie informieren sich deshalb selten über die Präparate. Ein Grund dafür ist, dass die Mittel in Supermärkten oder Drogerien frei erhältlich sind, denn laut Gesetz handelt es sich bei den Pillen, Säften und Kapseln nicht um Arzneimittel. Dementsprechend stehen Hersteller auch nicht in der Pflicht, Konsumenten auf mögliche Nebenwirkungen hinzuweisen.

Viele Menschen wissen deshalb nicht, dass es überhaupt Begleiterscheinungen gibt. Dabei können beispielsweise Omega-3-Fettsäuren - also Fischöl - Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit oder Erbrechen hervorrufen. Mögliche Nebenwirkungen von Jod sind Akne oder Fieber. "Verbraucher sollten deshalb Qualität, Wirksamkeit und Begleiterscheinungen der Produkte vor dem Kauf unbedingt kritisch hinterfragen", rät Grunwald. "Im Zweifel ist es ratsam, einen Arzt zu konsultieren. Er kennt sich nicht nur mit derartigen Produkten aus, sondern hat zusätzlich die persönliche Krankengeschichte immer im Blick", so der Experte.

Der Griff zu Pillen und Fläschchen ist im Normalfall gar nicht notwendig. Für gesunde Personen mit einer ausgewogenen Ernährung sind Mittel zur Nahrungsergänzung überflüssig. Denn über die täglichen Mahlzeiten bekommt der Körper alle benötigten Nährstoffe. Selbst Schwankungen kann er ausgleichen, wenn der Mangel an Vitaminen und Mineralien nicht zum Dauerzustand wird.

Nahrungsergänzung nur bei bestimmten Gruppen sinnvoll

In bestimmten Fällen ist die Einnahme der Präparate allerdings durchaus sinnvoll, wie etwa bei Schwangeren oder bei älteren Menschen mit bestimmten Mangelerscheinungen. Darüber hinaus lässt sich eine sehr einseitige Ernährung mit Ergänzungsmitteln ausgleichen. Wer es etwa aufgrund eines extrem stressigen Arbeitsalltags nicht schafft, ausreichend Nährstoffe zu sich zu nehmen, für den ist die kontrollierte Einnahme bestimmter Produkte möglicherweise sinnvoll.

"Falsch wäre es jedoch, die Präparate als Freibrief für ein schlechtes Essverhalten zu betrachten", warnt Grunwald vom Deutschen Ring. "Die Mittel sind - wenn überhaupt - nur zur Ergänzung gedacht und nicht, um den Tagesbedarf sämtlicher Vitamine und Mineralstoffe abzudecken."



- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50lus.de -
- Quelle: Deutscher Ring Krankenversicherungsverein a. G.

Schriftgröße ändern:
  • groß
  • mittel
  • normal
Kostenloser Newsletter:
Abonnieren Sie hier die
E-Mail-Nachrichten von serviceseiten50plus!
Kostenloser Newsletter
Eingang zum Club50plus
Nutzername:
Passwort:

Passwort vergessen?

Hier kostenfrei Mitglied werden!