Dienstag, 25. September 2018
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Männer mit Muckis leben länger

Muskelschwäche meist Ursache für Invalidität im Alter

Senior im Fitness-StudioEine starke Muskulatur verlängert die Lebenserwartung. Einer großen, internationalen Langzeitstudie zufolge leben Männer, die in Armen und Beinen mehr Kraft entwickeln, im Durchschnitt länger als ihre untrainierten Geschlechtsgenossen.

Muskeltraining verringert demnach das Krankheitsrisiko, teilt der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) mit und empfiehlt: Fitnesstraining sollte deshalb nicht einseitig auf Herz-/Kreislaufübungen setzen, sondern auch Übungen zur Kräftigung der Muskulatur enthalten.

Muskelkraft schützt auch ältere Menschen

In der Studie - veröffentlicht im British Medical Journal - hat ein internationales Forscherteam in einer fast 19 Jahre umfassenden Untersuchung knapp 8.800 Männer zwischen 20 und 80 Jahren beobachtet und ihre Muskelkraft analysiert. Dabei zeigte sich, dass eine schwache Muskulatur die Sterblichkeit um bis zu 50 Prozent erhöht. "Eine höhere Muskelkraft schützt offenbar sowohl jüngere als auch ältere Menschen. Selbst übergewichtige Menschen haben eine längere Lebenserwartung, wenn sie gut trainierte Muskeln haben", sagt der Sportmediziner Professor Martin Halle vom BDI. Tödliche Herz-/Kreislauf- und Krebserkrankungen treten dann seltener beziehungsweise später auf.

"Mehr Muskeln bedeuten stärkere Zuckerverbrennung, was das Diabetesrisiko senkt. Außerdem wirkt sich Muskeltraining günstig auf Cholesterin und Blutfettwerte aus", erklärt auch der österreichische Männerarzt Dr. Georg Pfau im einem Interview mit dem Mediendienst Pressetext. Höhere Muskelmasse hält, so Pfau, nicht nur das Skelett des Menschen besser, sondern hebt auch den Grundumsatz des Körpers. So verbraucht ein muskulöser Körper für die gleiche Bewegung mehr Kalorien als ein muskelarmer, was der Zivilisationskrankheit Fettleibigkeit vorbeugt. Auch bei Frauen senkt Muskeltraining das Risiko, an der Alters-Knochenkrankheit Osteoporose zu leiden. Negative Folgen für die Lebenserwartung durch fehlendes Krafttraining liegen für Pfau auf der Hand, denn Muskeldefizite seien die häufigste Ursache für Invalidität im Alter.

Kraft- und Ausdauertraining sind gemeinsam am effektivsten

Muskelstärke wirkt sogar ohne Kreislauftraining lebensverlängernd. Einen größeren Effekt haben allerdings eine hohe Muskel-Fitness gepaart mit Kreislauf-Fitness. Denn nur zusammen mit einem kräftigen Herz-/Kreislaufsystem lassen sich der Studie zufolge Herz- und Gefäßerkrankungen vermeiden: So lag die Sterblichkeit der Männer mit der stärksten Muskulatur und dem kräftigsten Kreislauf um 60 Prozent niedriger als bei den Teilnehmern mit der geringsten Muskelkraft.

"Die Ergebnisse belegen, wie wichtig eine kräftige Muskulatur für die Gesundheit ist. Die Resultate beziehen sich zwar nur auf Männer, sind aber mit hoher Wahrscheinlichkeit auch für Frauen gültig", betont Professsor Halle in Übereinstimmung mit seinem österreichischen Kollegen. Fitnessprogramme, die ausschließlich eine Stärkung des Kreislaufs zum Ziel haben, seien daher auf Dauer nicht ausreichend. Vielmehr müssten sie durch gezieltes Krafttraining ergänzt werden. "Kreislaufübungen sind gut, Kraft- und Ausdauertraining zusammen ist besser", folgert der Sportmediziner.

Als Richtwert empfiehlt sein Kollege Pfau im Gespräch mit Pressetext "mindestens zweimal eine Stunde Ausdauersport und zweimal eine halbe Stunde Krafttraining pro Woche." Dazu eigne sich jede Form des Muskeltrainings wie etwa auch das Treppensteigen in den zehnten Stock; das Fitness-Center sei jedoch aufgrund der fachlichen Anleitung und der Motivation durch die Gruppe zu empfehlen. Zwar seien Besucher von Fitness-Centern oft "eitle Leute, denen es kaum um die Lebenserwartung geht", doch stelle sich dieser gesundheitliche Aspekt bei ihnen aufgrund des konsequenten Trainings und der bewussten Ernährung durchaus ein, so der Mediziner abschließend.



- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de -
- Quellen: pressetext // Internisten-im-Netz.de

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