Lungenärzte informieren:
Rauchen gleich nach dem Aufwachen erhöht Krebsrisiko
Raucher, die sich die erste Zigarette direkt nach dem morgendlichen Aufwachen anzünden, haben ein größeres Risiko für Lungenkrebs beziehungsweise Tumoren im Kopf- und im Halsbereich als Raucher, die - bei vergleichbarem Zigarettenkonsum pro Tag - länger abwarten. Das zeigen zwei Studien aus dem Jahr 2011.
"Durch dieses Verhalten lassen sich Menschen identifizieren, die besonders stark Tumor gefährdet sind und gleichzeitig offenbar auch besonders stark nikotinabhängig, sodass sie ein rigideres Entwöhnungsprogramm benötigen als weniger nikotinsüchtige Raucher", erläutert Prof. Dieter Köhler vom wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin und Leiter der Lungenfachklinik Kloster Grafschaft in Schmallenberg.
"Warum der frühere Griff zur Zigarette besonders gesundheitsschädigend ist, weiß man noch nicht genau", sagt der Mediziner. "Theoretisch könnte man erwarten, dass ein süchtigeres Rauchverhalten auch zu einem höheren Tabakkonsum führt. Das scheint aber nicht durchgehend der Fall zu sein - wer früher zur Zigarette greift, raucht also nicht unbedingt auch mehr Zigaretten am Tag. Vielmehr wird durch den früheren Zeitpunkt des Rauchens nach dem Aufstehen möglicherweise die Verstoffwechselung der aufgenommenen Schadstoffe beeinflusst, sodass sich bei den Betroffenen - trotz vergleichbarer Konsummenge und Schadstoffdosis - tendenziell mehr Schadstoffe bzw. deren Abbauprodukte anreichern."
Krebsrisiko für frühmorgendliche Raucher bis doppelt so hoch
Die einzelnen Ergebnisse der beiden Studien lassen sich zusammenfassen:
- Raucher, die innerhalb der ersten dreißig Minuten nach dem morgendlichen
Aufwachen ihre erste Zigarette rauchten, wiesen ein um 1,8 erhöhtes
Lungenkrebsrisiko und ein um 1,6 erhöhtes Risiko für Tumoren im Kopf- oder
Halsbereich auf im Vergleich zu Rauchern, die sich erst nach einer Stunde die erste
Zigarette anzündeten.
- Bei Rauchern, die 31-60 Minuten vergehen ließen, bis sie zur ersten Zigarette nach
dem Aufstehen griffen, war das Lungenkrebsrisiko um den Faktor 1,3 und das Risiko
für Kopfoder Halstumoren um den Faktor 1,4 erhöht.
"Die Notwendigkeit, gleich nach dem Aufwachen rauchen zu müssen, kennzeichnet zum einen das individuelle Ausmaß an Nikotinabhängigkeit, wobei eine stärker ausgeprägte Sucht wahrscheinlich durch genetische Einflüsse und bestimmte Persönlichkeitsfaktoren verursacht wird. Zum anderen sind solche Menschen aber auch besonders stark gefährdet, an Krebs zu erkranken, und sollten deshalb umso mehr versuchen, von den Zigaretten loszukommen", warnt Köhler.
- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de -
- Quelle: lungenaerzte-im-netz.de




