Montag, 24. September 2018
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Patientenschutz

Regeln bei einer psychotherapeutischen Behandlung

Sessel und CouchEine vertrauensvolle Beziehung zwischen einem Patienten und einem Psychotherapeuten ist für eine erfolgreiche Behandlung sehr wichtig. Diese Beziehung geht oft mit einer besonderen emotionalen Intensität und Offenheit von Seiten des Patienten einher und macht einen besonderen Patientenschutz notwendig.

Psychotherapeuten sind dazu angehalten, das Vertrauen oder etwaige Unwissenheit und Hilflosigkeit ihrer Patienten nicht auszunutzen. An dieser professionellen Verpflichtung lässt auch kein qualifizierter Psychotherapeut Zweifel aufkommen: Beispielsweise geht ein professionell arbeitender Psychotherapeut auf den Wunsch nach privatem Kontakt nicht ein. Er schreibt keine privaten Briefe an den Patienten, er verabredet sich nicht zum Essen und nimmt auch keine Geschenke an. Insbesondere jeder sexuelle Kontakt ist völlig unzulässig.

Um Patienten eine bessere Orientierung zu bieten, welches Verhalten eines Psychotherapeuten aus therapeutischer Sicht sinnvoll, fragwürdig oder gar unmoralisch ist, hat der Berufsverband der Deutschen Psychiater eine Übersicht zusammengestellt.

Was ist Grundvoraussetzung:

  • Begrüßung und Verabschiedung mit den üblichen Höflichkeitsformeln
    (Hand geben);
  • Während der Therapie notwendige körperliche Untersuchungen werden zeitlich getrennt und in anderem Setting durchgeführt;
  • Dauer und Frequenz der Sitzungen, Therapieinhalte und –Techniken sind bekannt;
  • Arzt/Therapeut stellt Werte/Einstellungen, Erfahrungen des Patienten und dessen Konflikte in den Mittelpunkt und nicht in Frage oder in Kritik (mit Ausnahme von eindeutig kriminellen Absichten);
  • Arzt/Therapeut beachtet selbstverständlich medizinisch-wissenschaftliche Standards und wendet nur wissenschaftlich anerkannte und zugelassene Methoden an.

Was kann sinnvoll sein?

  • Kurzes Berühren zu Beginn oder Ende der Sitzung an Hand, Arm, Schulter;
  • Kurze Umarmungen zu besonderen Gelegenheiten, zum Beispiel am Ende besonders bewegender Sitzungen, in der Regel nicht in der Anfangsphase einer Therapie;
  • Seltenes situations- bzw. therapiebedingtes Abkürzen/Überziehen der Sitzungen, Sitzungsdauer wird in der Regel eingehalten;
  • Arzt/Therapeut stellt selten und mit dem Zweck, dem Patienten eine Alternative zu dessen Denk- und Handlungsmodell darzustellen, eigene Erfahrungen dar.

Was ist grenzwertig?

  • Berührungen im Gesicht;
  • Zufällige Begegnungen im privaten Bereich, bei Einladungen gemeinsamer Bekannter etc.;
  • Häufiges Abkürzen/Überziehen/ Nichteinhalten der Sitzungen;
  • Arzt/Therapeut stellt und bewertet Sicht- und Denkmodelle des Patienten häufig; in Relation zu seinen eigenen Wertvorstellungen und Erfahrungen.

Was ist eindeutig nicht akzeptabel?

  • Berühren im Intimbereich im Rahmen der Sitzungen oder außerhalb;
  • Aufnahme intimer Beziehungen während oder nach der Therapie;
  • Private Verabredungen während oder nach Beendigung der Therapie;
  • Sitzungen werden regelmäßig in späteren Abendstunden ohne Praxispersonal abgehalten mit dem Ziel, in ein privates Treffen übergeleitet zu werden;
  • Arzt/Therapeut spricht hauptsächlich von seinen Problemen, stellt seine finanzielle/emotionale/sexuelle Bedürftigkeit dar, leiht sich beim Patienten Geld;
  • Arzt/Therapeut demütigt/beschimpft oder schlägt den Patienten;
  • Herstellen einer emotionalen Abhängigkeit des Patienten aus narzißtischen Gründen (Sie sind so schwer krank, dass Sie froh sein sollten, dass überhaupt ein Arzt/Therapeut Sie nimmt, nur ich kann Sie aufgrund meiner besonderen Fähigkeiten therapieren.).


- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de
- Quelle: Berufsverband Deutscher Psychiater e.V.

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