Montag, 03. August 2020
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Volkskrankheit Reflux

Sodbrennen und saures Aufstoßen wirksam behandeln

Mann mit BauchIn Deutschland leidet etwa jeder Fünfte häufig unter einem Rückfluss vom Magensaft in die Speiseröhre. Menschen, die sich durch Sodbrennen und saures Aufstoßen in ihrer Lebensqualität stark beeinträchtigt fühlen, sollten ärztliche Hilfe suchen. Oft können Betroffene sich durch Abnehmen oder die Anwendung eines ganz einfachen Tricks aber auch selbst helfen.

Die "Refluxkrankheit" hat sich in den letzten 40 Jahren von einem eher seltenen Phänomen zu einem der häufigsten Probleme der Gastroenterologie entwickelt. Ein wesentlicher Grund für die Zunahme der Erkrankung und ihrer Komplikationen liegt darin, dass immer mehr Menschen zu dick sind. Mithilfe von Medikamenten, die die Säureproduktion im Magen hemmen, kann man Sodbrennen und saures Aufstoßen meist wirksam behandeln. Auch Folgeerscheinungen wie Entzündungen der Speiseröhre könne man dadurch vorbeugen, sagt die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS).

Nicht immer eine Krankheit

"Reflux, also der Rückfluss von Magensaft hin zur Speiseröhre, ist bis zu einem gewissen Grad normal, insbesondere nach dem Essen", erklärt Professor Dr. med. Joachim Labenz, Chefarzt der Fachabteilung für Innere Medizin des Jung-Stilling-Krankenhauses in Siegen. Erhöht sich jedoch - etwa in Folge von Übergewicht - der Druck in der Bauchgegend, kann dies die Ventilfunktion des Schließmuskels zwischen Speiseröhre und Mageneingang stören. "Normalerweise öffnet sich der Pförtner zum Magen nur, damit Mahlzeiten und Getränke dort hinein gelangen können", so DGVS-Experte Labenz. Bei Refluxpatienten jedoch geschieht dies häufiger: Magensäure fließt auch dann in die Speiseöhre, wenn keine Speisebrocken unterwegs zum Magen sind. Das typische Brennen im Brustbereich ist die Folge.

Abnehmen hilft oft

Um die Beschwerden zu lindern, raten Ärzte übergewichtigen Patienten häufig dazu abzunehmen. "Wenn es den Patienten gelingt, ihr Gewicht zu reduzieren, geht es ihnen oftmals besser", so Labenz, der derzeit an der Neuauflage einer DGVS-Leitlinie mitwirkt, in der die Mediziner auch sogenannte Protonenpumpen-Hemmer gegen die Refluxkrankheit empfehlen. Die Wirkstoffe dieser Medikamente reichern sich in der Magenschleimhaut an und hemmen dort die Säureproduktion. "Richtig dosiert und eingenommen wirken diese Mittel meist gut", so Labenz. Nur in begründeten Ausnahmefällen sollten Ärzte und Patienten eine Operation in Betracht ziehen.

Bei starken Beschwerden fachärztlichen Rat einholen

Menschen mit starken Refluxbeschwerden sollten sich in jedem Fall an einen Facharzt wenden, empfiehlt die DGVS. "Durch eine Spiegelung der Speiseröhre kann der Gastroenterologe Schäden entdecken, die der stark saure Magensaft möglicherweise bereits verursacht hat", sagt Professor Dr. med. Christian Trautwein von der DGVS.

Bei etwa 30 Prozent der Patienten ist die Speiseröhre entzündet. Blutungen, Geschwüre und Veränderungen der Schleimhaut können die Folge sein. Im schlimmsten Fall entwickelt sich ein "Refluxkarzinom", eine Krebserkrankung der Speiseröhre. "Glücklicherweise sind solch schwere Komplikationen selten", entwarnt Trautwein. Gerade Patienten, die häufig und auch nachts unter Beschwerden leiden, sollten jedoch durch eine Behandlung vorbeugen. Auch einfache Mittel helfen: "Im Bett den Oberkörper etwas höher zu lagern, verhindert nachts im Liegen das Aufsteigen der Magensäure", empfiehlt der Experte.

Hintergrundinformatione zur DGVS:
Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) wurde 1913 als wissenschaftliche Fachgesellschaft zur Erforschung der Verdauungsorgane gegründet. Heute vereint sie mehr als 5.000 Ärzte und Wissenschaftler aus der Gastroenterologie unter einem Dach, fördert wissenschaftliche Projekte und Studien, veranstaltet Kongresse und Fortbildungen und unterstützt den wissenschaftlichen Nachwuchs. Ein wichtiges Arbeitsgebiet ist auch die Entwicklung von Standards und Behandlungsleitlinien für Erkrankungen der Verdauungsorgane.



- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de -
- Quelle: DGVS

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