Mittwoch, 22. November 2017
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Allein Lebende besonders gefährdet

Sommerhitze: 10 Tipps für pflegebedürftige Senioren

Wasser aus Flasche in GlasFür alte, vor allem pflegebedürftige Menschen bergen heiße Sommertage große Strapazen: Der Kreislauf ist stärker belastet und die natürliche Temperaturregulierung anfälliger für Störungen. Häufig wird wegen eines geringeren Durstgefühls im Alter nicht genug getrunken. Das alles kann dramatische Folgen haben. Zehn Tipps der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege zeigen, was pflegebedürftige Senioren bei Hitze schützt.

Vor allem ältere pflegebedürftige Menschen, die allein leben, haben bei Sommerhitze ein höheres Risiko, da kontinuierliche Unterstützung - beispielsweise regelmäßiges Anreichen von Getränken - fehlt. Gerade Flüssigkeitsmangel führt immer wieder zur sogenannten Hitzeerschöpfung oder im schlimmsten Fall zu einem lebensbedrohlichen Hitzschlag. In solchen Fällen ist es deshalb besonders wichtig, dass sich Nachbarn oder Angehörige um die pflegebedürftige Person kümmern.

Tipp 1 - Flüssigkeitsbedarf mit Arzt klären

In der Regel sollte ein älterer Mensch täglich etwa 1,5 bis 2 Liter in Form von Getränken zu sich nehmen. Jedoch können bei bestimmten Erkrankungen  andere, ärztlich verordnete Trinkmengen erforderlich sein. Angebracht ist daher ein Gespräch zu diesem Thema mit dem Arzt. Auch ein Trinkprotokoll sollte geführt werden, damit die aufgenommene Flüssigkeitsmenge kontrolliert werden kann.

Tipp 2 - Regelmäßig trinken

Durch starkes Schwitzen steigt der Flüssigkeitsbedarf des Körpers. Je nach festgelegtem täglichem Flüssigkeitsbedarf sollten stündlich ein bis zwei Gläser Flüssigkeit zur Verfügung stehen bzw. angeboten werden. Außerdem ist es wichtig, immer wieder an das regelmäßige Trinken zu erinnern.

Falls als Getränk (Mineral-)Wasser nicht akzeptiert wird, können beispielsweise auch kühle Kräuter- und Früchtetees, Saftschorlen oder kalte Suppen gereicht werden. Eisgekühlte Getränke sind nicht empfehlenswert, da das Durstgefühl schneller nachlassen kann und so die Trinkmenge geringer bleibt.

Tipp 3 - Medikamenteneinnahme nach ärztlichem Rat anpassen

Einige Medikamente beeinflussen den Wasserhaushalt oder die Anpassungsfähigkeit des Körpers bei Hitze und erhöhen das Risiko einer Hitzeerschöpfung und eines Hitzschlags. Zu den Medikamenten, die den Flüssigkeitshaushalt beeinflussen, gehören unter anderem Entwässerungstabletten, Beruhigungstabletten und bestimmte Herzmedikamente. Daher sollte man mit dem Hausarzt klären, ob die Medikamentendosis oder der Verabreichungszeitpunkt angepasst werden sollten.

Tipp 4 - Ernährung umstellen

Ebenso ist eine Anpassung der Ernährung an die hohen Temperaturen sehr empfehlenswert. Beispielsweise bieten sich Wassermelonen, Apfelmus, Joghurt, Buttermilch und andere flüssigkeitsreiche, erfrischende und wenig gesüßte Speisen an. Als Hauptspeise sind leichte Gerichte wie Geflügel oder Fisch sinnvoll.

Tipp 5 - Raumtemperatur abkühlen

Räume sollten ausreichend belüftet oder gekühlt werden. Dabei gilt es zu vermieden, dass sich die pflegebedürftige Person in der Zugluft befindet. Besser als tagsüber zu lüften ist ein ausgiebiges Stoßlüften in den frühen, kühleren Morgenstunden und am Abend. Zudem sollten die Räume tagsüber mit Rollläden oder Vorhängen abgedunkelt sein, um die Raumtemperatur zu senken.

Tipp 6 - Kleidung und Bettwäsche angemessen wählen

Auch auf luftdurchlässige Kleidung ist zu achten. Daneben sollten leichte Bettwäsche oder nur ein Laken als Zudecke und so wenig Kissen wie möglich verwendet werden. Das Kopfkissen sollte mit einem schweißsaugenden Frotteehandtuch bedeckt und häufig gewechselt werden.

Tipp 7 - Kühlende Körperpflege anwenden

Kalte Fußbäder oder kühle Kompressen auf der Stirn können gegen Überhitzung helfen. Auch Abreibungen mit einem lauwarmen oder leicht kühlen Waschlappen bieten sich an.

Tipp 8 - Körpertemperatur kontrollieren

Bei großer Hitze sollte die Körpertemperatur des pflegebedürftigen Menschen mehrmals täglich kontrolliert werden. Bei Fieber muss die Flüssigkeitszufuhr erhöht werden. Zum Beispiel sollte die erkrankte Person wenigstens 500 Milliliter zusätzliche Flüssigkeit pro Tag trinken, wenn die Körpertemperatur von 37 auf 38 Grad steigt.

Tipp 10 - Infusionen und weitere Hilfen nutzen

Pflegebedürftige Senioren, die kaum oder keine Flüssigkeit zu sich nehmen können, benötigen gegebenenfalls eine Infusion. In solchen Fällen ist zwingend der Hausarzt einzuschalten.

Zudem ist es besonders wichtig, Lippen und Mundschleimhaut des Pflegebedürftigen regelmäßig mit einem feuchten Waschlappen zu befeuchten. Angehörige sollten sich dann aber auch die korrekte Mundpflege von einer ausgebildeten Pflegekraft zeigen lassen.

Tipp 10 - Bei Auffälligkeiten sofort Arzt verständigen

Symptome wie Unruhe, Verwirrtheit oder Erbrechen können auf eine Überhitzung und erheblichen Flüssigkeitsmangel des Körpers hinweisen. In diesem Fall muss umgehend der Haus- oder ein Notarzt verständigt werden.



- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de -

- Quelle: ZQP

 

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