Samstag, 15. August 2020
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Symptome verändern sich im Alter

Studie erforscht Kopfschmerzen bei Senioren

Mann mit KopfschmerzenDie heutige soziodemographische Entwicklung führt dazu, dass immer häufiger alte Menschen wegen Kopfschmerzen zum Arzt gehen. Die vielschichtige diagnostische Einordnung von Kopfschmerzen im höheren Alter und die Anforderungen an eine wirksame Therapie stellen eine besondere Herausforderung für die Ärzte dar.

"Grundsätzlich muss stets unterschieden werden, ob ein primäres Kopfschmerzsyndrom wie eine Migräne oder ein Spannungskopfschmerz vorliegt, oder ob sich hinter dem Schmerz ein sekundäres Kopfschmerzsyndrom, das heißt eine andere Erkrankung mit dem Symptom Kopfschmerz, verbirgt", sagt Dr. Stefanie Förderreuther, Generalsekretärin der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG).

Bestimmte Kopfschmerz-Arten sind typisch bei Senioren
"Für ältere Menschen mit Kopfschmerzen ist eine spezielle Diagnostik besonders wichtig", betont Dr. Förderreuther. Denn der Anteil der sekundären Kopfschmerzerkrankungen nimmt mit dem Alter zu und liegt bei den über 65-jährigen Patienten bei etwa 15 Prozent. "Hierbei stehen gefäßbedingte und tumorbedingte Ursachen im Vordergrund. Daneben muss aber auch an Medikamentennebenwirkungen und eine Vielzahl anderer Erkrankungen gedacht werden", erläutert die Fachärztin für Neurologie. "Bestimmte Störungen wie die Trigeminus-Neuralgie (eine Form des Gesichtsschmerzes - Anmerkung d. Red.), der schlafgebundene Kopfschmerz und die Arteriitis temporalis (eine Gefäßentzündung, im Alter vor allen der Schläfenarterien -  Anmerkung d. Red.) treten sogar fast ausschließlich bei älteren Personen auf."

Um eine differenzierte Diagnose bei Kopfschmerz stellen und entsprechend behandeln zu können, brauchen Ärzte bei älteren Patienten ganz besondere Sorgfalt und klinische Erfahrung: Denn es nehmen nicht nur die symptomatischen Formen zu, sondern es wandeln sich nach allgemeinen Erkenntnissen mit dem Alter auch die charakteristischen Symptome primärer Kopfschmerzsyndrome. Insbesondere die klassischen Symptome einer Migräne wie Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit können sich abschwächen.

Untersuchung soll die Behandlung älterer Patienten verbessern

Insgesamt ist der wissenschaftliche Kenntnisstand zur Epidemiologie der primären und sekundären Kopfschmerzerkrankungen im Alter noch äußerst spärlich. Auch in den meisten klinischen Studien wird gerade die Altersgruppe der über 65-Jährigen nicht oder kaum berücksichtigt. So gibt es auch für die Behandlung von Kopfschmerzerkrankungen im Alter bisher praktisch keine auf die Besonderheiten dieser Altersgruppe ausgerichteten spezifischen Therapieempfehlungen.

Um so wichtiger ist die Erlangung von wissenschaftlichen Erkennnissen zu Kopfschmerzen im Alter sowie zu den speziellen Bedürfnissen der älteren Generation. Sie stellen die Grundvoraussetzung für eine gute Versorgung dieser Patientengruppe dar. Mit einer neuen Studie will die DMGK die aktuellen Wissenslücken schließen. Erste Ergebnisse zu der Untersuchung über Kopf- und Gesichtsschmerzen bei Patienten, die älter als 65 Jahre sind, sollen im Frühjahr 2012 vorliegen. In dem Pilotprojekt werden zunächst circa 200 Patienten, die in Münchner Wohnstiften leben, befragt. Es ist dann geplant, die Erhebung zu erweitern, um auch andere Regionen innerhalb Deutschlands zu erfassen.

Ziel der DMDK-Studie ist es, die medizinische Versorgung von Senioren mit Kopfschmerzerkrankungen flächendeckend zu verbessern.


- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de - // Quelle: DMGK

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