Ein knappes Gut
Weihrauch hilft bei chronischen Entzündungen
Gold, Myrrhe und Weihrauch - die Gaben der Heiligen drei Könige aus dem Morgenland. Wer denkt bei solch kostbaren Geschenken schon an die Gesundheit? Doch bereits um Christi Geburt galt Weihrauch, das natürliche Harz des Weihrauchstrauches (pharmazeutisch "Olibanum"), als therapeutisch wirksam. Schon vor 7.000 Jahren wurde den orientalischen Göttern Weihrauch geopfert. Ägypter verwendeten Weihrauch zur Mumifizierung herausragender und vermögender Personen, als aromatisches und entzündungshemmendes Räuchermittel und vor allem auch zu desinfizierenden Zwecken.
Heutzutage wird es vor allem gegen chronische Arthritis und chronische Bronchitis genutzt. Seine Wirkung: schmerzlindernd, entzündungshemmend, beruhigend.
Weihrauch ist ein knappes Gut
Weihrauch ist nicht gleich Weihrauch. Man unterscheidet hauptsächlich zwischen dem indischen Weihrauch "Boswellia serrata" und der arabischen Varietät "Boswellia sacra". Diese und ähnliche Baumarten wachsen in Trockengebieten um das Horn von Afrika. Somalia liefert "Boswellia carteri", Äthiopien, Eritrea und der Sudan "Boswellia papyrifera".
Die Bäume, die das begehrte Harz liefern, gedeihen nur in wenigen Regionen der Erde. Sie liegen zwischen karger Wüstenlandschaft und regenbringenden Bergen. Um das Olibanum zu gewinnen, wird die Rinde der Bäume angeritzt. Der austretende Pflanzensaft erstarrt an der Luft und bildet rot-gelbliche oder bräunliche Körner. Bei normaler Temperatur sind diese Körner fast geruchlos, erst beim Räuchern bzw. Verbrennen entsteht der bekannte, aromatische Duft von Weihrauch. Die erste Ernte ergibt meist minderwertiges, dunkles Harz. Erst das zweite oder dritte Anritzen des Baums liefert einen Saft in guter Qualität, der in fast klaren "Tränen" auskristallisiert.
Von Ayurveda zur modernen Medizin
Das Harz des indischen Weihrauchbaumes (Boswellia serrata) gilt seit mehr als 3.000 Jahren in der traditionellen indischen Naturheilkunde des Ayurveda als wichtiges Heilmittel. Die Harzkörner enthalten neben ätherischen Ölen und Gerbstoffen auch 5 bis 8 Prozent Boswellia-Säuren. Diese Substanzen sind in der Lage, in unserem Körper Entzündungsreaktionen stoppen.
Bei Entzündungsgeschehen ist ein bestimmtes Enzym, die 5-Lipoxygenase, beteiligt. Dieses Enzym veranlasst Abwehrzellen des Immunsystems so genannte Leukotriene zu bilden. Diese Stoffe sind lokal am Entzündungsherd aktiv und die Ursache dafür, wenn aus einer einfachen Entzündung ein chronischer Prozess wird. Boswellia-Säuren hemmen die Tätigkeit des Enzyms 5-Lipoxygenase und unterbinden damit die Produktion der entzündungsförderlichen Leukotriene. Belegt ist ihre stark entzündungshemmende Wirkung vor allem bei chronischen Entzündungen wie Rheuma und Polyarthritis.
Die moderne Weihrauchforschung bestätigt die traditionellen Einsatzmöglichkeiten des Harzes bei rheumatischer Arthritis, Osteoarthritis oder chronischen Gelenkentzündungen. Klinische Pilotstudien belegen die Wirksamkeit auch bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und aktivem Morbus Crohn, sowie bei Asthma bronchiale und Schuppenflechte (Psoriasis).
Wissenswertets zur Anwendung
Weihrauch in Pulverform wird hauptsächlich in Weihrauchtabletten oder Weihrauchkapseln verarbeitet. Dadurch ist die Qualität von außen nicht erkennbar. Weihrauchgranen, das sind 1 bis Millimeter kleine Stücke, werden oft sehr preisgünstig angeboten, da sie Beimengungen von Holz enthalten können. Weihraucherbsen beziehungsweise "Weihrauchmännchen" sind begehrt. Bei einer Größe zwischen 3 und 4 Zentimeter, heller Farbe und deutlicher Tropfenform kann man davon ausgehen, dass die "Männchen" von hoher Qualität sind.
Die Dosierung von Weihrauch ist schwierig. Für Erwachsene, die an chronischen Beschwerden mit entzündlicher Aktivität leiden, liegt der empfohlene Dosisbereich eingangs bei 3 x 800 Milligramm Trockenextrakt täglich, langfristig gelten 3 x 400 Milligramm Trockenextrakt als ausreichend. Das einzige bekannte Risiko scheint zu sein, dass bei anhaltend hoher Dosierung von über 1.400 mg/d (= Milligramm pro Deziliter Blut) der Magen gereizt reagieren kann. Das gilt insbesondre, wenn ein Weihrauch-Präparat auf einen hohen Anteil an Boswellia-Säuren "standardisiert" ist, und die Tagesdosis nicht auf drei Teilmengen verteilt wird. Optimal ist eine mittlere Konzentration von 40 - 50 Prozent Boswelliasäuren.
Das Deutsche Grüne Kreuz rät: Wer Boswellia benötigt, sollte sich von Fachleuten beraten lassen und außerdem Inhalt, Dosierung, Konzentration und Preis prüfen.
- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de - // Quelle: DGK
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