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Montag, 21. Mai 2012
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Aromatisch, heilsam und sehr wertvoll

Weihrauch - seit Jahrtausenden im Einsatz

Weihrauch-HarzBei festlichen Anlässen ist die Luft in katholischen Kirchen von Weihrauch er­füllt. Doch Weihrauch ist wesentlich mehr als eine schwere, feierlicheDuft­note für Gotteshäuser. Es wird seit Jahrtausenden wegen seiner heilsamen Eigen­schaften geschätzt.

Wie wir alle wissen, brachten die Heiligen Drei Könige drei Geschenke zur Krippe nach Bethlehem: Gold, Myrrhe und Weihrauch - die erlesensten Gaben der damaligen Zeit. Den Wert von Gold schätzte man zu allen Zeiten und gerade derzeit wieder mehr denn je. Mit Myrrhe wurden damals Priester und Könige gesalbt. Und das Harz des Weihrauchstrauches wurde und wird auch heute noch als aromatisches, entzündungs­hemmen­des und desinfizierendes Räuchermittel verwendet.

Die Verwendung von Weihrauch im Laufe der Jahrtausende

Schon vor 7.000 Jahren wurde Weihrauch den orientalischen Göttern geopfert. Im alten Ägypten diente es zum Desinfizieren, bei Kulthandlungen und zur der Mumifizierung. Die Römer setzen Weihrauch für Opfer-, Bitt- und Dank­rituale ein, außerdem als Zeichen der Huldigung ihrer Kaiser und Statthalter. Im Christentum hat das edle Räuchermittel seit Jahrhunderten einen Platz bei wichtigen Zeremonien.

In der Kathedrale des berühmten Wallfahrtortes Santiago de Compostela, dem Ziel des Jakobs­wegs, hatte Weihrauch gleich zwei Funktionen. Seit Mitte des 15. Jahrhunderts wird dort ein riesiges Weihrauchfass durch den Mittelgang geschwenkt - heute nur noch bei wichtigen Gottesdiensten. Der berühmte "Botafumeiro" erfüllte in früheren Zeiten neben dem üblichen Einsatz in der Liturgiefeier jedoch noch einen anderen Zweck: Nach ihrem langen Fußweg waren Pilger damals wesentlich mehr als heute durchgeschwitzt und voller Schmutz. In großen Massen in der Kathedrale versammelt, stellten sie damit nicht nur einen schweren Angriff auf den Geruchssinn dar, sondern auch eine ideale Brutstätte für Parasiten und Krankheitserreger aller Art. Denn noch bis 1786 war es üblich, dort auch zu essen und zu schlafen. Die bevölkerte Kathedrale war somit der perfekte Einsatzort für das Multitalent Weihrauch.

 

Weihrauch als Heilmittel für verschiedenen Krankheiten

Duften, desinfizieren und eine besondere Atmosphäre schaffen, war wohl die Hauptaufgabe, die das orientalische Harz in den Kirchen erfüllen sollte. Doch Weihrauch kann noch viel mehr. Das Harz des indischen Weihrauchbaumes gilt seit mehr als 3.000 Jahren in der traditionellen indischen Naturheilkunde des Ayurveda als wichtiges Heilmittel. Auch Hippokrates nutzte Weihrauch schon zur Wund­reinigung, bei Verdauungsproblemen und Erkrankungen der Atemwege. Heute wird Weihrauch, das immer noch eine kostspielige Arzneidroge ist, vor allem gegen chronische Arthritis und Rheuma eingesetzt. Ihm wird eine schmerzlindernde, entzündungshemmende und beruhigende Wirkung zugeschrie­ben.

Um das Harz des Weihrauchbaumes zu gewinnen, wird die Rinde angeritzt. Der getrocknete Pflanzensaft ergibt fast geruchlose Körner, erst beim Verbrennen oder Räuchern entsteht der Duft. Neben ätherischen Ölen und Gerbstoffen sind in diesem Harz auch Boswellia-Säuren enthalten, die Entzündungsreaktionen des Körpers stoppen können. Weihrauch soll bei chronischen Gelenkentzündungen helfen, aber auch bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn sowie bei Bronchitis, Asthma bronchiale und Schuppenflechte. In der Homöopathie wird Weihrauch bei Heiserkeit und Kratzen im Hals angewandt.

Und zu guter Letzt: Als Räucherkerze für Räuchermännchen bringt Weih­rauch vor allem in der Weihnachtszeit eine besondere Atmosphäre ins Haus.



- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de -
- Quellen: DGK / Wikipedia / santiago-online.com // Foto: Wikimedia

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