Sonntag, 22. September 2019
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Tipps vom Lungenarzt

Wie man lästigen Heuschnupfen-Stress reduziert

BirkenpollenIm Frühjahr setzt mit den langsam steigenden Temperaturen und dem Flug der Pollen auch wieder die Heuschnupfenzeit ein. Für Pollenallergiker heißt das Fließschnupfen, Niesen, Augentränen, Augenjucken und bei Asthma Husten und Atemnot.

Mediziner raten: Betroffene sollten strategisch handeln, rechtzeitig zum Haus- und Facharzt gehen und sich noch vor dem Auftreten der ersten Symptome mit vorbeugenden und lindernden Medikamenten eindecken, um gewappnet zu sein.

"Sobald es milder wird, setzen die Bäume explosionsartig ihre Pollen in die Luft frei - das können beispielweise bei einer durchschnittlichen Birke mehr als fünf Millionen Pollen pro Blütenstand sein"; sagt Professor Harald Morr von der Deutschen Lungenstiftung.

Abgesehen von der Einnahme von Medikamenten wie Antihistaminika und/oder kortisonhaltigem Nasensprays rät der Mediziner betroffenen Allergikern in der Heuschnupfenzeit zu weiteren Maßnahmen im täglichen Leben:

  • Nach längeren Aufenthalten im Freien und vor dem Schlafengehen sollte die Nasenschleimhaut mit einer vorsichtigen Nasendusche von Pollen befreit werden.

  • Das Gesicht sollte mehrmals täglich abgebraust und vor allem die Haare jeden Abend vor dem Zubettgehen gewaschen werden, um keine unnötigen Pollen in Kissen und Betten einzuschleppen und die Belastung auf diese Weise so gering wie möglich zu halten.

  • Draußen getragene Straßenkleidung sollte man nicht im Schlafzimmer ausziehen und ablegen.

  • Bevor man nach einem Spaziergang oder Arbeiten im Garten ins Auto steigt, sollte man Mantel oder Jacke im Kofferraum statt auf dem Rücksitz des Autos verstauen. Im Auto können - allerdings nur bei geschlossenen Fenstern und Schiebedächern - Pollenfilter verhindern, dass Pollen von außen eindringen.

  • Im Haus lassen sich so genannte Pollenschutzgitter anbringen, indem man die Fenster der Schlafräume mit pollendichter Gaze abdichtet.

  • Lüften sollte man nur zum richtigen Zeitpunkt, das heißt, in Städten am besten morgens zwischen 6-8 Uhr, auf dem Land hingegen abends zwischen 19-24 Uhr, da hier das Pollenflugmaximum viel früher erreicht wird.

Bei unbehandelten Allergien droht Asthma

Heuschnupfen darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden. "Bei unbehandeltem Heuschnupfen kann die allergische Entzündung der Nasenschleimhaut und des Augenbindegewebes chronisch werden und dann von den oberen Atemwegen auf die unteren Atemwege übergreifen - also auf die Bronchien und das Lungengewebe", warnt Morr. "Zu einem solchen Etagenwechsel kommt es in etwa 40 Prozent der Fälle, wenn der Heuschnupfen unbehandelt bleibt. Die Betroffenen leiden dann unter Asthma mit Atembeschwerden beziehungsweise anfallartiger Luftnot."

Langfristiger Schutz durch Hyposensibilisierung

Wer nicht alle Jahre wieder entzündungshemmende Medikamente zur Vorbeugung seines Heuschnupfens einnehmen und weitere Vorkehrungen treffen möchte, sollte sich überlegen, eine so genannte Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie) durchzuführen, bei der Patienten schrittweise gegen ihre Allergieauslöser (Allergene) desensibilisiert und damit größtenteils und dauerhaft von ihrer Allergie befreit werden können.

"Diese Therapie muss allerdings rechtzeitig vor dem Pollenflug begonnen werden, damit das Immunsystem einen wirksamen Schutz gegen die Allergene aufbauen kann und nicht überreagiert", erläutert Morr. "Dazu sind die pollenfreien Herbst- und Wintermonate am besten geeignet. Nur Gräserpollen-Allergikern bleibt bis zum Beginn der Gräserpollenflugsaison in den Sommermonaten auch im Frühjahr noch genügend Zeit für eine Immuntherapie.“

Die Hyposensibilisierung, die wahlweise in Form von Tropfen, Tabletten oder Spritzen erfolgen kann, dauert wenigstens drei Jahre, vermag die allergischen Beschwerden aber auch schon in der ersten Saison zu lindern und erzielt letztendlich eine Wirkung, die mitunter zehn Jahre anhalten kann.



- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de -
- Quelle: lungenaerzte-im-netz

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