Samstag, 15. August 2020
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Schmusen gefährlich

Der Kleine Fuchsbandwurm: Hygiene ist der beste Infektionsschutz

Kazte Wer schmust nicht gerne mit Hund oder Katze, krault sie und genießt das Zusammensein? Doch Vorsicht: Im Fell der Tiere sitzen manchmal gefährliche Parasiten, die beim Menschen zu einer schweren Erkrankung führen können: die Eier des Kleinen Fuchsbandwurms (Echinococcus multilocularis), die Echinokokkose verursachen können und sich im Kot infizierter Füchse, Hunde oder Katzen finden. Die Echinokokkose ist eine seltene, aber auch gefährliche Erkrankung, nicht heilbar und kann tödlich enden.

Zum Menschen gelangen die Eier meist über den Kot des Rotfuchses oder infizierte Haustiere. Die Eier können nicht nur im Fell der Haustiere, sondern auch in Gartenerde oder erdverschmutzten Schuhen sitzen. Hund und Katze können sich (ausschließlich) beim Fressen von Nagetieren wie Rötel- oder Feldmaus, den Zwischenwirten des Kleinen Fuchsbandwurms, infizieren. In ihrem Fell können sich zudem die Eier des Kleinen Fuchsbandwurms festsetzen, die sich massenhaft im Kot der Füchse befinden.


Krankheitsausbruch beim Menschen zuweilen erst nach Jahren
Während der Kleine Fuchsbandwurm für Hunde und Katzen ungefährlich ist, kann er beim Menschen großen Schaden anrichten: Geraten die Eier in den menschlichen Verdauungstrakt, schlüpfen die Larven. Anschließend gelangen sie ins Blut und nisten sich in der Leber ein. Dort bilden sich tumorartige Zysten.

Für den Menschen besteht ein Infektionsrisiko hauptsächlich durch Aufnehmen der Eier aus der Umwelt (zum Beispiel kontaminierte Gartenfrüchte oder Erde), wobei die Bedeutung dieses Infektionsweges unklar und vornehmlich für Forstarbeiter und Personen mit geschädigtem Immunsystem gesichert ist, sowie auch durch Schmusen mit Tieren, in deren Fell Eier hängen geblieben sind. Diese Eier stammen entweder aus dem Kot dieser Tiere oder aus dem Kot eines Fuchses. Es kann 10 bis 15 Jahre dauern, bis die Krankheit ausbricht. Die Symptome sind denen einer Gelbsucht ähnlich. Wenn die Echinokokkose zu spät erkannt wird, sind Leberschädigungen bereits weit fortgeschritten.

Gefahr auch in den Städten
Mit einer speziellen Chemotherapie kann das Wachstum der Wucherungen gestoppt werden. Die Parasiten werden jedoch nicht abgetötet, die Behandlung muss deshalb ein Leben lang fortgesetzt werden. Da die Zahl der Füchse in den Städten in den vergangenen Jahren stark angestiegen ist, besteht auch dort für Tiere die Gefahr, Überträger des Kleinen Fuchsbandwurms zu werden. Wissenschaftler nehmen an, dass das Infektionsrisiko für Menschen momentan rund sieben Mal höher als in den 1980er-Jahren ist. Um Menschen effektiv zu schützen, ist es wichtig, der Verbreitung des Kleinen Fuchsbandwurms mit vorbeugenden Maßnahmen zu begegnen.

Weil die Eier des Kleinen Fuchsbandwurms sehr widerstandsfähig sind und über mehrere Monate aktiv bleiben, sollten folgende Hinweise beachtet werden:

  • Haustiere aus Risikogebieten, die häufig Mäuse fressen, alle drei bis vier Wochen mit gegen Fuchsbandwurm wirksamen Medikamenten entwurmen

  • Pfoten des Tieres nach jedem Spaziergang reinigen

  • Schuhe nach Gartenarbeit oder Spaziergang gründlich reinigen

  • Hände nach jedem Kontakt mit dem Haustier, Erde oder Kompost waschen

  • Gemüse und Obst, die bodennah wachsen, zur Sicherheit vor dem Verzehr gründlich waschen oder kochen

Die Infektion mit dem Fuchsbandwurm ist gefährlich, aber äußerst selten. In nur jedem fünften Fall bricht die lebensbedrohliche Krankheit aus.


Weitere Informationen
Mehr über die Infektion mit dem Fuchsbandwurm erfahren Sie auf folgenden Internetseiten:

Konsiliarlabor für Echinokokkose: www.echinococcus.de/fragen.html

Robert Koch-Institut Berlin: Echinokokkose

Deutsches Grünes Kreuz

 


Quelle: DGK

 

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