Montag, 20. November 2017
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Eine Chance - Hunde aus dem Tierheim

junger StraßenhundHunde werden aus den verschiedensten Gründen ins Tierheim abgeschoben. Selten sind es aber Notfälle oder Schicksalsschläge, die ein Tier obdachlos machen. Ist ein Vierbeiner dann im Tierheim gelandet, verhindern oft Vorurteile die Chance auf ein neues Zuhause. Dabei ist vieles anders, als man denkt.

Ein realistisches und vielversprechendes
Bild zeichnen Experten - die erfahrenen Trainer der Tophundeschule:
 
Vorurteile gegenüber Tierheimhunden werden am hartnäckigsten von denen verfochten, die noch nie mit einem solchen Hund Tisch (und Bett?) teilen durften. Dem zum Trotz werden diese Vierbeiner ihrem negativen Image so gar nicht gerecht. Nur einen Fehler haben die meisten doch. Einen Fehler, für den der Hund allerdings gar nichts kann: einen dummen Vorbesitzer. Oder einen ganz schön verantwortungslosen. Und damit sind wir schon bei den Ursachen, warum ein oft unschuldiges Tier plötzlich hinter Gittern landet.

Warum im Tierheim?

An erster Stelle stehen Ahnungslosigkeit und Planlosigkeit. Der unüberlegte Kauf stammt häufig aus Zoohandlungen, Zufallswürfen und Massenzuchten oder war ein Geschenk (zu Weihnachten?) von guten Bekannten.

Abgeschoben werden Hunde meist wegen unerwünschten Verhaltens wie Zerstörungswut, Anknurren oder Zwicken der Kinder, Beißen anderer Tiere, starker Lebhaftigkeit, Ungezogenheit, Rangordnungsproblemen usw. Dass hinter all dem das Unvermögen eines unfähigen Besitzers steckt (der sich oftmals einen "neuen" Hund kauft), ist diesem meist nicht verständlich zu machen. Jemand, der sein Tier loswerden möchte, sucht die Schuld nie bei sich. Es gibt regelrechte Stammgäste in einigen Tierheimen, sowohl bei den Hunden als auch bei den Menschen…

Auf der Strecke bleibt der Hund

Ebenso häufig werden Umzüge, Berufswechsel, Scheidung und Trennung als Abgabegrund genannt. Wer bei so viel Planlosigkeit auf der Strecke bleibt, ist der Hund. Hinweise auf Tiersitter und andere Alternativen interessieren diese Hundebesitzer nicht mehr, wenn der Entschluss fest steht, dass im neuen Leben für alte Gefährten kein Platz mehr ist. Auch wird jetzt erst erstaunt festgestellt, dass der Hund ein Lebewesen ist und Bedürfnisse hat: die täglichen Gassirunden bei Wind und Wetter, die Fahrt zum Tierarzt und die laufenden Kosten für Futter, Tierarzt, Versicherung etc. Der Hund ist jung und lebhaft, er möchte spielen, soll noch erzogen werden - die Liste ließe sich sicherlich unschwer verlängern.

Immer häufiger führen auch angebliche Allergien von Familienmitgliedern den Hund ins Tierheim. Dann, wenn einer, der seinen Hund loswerden will, trotzdem noch gut dastehen möchte, als bedauernswertes Opfer nämlich. Nur ganz selten sind es wirkliche Notfälle und Schicksalsschläge, wie schwere Erkrankungen, Unfall oder Tod, die ein Tier obdachlos machen. Sie spielen in der Statistik mit unter 10 Prozent kaum eine Rolle.

Im Tierheim gelandet

Erst einmal im Tierheim, werden Bello und Co. untersucht, geimpft und entwurmt. In sehr gut geführten Heimen werden erwachsene Tiere kastriert, um einer weiteren Vermehrung vorzubeugen. Die meisten Heime finanzieren sich fast ausschließlich aus freiwilligen Spenden und müssen sich selbst erhalten. Deshalb werden für Abgabetiere Beiträge eingehoben. Im Idealfall richten sich diese Gebühren nach den tierärztlichen Leistungen. Das ist nicht viel, denn damit ist noch nicht einmal die Kastration bezahlt. Für Gnadenbrottiere wird nur um eine freiwillige Spende gebeten, bei Rassetieren dafür etwas mehr verlangt. Vorsicht bei Tierheimen, die unter dem Deckmantel des Tierschutzes mit teuren Rassewelpen Handel betreiben und dementsprechend hohe Gebühren verlangen! Solche gibt es leider vereinzelt auch.

Unterschiedlich sind auch die Beratung und das Engagement der verschiedenen Heime. Nicht überall wird die gleiche Leistung angeboten und nicht überall arbeitet wirklich qualifiziertes Personal. In modernen Tierheimen spielen Sozialisierungs- und Therapieprogramme eine große Rolle. Das ist besonders für die Hunde wichtig und steigert die Vermittlungschancen.

Beratung ist wichtig

In einem engagierten Tierheim steht die Beratung der Interessenten an vorderster Stelle. Auch wenn manch einer sich ein bisschen "verhört" fühlt, so dienen diese Gespräche in erster Linie dem Wohl des Tieres. Denn niemand kennt die Heimhunde besser als sein Betreuer und der kann auch beurteilen, ob ein Hund zu einem Interessenten und dessen Umfeld passt oder nicht. Finden Hund und Interessent schließlich zueinander, wird ein Verpflichtungsformular ausgefüllt, in dem der Übernehmer eines Tieres verspricht, sich an die im Vertrag aufgelisteten Punkte zu halten (tierärztliche Betreuung, ordentliche Haltung, etc.). So viel Leistung für wenig Geld (Gesundheitscheck, Impfung, Entwurmung, Kastration) gibt es wohl kaum woanders als in einem guten Tierheim!

Das ist zu bedenken!

In Tierheimen warten unterschiedlichste Hunde auf einen zweiten Start. Vom problemlosen Ersthund bis zum anspruchsvollen Kennerhund, von der abenteuerlichen Promenadenmischung bis zum lupenreinen Rasselumpi, vom Hundebaby bis zum greisen Methusalem, sie alle sind Teil einer bunten Sammlung an Tierschicksalen. Über manche gibt es eine geschriebene Geschichte im Karteiblatt, bei manchen, den ausgesetzten, nur Vermutungen. Sich für einen Tierheimhund zu entscheiden ist immer eine gute Sache.

Über einige Dinge muss Mann/Frau sich jedoch im Klaren sein:

  • Es kann Probleme in der Eingewöhnungszeit von erwachsenen Tieren geben. Erwarten Sie also nicht vom ersten Tag an überschwängliche Dankbarkeit. Der Hund weiß ja noch nicht, dass Sie ihm den Hundehimmel auf Erden schenken wollen.

  • Überfordern Sie den Hund nicht. Er hat ohnedies Stress, den erneuten Platzwechsel zu verarbeiten. Vermeiden Sie Situationen, in denen das Tier sich bedrängt fühlen könnte. Gewöhnen Sie ihn langsam an sein neues Lebensumfeld. Geben Sie ihm viel, viel Zeit!

  • Machen Sie nicht den Fehler, dem Hund alles zu erlauben, weil er "ja so arm gewesen ist". Konsequenz und Leitlinien geben einem Hund die Sicherheit, die er für ein normales Hundeleben braucht. Am besten möglichst schnell einen Termin mit unseren erfahrenen Trainern der Tophundeschule vereinbaren.

  • Sind Sie unsicher, überschlafen Sie die anstehende Entscheidung noch einmal. In vielen Tierheimen besteht die Möglichkeit, ein Tier über einen längeren Zeitraum erst einmal kennenzulernen. Oftmals werden tägliche Gassirunden angeboten. Hierbei kann man dann "seinen" Hund wunderbar kennenleren. Ausprobieren, ob es "funktioniert", ist unfair und schadet dem Hund nur. Eine Vergabe auf Probe kann deshalb nur in wenigen Ausnahmefällen gutgeheißen werden.

Das Leben ist kein Rex-Film

Vielleicht sind Sie ja gerade auf der Suche nach vierbeinigem Familienzuwachs. Und vielleicht wartet gerade der Richtige in einem der vielen Tierschutzheime. Lassen Sie sich vom ersten Eindruck wild bellender oder springender Hunde nicht gleich abschrecken. In Tierheimen geht es oft laut zu. Viele Heime sind noch nach dem alten System der Einzelkäfighaltung gebaut und nicht gerade hundegerecht. Doch einmal aus seinem Zwinger herausgeholt, präsentieren sich die meisten Hunde gleich ganz anders. Führen Sie den Hund erst einmal spazieren, wenn das möglich ist. So hat er Gelegenheit, Sie ein bisschen kennen zu lernen. Und bitte, erwarten Sie in so kurzer Zeit nicht zu viel von ihrer vierbeinigen Bekanntschaft. Das Leben ist kein Kommissar Rex-Film. Und der Hund, der da vor ihnen sitzt, kein strahlender Film-Rex, der sofort weiß, dass es jetzt um die Wurst, sprich sein weiteres Hundeleben, geht. Die Realität ist nüchterner. Der Hund ist vielleicht nervös, unsicher und hat viel nachzuholen. Und dazu braucht er viel Zeit. Einem erwachsenen Tierheimhund eine Chance zu geben, heißt also, in erster Linie Zeit geben! Dann lässt auch das Happy End nicht lange auf sich warten.

Vorurteile bei Tierheimhunden

Im Folgenden die häufigsten Vorurteile bei Tierheimhunden.

Vorurteil Nr. 1: Tierheimhunde sind gestört
Die Mehrheit der Hunde ist unbefangen, viele noch unerzogen. Natürlich gibt’s auch Problemfälle, doch nicht der Aufenthalt im Tierheim ist schuld daran, sondern der beim Vorbesitzer. Und für manche Hunde ist das Tierheim sogar die erste Chance auf ein normales Hundeleben.

Vorurteil Nr. 2: Tierheimhunde sind krank
Ein seriöses Tierheim vergibt Hunde nur geimpft und entwurmt. Meist hat der neue Besitzer sogar eine Nachbetreuungsfrist von etwa zwei Wochen beim Tierarzt, falls Probleme auftreten. Das Risiko, einen kranken Hund zu erwerben, ist beim Kauf in einer Tierhandlung oder bei einem Massenzüchter um ein Vielfaches höher.

Vorurteil Nr. 3: Erwachsene Hunde lernen nichts mehr
Ein Tier kann, ebenso wie wir Menschen, in jeder Lebensphase dazulernen. Voraussetzung ist allerdings ein guter Lehrer. So auch beim Hund. Auch ein fünfjähriger Vierbeiner kann zum Vorzugsschüler werden, so sein zweibeiniger Betreuer über Wissen und Geduld verfügt.

Die Trainer der Tophundeschule wünschen Ihnen und Ihrem Tierheim-Hund viel Spaß!


Bei Fragen zum Thema stehen Ihnen die Profis von der Tophundeschule gerne zur Verfügung. Das gilt auch für die Begleitung bei einem Tierheimbesuch und die Beratung bei der artgerechten Auswahl Ihres neuen besten Freundes.


Mehr über die bundesweit tätigen Hundetrainer der Tophundeschule erfahren Sie hier ...



- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de -
- Quelle: tophundeschule.de -
 

 

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