Donnerstag, 21. Juni 2018
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Bei Warnsignalen zum Arzt gehen

Haustiere: Schmerzen müssen nicht sein

Hund beim TierarztAuch Hund und Katze reagieren auf das unangenehme Sinneserlebnis "Schmerz". Sie können aggressiv, aber auch depressiv sein. Manche sind unruhig, andere wirken wie "eingefroren". Eine übertriebene Reaktion auf Abtasten, ständiges auf die Wunde schauen, Wunden verdecken oder Selbstverletzung können weitere Indizien sein.

Die sehr unterschiedlichen Verhaltensweisen richtig zu deuten, ist für den Laien eine echte Herausforderung. Deshalb rät der Bundesverband für Tiergesundheit e. V.: Schon beim ersten Verdacht sollten Tierhalter zum Tierarzt gehen.

Verhalten hilft Arzt bei Diagnose

Der Schmerz ist häufig das erste Indiz für eine schwerwiegende Erkrankung wie beispielsweise Arthrose oder Krebs. Die Verhaltens-Warnsignale helfen dem Tierarzt, nicht nur die Krankheit selber, sondern auch das Ausmaß und die Ursache des Schmerzes zu bestimmen und eine anschließende Schmerztherapie einleiten zu können.

Mit einem rechtzeitigen Erkennen von Schmerzen lässt sich zudem verhindern, dass aus akuten Schmerzen chronische Schmerzen werden. Diese sind meist viel schwieriger zu lindern. Die chronische Gelenkabnutzung (Osteoarthrose) beim Hund ist ein Beispiel dafür, wie nützlich auch Langzeitbehandlungen sein können. Sogar nach mehreren Monaten Behandlungsdauer können noch klinische Verbesserungen eintreten. Eine frühzeitige Gabe von Medikamenten verhindert darüber hinaus das Phänomen des sogenannten Schmerzgedächtnisses, bei dem die Patienten auch dann noch unter Schmerzen leiden, obwohl sie längst wieder gesund sind.

Schmerzmittel lassen Tiere schneller genesen

Bei operativen Eingriffen lindern Schmerzmittel nicht nur den "scharfen" akuten OP-Schmerz, sie reduzieren auch den Schmerz danach. War man früher der Meinung, dass der Schmerz nach einer OP förderlich ist, weil sich das kranke Tier dann weniger bewegt, weiß man heute, dass schmerzfreie Tiere schneller genesen. Der Patient fühlt sich wohler, die Wundheilung verläuft besser, die Gefahr von Infektionen nach einer OP sinkt, die Klinikaufenthalte verkürzen sich. Es gilt als wissenschaftlich gesichert, dass sich auch Schmerzen vor der Operation wesentlich auf die Schmerzempfindlichkeit nach der Operation auswirken und daher kontrolliert werden müssen.

Der Bundesverband für Tiergesundheit erkärt weiter: "Vor allem in den letzten Jahren wurden für Hunde und Katze moderne Medikamente entwickelt, die akute und chronische Schmerzen lindern können sowie in hohen Dosierungen und teilweise auch ein Leben lang gut verträglich sind."



- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de -
- Quelle und Foto: Bundesverband für Tiergesundheit e.V.

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