Freitag, 14. Dezember 2018
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Die geheimen Routen von Hauskatzen

Verhaltensforschung: Was Katzen beim Streunen tun

Katze auf der JagdTerritorien von Hauskatzen können sehr groß sein - erst recht, wenn sie von ihrem Besitzer Reißaus nehmen.

Das berichten Forscher der University of Illinois / USA im "Journal of Wildlife Management"
über ihre laut Studienleiter Jeff Horn "bisher größte Katzenstudie dieser Art".

Die Wissenschaftler statteten 42 erwachsene Katzen, darunter sowohl in Haushalten lebende als auch verwilderte, mit Halsbändern aus, die GPS- und Vibrationssensoren besaßen. Zwei Jahre lang beobachteten sie, wohin die Tiere ihre Streifzüge unternahmen.


Entlaufene Katzen bleiben in Menschennähe
Das Territorium von Hauskatzen umfasst in der Regel die Größe von drei Fußballfeldern und der Zufall lenkt meist ihre Wege, stellte sich dabei heraus. Nur drei Prozent der Zeit im Freilauf verbringen die Tiere in hochaktiver Weise für das Laufen oder den Beutefang. Verwilderte Katzen sind mit 14 Prozent wesentlich aktiver und durchlaufen in Extremfällen sogar ein Gebiet der 200-fachen Fläche. Obwohl Katzen ohne Besitzer neben Wohngebieten auch Äcker und Wälder durchforsten, gehen sie höchstens auf 300 Meter Distanz zu Siedlungen und bleiben somit vom Mensch abhängig.

"Allein im Stadtgebiet Berlins schätzt man die Zahl verwilderter Katzen auf eine halbe Million", erklärt die Berliner Biologin Beate Kalz im Gespräch mit dem Mediendienst Pressetext. Dabei ist die Trennlinie zwischen der verwilderten und häuslichen Form  fließend, betont die Expertin. "Teils schließen sich verwilderte Katzen den Menschen an, teils laufen Hauskatzen weg. Sie bleiben jedoch meist in der Nähe von Menschen, die sie füttern."

Tiere verursachen okölogische Schäden
Aus ökologischer Sicht sind Katzen Eindringlinge, betonen die Forscher der US-amerikanischen Studie. Besonders Hauskatzen fügen ihrer direkten Umgebung hohen Schaden zu. Die Berliner Forscherin Kalz führt dies darauf zurück, dass Hauskatzen ohnehin von ihren Besitzern Futter erhalten, somit weit dichter leben können und mehr auf ihr kleines Territorium einwirken. "Sie bringen Vögel, Eidechsen oder Kleinsäuger in Gefahr. Was sie dazu antreibt, ist Langeweile und ihr natürliches Jagdbedürfnis, sofern sie dieses nicht an Ersatzobjekten ausleben."

Verwilderte Katzen jagen hingegen eher aus Überlebenstrieb. "Aufgrund ihrer schwierigeren Lebensverhältnisse bekommen sie nur einmal pro Jahr Junge, wovon höchstens zwei bis vier Tiere überleben. Eine Ausnahme bilden futter- und versteckreiche Zonen wie etwa Hafenanlagen", erklärt Kalz. Die Situation verwilderter Katzen sei jedoch hierzulande deutlich besser als in Südländern, wo viele auf der Straße verenden. "Sie leben oft recht luxuriös, da sich viele Menschen ihnen mit großem Aufwand widmen. Meistens sind sie auch kastriert, selten aber geimpft. Bei guter Gesundheit erreichen sie dennoch ein ähnlich hohes Alter wie Hauskatzen."



- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de - // Quelle: pressetext

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