"LG von Deiner Ulla"
Die (un)beliebtesten Kürzel deutscher Internetnutzer
"HDL", "LOL" oder "LG" - was auf den ersten Blick aussieht wie die Buchstaben eines Autokennzeichens, ist in der neuzeitlichen Kommunikation via Internet und E-Mail für viele Menschen eine beliebte Art, Grüße und Gefühle in einer kurzen Zeichenfolge darzustellen.
In einer europaweiten Studie im Mai 2011 hat der Internetdienstleister Yahoo die gängigsten Abkürzungen auf den Prüfstand gestellt. Das Ergebnis: Auf breite Akzeptanz stoßen nur wenige Kürzel. Die unbeliebteste Abkürzung bei den deutschen Internetnutzern ist jedenfalls ROFL.
Für Sätze in epischer Breite haben die meisten Online-Nutzer offensichtlich keine Zeit - oder, bei dem Online-Dienst Twitter zum Beispiel, auch gar keinen Platz. Wie praktisch, dass bei Grußformeln und Höflichkeitsfloskeln für die Online-Kommunikation handliche Kürzel im Umlauf sind. Das heißt aber nicht, dass die Internetgemeinde vom Trend zur Kurzform hellauf begeistert ist. In einer europaweiten Studie haben die Mail-Experten von Yahoo untersucht, welche Kürzel die Nutzer am häufigsten zu lesen bekommen, welche sie selber häufig benutzen und welche sie am meisten nerven.
Basissprache für Abkürzungen ist meistens Englisch
Viele der in E-Mails, Internet-Foren, Blogs (Internet-Tagebüchern) und anderen sozialen Online-Netzwerken genutzten Kürzel beruhen auf Wörtern und Ausdrücken aus der englischen Sprache.
Wer zum Ausdruck bringen will, dass er sich bestens amüsiert, schreibt LOL (engl. Laughing Out Loud = laut lachen) und greift damit zu einer durchaus gängigen Kurzformel: 37 Prozent der befragten deutschen Internetnutzer geben an, LOL oft zu lesen. Auch Thx (engl. Thanks = danke) ist mit einem Anteil von knapp 30 Prozent recht verbreitet. Das aus dem Deutschen abgeleitete HDL (Hab Dich Lieb) wird noch lieber genommen - 32 Prozent der Nutzer lesen dieses Kürzel häufig. Unter dem Strich haben diese drei Kurzformeln eins gemein: Sie werden von den Nutzern nicht nur oft gelesen, sondern auch häufig selbst bei der Kommunikation mit anderen eingetippt.
Das lässt sich vom Rest der untersuchten Akronyme (Initialworte / Kürzel) nicht mehr sagen. Kürzel wie OMG (engl. Oh My God = oh, mein Gott), CU (engl. See You = bis bald) und 4U (engl. For You = für dich) werden laut Studie zwar oft gelesen, doch von den befragten Nutzern eher selten verwendet. So geben nur zehn Prozent an, häufig OMG zu benutzen, 4U gehört nur bei acht Prozent zum häufiger eingesetzten Kommunikationsrepertoire.
Beliebteste und unbeliebsteste Kürzel in Deutschland
Auffallend ist, dass einige Abkürzungen bei den Nutzern sogar explizit für Verärgerung sorgen. Selbst das viel verwendete LOL macht da keine Ausnahme. 37 Prozent der deutschen Internetnutzer lesen es oft, rund 20 Prozent geben an, es häufig zu benutzen, trotzdem ist es für ein knappes Drittel der Befragten ein Ärgernis. Genauso wie ROFL (engl. Rolling On the Floor Laughing = sich vor Lachen auf dem Boden wälzen), das bei 35 Prozent der befragten Nutzer schlecht ankommt und damit das unbeliebteste Kürzel überhaupt ist. Auch von *gig* (giggle = kichern) und MMN (Meiner Meinung Nach) hält das Internetpublikum in Deutschland laut der Studie nur recht wenig.
Kürze ist bei Nutzern keine dominierende Maxime
Generell können die Hüter der deutschen Sprache angesichts der Studie aber eher aufatmen. Denn entgegen gängiger Klischees zeigt sich die Internetgemeinde durchaus sprachbewusst. So finden immerhin fast 40 Prozent der Befragten, dass Abkürzungen zu oft benutzt werden und damit eine Gefahr für das allgemeine Sprachniveau darstellen.
"In der Kürze liegt die Würze - das lässt sich für die Online-Kommunikation nicht kategorisch sagen. Interessant ist, dass die Nutzer selber ein großes Interesse daran haben, sich möglichst genau auszudrücken und Abkürzungen nur sehr dosiert benutzen. Für viele dürfen es in der persönlichen Kommunikation also gerne mehr als zwei bis vier Buchstaben sein", kommentiert Yahoo Deutschland die eigene Studie .
Bei Europäern durchgefallene Abkürzungen
Ein Blick ins europäische Ausland zeigt: Auch hier sorgen Abkürzungen für Verärgerung. So geht den Internetnutzern in Großbritannien das Kürzel "IMHO" (engl. In My Humble Opinion = meiner bescheidenen Meinung nach) am meisten auf den Geist (40 Prozent), in Frankreich ist es "XPTDR", was für "explosé pout tant de rage" steht und ein Ausdruck größter Erheiterung ist (41 Prozent). Die Spanier verzichten gerne auf "J", was einem Smiley entspricht, während die Italiener es den Deutschen gleich tun und "ROFL" am liebsten nicht mehr sehen würden (42 Prozent).
Über die Studie:
Für die Yahoo-Studie "Generation 140" wurden im Mai 2011 knapp 9.000 Internetnutzer in einer Onsite-Befragung (= Befragung auf einer Internetseite) in Deutschland, Großbritannien, Spanien, Frankreich und Italien über ihre private E-Mail-Nutzung und die Nutzung sozialer Netzwerke befragt.
- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de - // Quelle: Yahoo Deutschland




