Freitag, 19. Januar 2018
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Tipp gegen das Vergessen

Erinnerungsvermögen: Türen machen vergesslich

FragezeichenEin ganz alltägliches Erlebnis, das vor allem mit zunehmendem Alter immer häufiger zu werden scheint: Man betritt einen Raum und hat - schwupp - vergessen, was man dort überhaupt tun oder suchen wollte. Die Unzufriedenheit, die sich dann im Inneren breitmacht, kennt sicher jeder. Eine Erklärung für dieses Phänomen liefern US-amerikanische Forscher. Und einen Tipp, wie man sich dann helfen kann, gibt es auch.

"Türen sind wie Grenzen, die unser Denken in Ereignisse untergliedern. Durchschreitet man sie, trennt unser Gehirn seine Aktivität in Episoden und räumt dabei auch Informationen weg. Deshalb ist es schwieriger, sich in einem anderen Raum zurückzuerinnern", sagt der Psychologie-Professor Gabriel Radvansky von der Notre Dame Universität im Bundesstaat Indiana.

In einem Experiment stellte ein Forscher-Team unter der Leitung von Radvansky ausgewählten Versuchspersonen verschiedene Erinnerungsaufgaben. Dabei mussten diese entweder durch eine Tür zu gehen oder dieselbe Strecke im gleichen Raum zurückzulegen sollten. Egal, ob es sich um virtuelle oder real vorhandene Räume handelte: Nach dem Durchschreiten der Tür waren die Gedächtnislücken viel größer, berichten die Forscher in einer Ausgabe der amerikanischen Fachzeitschrift "Quarterly Journal of Experimental Psychology".

Zusammenhänge erleichtern das Merken

Zum Teil lässt sich dieses Phänomen durch sogenannte 'Kontexteffekte' erklären, wie der Düsseldorfer Psychologe Axel Buchner in einem Gespräch mit dem Mediendienst Pressetext schildert: "Was man im Raum A lernt, kann dort viel besser abgerufen werden als im Raum B. Wenn man beispielweise vor einer Vokabelliste sitzt, merkt sich das Gehirn außer dem zu lernenden Wort auch den Kontext (den Zusammenhang, in dem man das Wort lernt - Anmerkung der serviceseiten50plus-Redaktion). So werden in einem Raum die orange Wand, die weiße Decke oder der grüne Bleistift zu Hinweisen, ohne die ein späterer Abruf der dort gelernten Vokabel erschwert ist."

Tipp gegen das Vergessen

Beim Vergessen im Alltag hilft es deshalb oft, in den Originalkontext des Raumes zurückzugehen, in dem der entschwundene Gedanke entstand. Das ist jedoch nicht möglich, wenn der betreffende 'Erinnerungs-Ort' gerade nicht oder gar nicht mehr erreichbar ist. "Teilweise reicht es dann schon, sich diesen Ort, zum Beispiel die betreffende Umgebung beim Vokabel-Lernen, nur vorzustellen", so Buchner.

Die Erkenntnisse der amerikanischen Wissenschaftler um den Psychologen Radvanskys gehen allerdings über diese bereits länger bekannte Kontextwirkung hinaus und belegen einer weniger erfreuliche Tatsache: Sie konnten nämlich zeigen, das sich längst nicht alle verlorenen Informationen durch die Rückkehr in den Ausgangsraum wiederfinden lassen!



- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de -
- Quellen: pressetext.de / <cite>al.nd.edu</cite>

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